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Stürmer Marco Weber (links), hier im Duell mit Jean-Luc Jänsch von DJK Bad Homburg, tritt heute mit Tabellenführer FC Neu-Anspach bei seinem vorherigen Verein Usinger TSG an.

Fußball Hochtaunus, Gruppenliga

Usinger TSG vs. FC Neu-Anspach: "Ein Brett von einem Spiel"

  • vonRobin Kunze
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Torjäger Marco Weber steht am Mittwochabend unweigerlich im Fokus des Gruppenliga-Derbys Usinger TSG gegen FC Neu-Anspach. Bis zu 100 Zuschauer sind zugelassen.

Usinger Land. Der 11. Spieltag der Fußball-Gruppenliga steht ganz im Zeichen eines prestigeträchtigen Derbys: Am heutigen Mittwoch um 20 Uhr empfängt die Usinger TSG den FC Neu-Anspach. Alle Augen sind dann auf Marco Weber gerichtet. Der 26-jährige Vollblutstürmer verbrachte seine Laufbahn beim FC Neu-Anspach respektive dessen Vorgängervereinen – mit zwei Ausnahmen: In der Jugend spielte er eine Saison für die JSG Bad Homburg, und im Seniorenbereich zog es ihn vor zwei Jahren ausgerechnet zum Rivalen ins sieben Kilometer entfernte Usingen.

Vor der laufenden Spielzeit kam Weber als Gruppenliga-Torschützenkönig (22 Treffer in der Abbruchsaison) dann wieder „nach Hause“. Das Derby hat also speziell für ihn einen hohen Stellenwert, wobei seinem letztjährigen Gastspiel im roten Usinger Trikot noch eine persönlichere Note anhaftete. „Mein Abschied damals aus Anspach war etwas kompliziert, es gab da Missverständnisse. Der Abschied aus Usingen verlief dagegen sehr harmonisch“, erklärt Weber. Zu vielen seiner ehemaligen Mitspielern, allen voran Max Miot Paschke, Pascal Bretschneider, Perica Zrakic, Tim Tilger und Vladislav Fomin, habe er noch immer einen freundschaftlichen Kontakt.

„Während der 90 Minuten wird es allerdings keine Freundschaften geben, das steht fest“, weiß Marius Walz. Der UTSG-Trainer erinnert sich an die Abschiedsworte der von Usingen nach Anspach abgewanderten Spieler – neben Weber tauschten im Sommer auch René Gilles, Lars Günther und Niclas van der Straeten die Seiten – die ein umkämpftes Spiel erwarten lassen. Sie sagten damals: „Wir freuen uns schon aufs nächste Derby, und dann zeigen wir, was wir drauf haben.“ Angesichts der regionalen Bedeutung des Duells macht sich Walz zumindest keinerlei Sorgen um die Motivation seiner Spieler. „Wir werden ganz sicher eine andere Leistung als beim 0:2 gegen den FSV Friedrichsdorf zeigen“, betont der Coach, „der eine oder andere, der zuletzt vielleicht noch geklagt hat, wird seine Probleme und Schmerzen während des Derbys komplett vergessen.“

Dass sich die Vorzeichen geändert haben, stellt Walz heraus. Damals sei seine UTSG der Favorit gewesen. Was sich in den Spielen auch zeigte: In Anspach gewann der spätere Vierte der Abschlusstabelle mit 5:1, daheim gab’s im Derby gegen den Rangsiebten ein 0:0. Nun tritt Usingen, das vier seiner letzten fünf Spiele verloren hat, als Außenseiter gegen einen „verdienten Meisterschaftskandidaten“ (Walz) an. „Wir können eigentlich nur gewinnen, der FCNA hat dagegen etwas zu verlieren.“

Das neue Ziel des Torjägers

Noch ist der Tabellenführer in dieser Spielzeit ungeschlagen (acht Siege, zwei Remis). Dass das über den Verlauf einer ganzen Saison auch so bleibt, ist aufgrund der stark besetzten Gruppenliga nicht anzunehmen. Doch verlieren ist nicht gleich verlieren – es gäbe einen „Worst Case“.

„Wir wollen auf gar keinen Fall ausgerechnet gegen Usingen die erste Niederlage kassieren“, versichert Weber. Der bullige Angreifer hat sich nach seiner Rückkehr schnell akklimatisiert. „Am Anfang hatte ich schon den Gedanken, dass es komisch werden könnte, aber ich wurde von der Mannschaft sofort aufgenommen und fühle mich hier pudelwohl“, verrät Weber. Der Torjäger dankt mit Treffern, von denen er bereits schon wieder 15 auf seinem Konto hat (Platz zwei in der Liga hinter dem Bad Nauheimer Ugochukwu/17 Treffer).

Sein persönliches Ziel lautete vor der Saison, die 30er-Marke zu knacken. Mittlerweile hat Weber diesbezüglich umdisponiert. „Es lief bisher nicht schlecht. Wenn ich jetzt bis zum Saisonende kein einziges Tor mehr mache, wir dafür aber als Team weiter so stark spielen und dann sogar aufsteigen, dann könnte ich damit sehr gut leben“, sagt er.

Das eine oder andere Weber-Törchen würde sein Trainer aber gerne noch mitnehmen. Jörg Loutchan lobte schon nach der Vorbereitung die vorbildliche Einstellung Webers. „Insgesamt gehen die Jungs bisher sehr seriös an die Saison ran, aber jetzt wartet die Mutter aller Derbys hier im Umkreis“, sagt Loutchan.

Er selbst sei historisch nicht mit dem Duell verwurzelt, er kennt sich aber mit solchen Rivalitäten aus. „In Bornheim waren es die Spiele gegen Seckbach, bei Bad Vilbel hatten die Begegnungen mit Dortelweil immer eine besondere Bedeutung“, erinnert er sich. Aus Erfahrung weiß Loutchan daher, dass Form und Tabellenpositionen heute ab 20 Uhr keine so große Bedeutung mehr haben werden. „Uns erwartet ein Brett von einem Spiel“, so seine Einschätzung.

Was die Zuschauer heute beachten müssen

Zuschauer sind laut UTSG auf dem Sportplatz „In den Muckenäckern“ zugelassen. Das schreiben die UTSG-Fußballer am heutigen Mittwoch dazu auf ihrer Facebook-Seite: "Unser heutiges Gruppenliga-Derby gegen den FC Neu-Anspach wird wie geplant stattfinden. Auch sind weiterhin Zuschauer zugelassen, allerdings unter strengen Auflagen: 1. Maximal 100 Zuschauerinnen und Zuschauer. Bitte registriert euch am Einlass nach Möglichkeit per Smartphone, um Wartezeiten zu verringern. 2. Einlass erst ab 19:00 Uhr. Die Anlage wird von 18:45 Uhr bis 19:00 Uhr komplett geräumt, damit wir die exakte Anzahl der Zuschauer kontrollieren können. 3. Abstandsregelungen sind zwingend einzuhalten. Wir müssen uns leider vorbehalten, Platzverweise auszusprechen."

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