Cagakan Kiran ist nicht mehr Trainer der Usinger TSG.
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Cagakan Kiran ist nicht mehr Trainer der Usinger TSG.

Fußball, Gruppenliga Frankfurt West

Usinger TSG zieht Reißleine: Trainer Kiran muss gehen

  • Thorsten Remsperger
    VonThorsten Remsperger
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Zwei Punkte aus zehn Spielen waren eine zu karge Ausbeute. Beim kriselnden Gruppenligisten Usinger TSG übernimmt ein Spieler-Trio das Kommando.

Usingen -Als die Usinger TSG Cagakan Kiran als Trainer für diese Saison verpflichtete, hatte die Fußball-Abteilung einen neuen Weg eingeschlagen. A-Lizenz-Inhaber Kiran ist gerade erst 30 Jahre alt, arbeitet auch als Spieler-Scout für Mainz 05 und verfolgt als Vertreter einer jungen Trainergeneration gemeinsam mit Assistent Kevin Kanschat neue Ansätze. So wurde zum Beispiel eine Kamera eingesetzt, um mit Videoanalyse arbeiten zu können, jeder Spieler bekam einen individuellen Matchplan erstellt, um seine Rolle für die Mannschaftstaktik im Spiel besser verinnerlichen zu können. Nach nur wenigen Monaten ist der gemeinsame Weg zwischen dem kriselnden Gruppenliga-Team (Rang 17) und dem Trainer-Duo aber schon wieder zu Ende.

"Die Usinger TSG hat sich mit sofortiger Wirkung, in beiderseitigem Einverständnis, von seinem Trainer Cagakan Kiran und dessen Co-Trainer Kevin Kanschat getrennt", verkündete der Verein gestern Nachmittag in einer E-Mail, die von Spielausschuss-Chef Olaf Best verschickt wurde. Die Gründe für die Trennung stehen ganz im Gegensatz zu den neuen Trainingsmethoden. Sie sind eher klassischer Natur.

„Unglaubliches Verletzungspech“

"Mit nur sechs Punkten aus den ersten zehn Spielen und zuletzt fünf Niederlagen in Folge liegen wir deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das hat sich natürlich auch auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft ausgewirkt. Dazu kommt ein fast schon unglaubliches Verletzungspech. Um nicht schon vor der Winterpause den Anschluss an die Nichtabstiegsränge zu verlieren, waren wir uns in der Abteilungsleitung einig, etwas ändern zu wollen und zu müssen", kommentierte UTSG-Spielausschussboss Olaf Best die Entscheidung des Vereins: "Caga und Kevin sind Fachleute mit einer Top-Ausbildung. Gerade in den letzten zwei bis drei Wochen ist es uns aber immer deutlicher geworden, dass es leider nicht mehr passt. Wir wünschen beiden wirklich nur das Beste für ihre sportliche und persönliche Zukunft."

"Nicht alle Spieler auf Gruppenliga-Niveau"

Kiran sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass er die Entwicklung bei "einem Verein mit lauter netten Leuten" bedauere und man bis zuletzt offen und ehrlich miteinander umgegangen sei. Bereits am Donnerstag nach der 0:2-Niederlage in Seckbach habe er mit einem Vereinsvertreter darüber gesprochen, aufgrund der prekären sportlichen Situation eigentlich seinen Rücktritt anbieten zu müssen. Für Dienstag habe der Verein dann um ein Gespräch gebeten. Für die abgewanderten Spieler sei einfach zu wenig adäquater Ersatz verpflichtet worden, monierte Kiran, in verschiedenen Mannschaftsteilen wie dem Sturm und der Innenverteidigung seien die vielen Verletzungen nicht zu kompensieren gewesen. Wenn er aus Weiterstadt zum Training gekommen sei, dann hätten die Jungs immer voll mitgezogen. Es seien aber eben nicht so viele gewesen, und manche davon hätten erst noch auf Gruppenliga-Niveau gehievt werden müssen.

Tilger, Bretschneider und Merkel als Trainer-Gespann

Die UTSG setzt nun auf eine interne Lösung. Das Spieler-Trio Tim Tilger, Pascal Bretschneider und Kai Merkel übernehme mindestens bis zur Winterpause, führte Best aus. Ihren Trainer-Einstand geben sie am Sonntag um 15.30 Uhr beim SKV Beienheim.

Best freut sich auf die Zusammenarbeit: "Alle drei stehen hinter dem Verein und sind Gesichter der UTSG. Tim ist mit seiner höherklassigen Erfahrung aus der Regionalliga ein Führungsspieler, Pascal die Identifikationsfigur überhaupt und Kai Merkel ein Usinger Bub und Kenner des Vereins. Wir trauen ihnen zu, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zusammen mit der Mannschaft einzufahren."

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