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Der 1. FC-TSG Königstein um den jungen Japaner Yuuki Hasegawa (links) machte den favorisierten Sportfreunden Friedrichsdorf, rechts der frühere Profi Alexandros Theodosiadis, das Leben schwer.

Fußball, Gruppenliga

Usingen stürmt an die Spitze, Königstein entführt Punkt aus Friedrichsdorf

Wer hätte das vor der Neuauflage des Kreispokalfinals gedacht? In der Schlussminute müssen die SF Friedrichsdorf sogar zittern.

Etwas mehr als zwei Monate erst liegt das Kreispokalfinale zwischen den Fußball- Gruppenligisten zurück (3:0 für die Sportfreunde), die sich am Sonntag in Friedrichsdorf zum Rundenauftakt wiedersahen. Pokalsieger SF Friedrichsdorf trat nur auf drei Positionen verändert an, während der 1. FC-TSG Königstein ein fast ganz neues Gesicht hatte. Prompt verlief das Hochtaunus-Derby auch anders. Die Gästemannschaft von Trainer Bayram Mechmet entführte einen Punkt (1:1).

Ein kleiner Schock ereignete sich bei den Gastgebern vor dem Anpfiff: Kapitän René Krieg zog sich beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss zu. Damit fiel der dreifache Torschütze vom Sonntag aus, als man im Hessenpokal bei Hellas Schierstein mit 5:3 gesiegt hatte. Dazu fehlte Spielmacher Eugen Schiffmann wegen Nachwirkungen einer Verletzung, Flügelflitzer Deniz Pekgüzelyigit (im Urlaub), und Torjäger Florian Kister ist noch gesperrt. Nach Einspruch des Vereins wurde die ursprüngliche Strafe von vier auf zwei Spiele reduziert. „Wir haben ohne nominellen Stürmer gespielt“, hatte der Sportliche Leiter, Martin Schmidt, nach dem Spiel eine Erklärung für das Unentschieden zu Hause.

Beide Teams zeigten vor rund 120 Zuschauern eine gute Spielkultur, was zu Torchancen führte. So schoss der Friedrichsdorfer Neuzugang Mike Horn nach einem Solo knapp drüber (15.). Königsteins Sturmspitze Alen Nukovic (vom RSV Würges gekommen) knallte einen Schuss aus der Drehung an den Pfosten. Zwei weitere Chancen besaßen Fatih Alemdar für die Gastgeber und wiederum Nukovic. Kurz vor der Pause klappte es dann doch für den Aufsteiger. Kai Pulino hatte sich auf der Torauslinie links durchgemogelt und legte nach innen zurück. Dino Cakovic, Neuzugang vom TSV Vatanspor, hatte keine Mühe, das erste Gruppenligator für die favorisierten Sportfreunde zu erzielen. Die Königsteiner hatten kurzfristig zwei spielstarke Japaner aus dem Hut gezaubert. Yuuki Hasegawa (23) und Seichi Nagayoshi (18). Die beiden machten meist über Außen enorm viel Druck, und man konnte miterleben, wie sie sich im Laufe des Spiels immer besser mit ihren Mitspielern zurechtfanden. Besonders mit Nukovic, der in der 70. Minute nach schönem Solo das 1:1 erzielte.

Die beiden Japaner trugen mit ihrer Schnelligkeit und Technik dazu bei, dass die Königsteiner zum Ende des Spiels frischer wirkten als die Friedrichsdorfer. Bei einem Kopfball nach einer Ecke in der Schlussminute hielten die Anhänger der Heimmannschaft sogar noch einmal die Luft an. Aber Nukovic köpfte knapp vorbei. Die zweite Halbzeit gehörte den Gästen, die sich damit den Punkt redlich verdienten. Der gut leitende Schiedsrichter Marius Burkardt aus Elbtal hatte mit beiden Teams keine großen Probleme, auch wenn er die eine oder andere Gelbe Karte zücken musste.

Nach dem Abpfiff war es dann anders, als man es erwartet hatte. Friedrichsdorfs Fußballboss Martin Schmidt war mit der Punkteteilung eher zufrieden als Gästetrainer Mechmet. Der meinte: „Für uns war heute mehr drin. Einige meiner Spieler haben nicht ihr normales Niveau erreicht.“ (kul)

FC Neu-Anspach - SC Dortelweil 2:2 (1:1):

Der Saisonauftakt in der Gruppenliga war für die Fußballer des FC Neu-Anspach mehr denn je ein Aufbruch ins Ungewisse. Zu Gast war der SC Dortelweil mit Frank Ziegler an der Seitenlinie. „Schwierig zu sagen, wie sich der Gegner unter dem neuen Trainer präsentiert“, gestand Jerome Lehmann, der 2020 die Nachfolge von Sportchef Michael Caspari antreten soll. Ebenso ungewiss war, wie das eigene Team, das Caspari, Lehmann und Coach Jörg Loutchan kräftig umgebaut haben, auftreten würde. Zumindest die erste Frage war schnell beantwortet.

Die Gäste spielten offensiv. Bereits nach 50 Sekunden war der wendige und schnelle Oliver Steffen der Hintermannschaft des FCNA entwischt, doch Keeper Eryk Langlitz war auf dem Posten. Auch in der Folge versuchte Dortelweil sein Glück mit schnellen Pässen in die Tiefe. Das ersatzgeschwächte Neu-Anspach wirkte sehr behäbig im Spielaufbau, zeigte aber eine beeindruckende Effizienz. Der erste Torschuss durch Yassin Belfkih fand gleich sein Ziel. In der 8. Minute traf der Neuzugang auf Vorlage von Tobias Hagen freistehend aus fünf Metern zum 1:0. Aufgrund eines Fehlers im Vorwärtsgang gaben die Hausherren die Führung allerdings schnell wieder her. Nutznießer des Ballverlustes war Steffen, der von halblinks ins lange Eck traf (1:1, 19.). „Wie die Mannschaft nach dem Gegentor reagiert hat, gefiel mir schon wesentlich besser als in der letzten Saison“, sah Loutchan das Positive in diesem Rückschlag. Statt sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen, spielten seine Spieler weiter mit. Sabit Zejnullahru scheiterte am Torwart (30.), der 18-jährige Debütant Najmaddin Abuhoureyah am Pfosten (38.).

 Dank einer exzellenten Einzelleistung ging der FCNA im zweiten Durchgang erneut in Führung. Tobias Hagen setzte sich stark auf dem rechten Flügel durch, zog gegen zwei Verteidiger in den Strafraum, vertändelte fast den Ball, doch setzte er gut nach und traf aus kurzer Distanz zum 2:1 (77.). „Tobis Aktion war ein gutes Beispiel für die gesamte Mannschaft“, lobte Loutchan, „er hat einfach nicht aufgehört und stark nachgesetzt.“ Allerdings konnten die Gastgeber auch die zweite Führung nicht halten. Es lief die letzte Minute der regulären Spielzeit, als sich der bis dahin fehlerlose Torhüter Langlitz bei einer weiten Freistoßflanke verschätzte. Markus Vancura konnte so den Ball zum 2:2 über die Linie drücken. „Am Ende hatte das Spiel auch keinen Sieger verdient“, sagte Loutchan, „ich bin zufrieden mit dem Punkt.“ (rk)

Spvgg. Oberrad – DJK Bad Homburg 2:1 (1:0):

Gleich mit einem „dicken Brocken“ bekamen es die Kirdorfer in Oberrad zu tun. Immerhin beendeten die Grün-Weißen aus dem Frankfurter Süden als Tabellenvierter die vorherige Saison – mit den wenigsten Gegentoren der Gruppenliga. Bei der Frage nach dem Favoriten für die Saison 2019/20 gehörten die Oberräder zu den Meistgenannten. In der Realität standen sich am Samstagnachmittag zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber.

Als durch den Elfmeter in der 75. Minute, verwandelt durch Soufian Chihab, der Ausgleich gefallen war, schien das für die meisten Zuseher ein Ergebnis, das dem Spielverlauf und den herausgespielten Chancen entsprach. Dem 1:1 vorausgegangen war ein Solo von Jeff Thielmann über die linke Außenbahn. Erst im Strafraum konnte der 19-jährige Stürmer der DJK – regelwidrig – gestoppt werden. Lange freuten sich die Gäste jedoch nicht über den Ausgleich. Schon im Gegenzug köpfte der Oberräder Tobias Schinnen nach einem Eckball relativ unbedrängt zum 2:1 ins Tor – es war gleichzeitig der Endstand. Bereits in der 42. Minute hatte einer der stärksten Oberräder den Führungstreffer erzielt. Hakan Gültekin, Neuzugang von Absteiger FC Kalbach, traf von Rechtsaußen per Flachschuss unhaltbar für Torwart Marco Kapias. Und der Torschütze knallte kurz nach Wiederanpfiff noch einen Drehschuss an die Latte. Auch hierin standen die Gäste der Spielvereinigung aber nicht nach, denn auch Thielmann traf in der 60. Minuten aus 25 Meter das Aluminium.

Die Homburger, bei denen Joel Tekie im Mittelfeld gefiel, hatten sieben Spieler auf dem Platz, die erst 20 Jahre alt oder jünger sind. Trainer Enis Dzihic scheint die nötige Geduld mit den Youngstern aufzubringen. „Wir sind noch in der Findungsphase“, meinte er nach der Partie, „der letzte Tordrang im Strafraum hat meinen jungen Spielern gefehlt. Ein Unentschieden wäre heute gerecht gewesen.“ Erstaunlich gering war der Zuschauerzuspruch. Obwohl weit und breit kein anderes Fußballspiel stattfand, sind es nicht mehr als 150 Besucher gewesen. (kul)

Usinger TSG – FC Karben 5:1 (3:0):

„Wir haben zunächst gut mitgespielt und kassieren in einer 15-minütigen Tiefschlafphase drei Gegentreffer, wobei sich in dieser Phase die Qualität der Usinger Spieler klar bemerkbar machte“, sagte Harez Habib, Spielertrainer des Aufsteigers aus der Wetterau. Marcel Kopp (13.), Marco Weber (17.) und Kapitän Torben Selzer (32.) ließen sich nicht zweimal bitten. Später erhöhten die Usinger durch zwei Standardsituationen – abgeschlossen von Rückkehrer Tim Tilger (45.+2) und erneut Kopp (47.) – auf 5:0. Im weiteren Spielverlauf schalteten die Gastgeber zwei Gänge zurück, was dennoch für die Tabellenführung reichte. (wz)

FG Seckbach – FSV Friedrichsdorf 1:1 (0:0):

Hätte man Metin Yildiz einen Zähler zum Saisonauftakt bei der FG Seckbach angeboten, er hätte nach eigenem Bekunden sofort eingeschlagen. „Wenn man dann aber nach einer Führung so spät den Ausgleich bekommt, dann ist das schon ein bisschen doof“, ärgerte sich der Coach des FSV Friedrichsdorf gestern Abend. In der 65. Minute hatten die Gäste vorgelegt. Der kurz zuvor eingewechselte Neuzugang Elliot Baba (Usinger TSG) bediente vom rechten Flügel aus Adrian Bitiq, der zum 1:0 traf. Insgesamt hatte Seckbach die klareren Chancen, der FSV hingegen fuhr den einen oder anderen vielversprechenden Konter, doch lange blieb es bei der Friedrichsdorfer Führung.

„Leider haben wir in den letzten zehn, fünfzehn Minuten ein wenig den Zugriff verloren“, berichtet Yildiz. Für den Ausgleich mussten die Frankfurter eine Standardsituation bemühen. In der 89. Minute kam der großgewachsene Hendrik Horvatinovic nach einer Ecke freistehend zum Kopfball – 1:1. Mit der Arbeit gegen den Ball war Yildiz recht zufrieden, im Spiel nach vorne könne man sich aber noch deutlich verbessern. Ärgerlich: Patrick Bussian zog sich eine Blessur am Fuß zu und fällt möglicherweise am Donnerstagabend aus. Dann begrüßt der FSV die Sportfreunde zum Friedrichsdorfer Derby. (rk)

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