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Fünf Tore gegen Altwiedermus: Marcel Kopp.

Verbandsliga

UTSG brilliert, Vatan patzt

Während die Usinger TSG ihren ersten Saisonsieg gleich mit einem 8:1 feiert, erlebt der TSV Vatanspor Bad Homburg einen herben Dämpfer im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga Süd.

In neun Anläufen hatte es nicht geklappt, bis der Knoten endlich geplatzt ist bei der Usinger TSG – und wie. Mit 8:1 schickte die Elf des überragenden Spielertrainers Marcel Kopp Aufsteiger Eintracht Altwiedermus nach Hause und trat zudem den letzten Platz in der Verbandsliga Süd an den Gegner ab. Da Klassenleiter Thorsten Bastian (Rockenberg) das 4:1 von Sandzak Frankfurt gegen Altwiedermus wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers mit 0:3 wertete, die Rechtsmittelfrist aber noch läuft, ist Sandzak nur „im Sinn“ das neue Schlusslicht.

Usingen hatte in dem so wichtigen Spiel die Gäste in der ersten Viertelstunde überrannt: Pascal Bretschneider (2.), Tim Junghahn (9.) und Kopp (16.) legten ein 3:0 vor, bis zur Pause machte dann Kopp einen Hattrick perfekt (30., 38.). Nach dem Wechsel erhöhten Junghahn (58.) und nochmals Kopp (64., 78.) auf 8:0. Erst in der Schlussminute gelang Altwiedermus das Tor durch Sommer.

Die schwache Heimbilanz des TSV Vatanspor hat sich am Sonntag durch das Spiel gegen die SG Unter-Abtsteinach weiter verschlechtert. In fünf Heimspielen nur einen Punkt geholt, selbst nur zwei Tore geschossen – das ist die magere Ausbeute der Bad Homburger in dieser Saison. Der Aufsteiger überraschte die rund 80 Zuschauer im Sportzentrum Nord-West mit einer starken Leistung und gewann 4:0.

Für TSV-Trainer Ibo Cigdem war das Niveau der Elf aus dem Odenwald nicht überraschend. Der frühere Torjäger hatte sie beim Auswärtssieg vergangenen Sonntag in Walldorf beobachtet und versucht, sein Team entsprechend einzustellen. „Ich hatte die Spielweise des Gegners meiner Mannschaft angekündigt. Aber heute war die Einstellung der allermeisten einfach schlecht. Wir hatten drei bis vier Totalausfälle. Und auch meine drei Wechsel unmittelbar nach Wiederanpfiff brachten nicht die erhoffte Wende“, sagte Cigdem. Der TSV-Trainer war sichtlich enttäuscht. Sonst hatte er sein junges Team stets in Schutz genommen.

„Vatanspor stirbt in Schönheit“, sagte ein fachkundiger Schiedsrichter-Beobachter sehr treffend kurz vor dem Halbzeitpfiff. Die Homburger brachten mit ansehnlichen Kombinationen den Ball nach vorne. Sich ergebende Chancen wurden jedoch nicht verwertet. Daran änderten auch die ständigen Positionswechsel der Offensivspieler nichts. Pech hatte Joel Tekie mit einem Lattentreffer.

Die Gästeabwehr stand sicher, und die Odenwälder machten es auch offensiv besser. Die neu formierte Innenverteidigung von Vatanspor war in der 10. Minute nicht richtig sortiert. Völlig freistehend kam Blerton Muca an den Ball. Der Mazedonier nutzte seinen Freiraum noch mit einem kleinen Spaziergang in den Strafraum und ließ Torwart Yüksel Deliktas per Flachschuss keine Chance – 0:1.

In der besten Phase der Homburger fiel dann unglücklich das zweite Gegentor. Adam El Mai Mouni rutschte eine Hereingabe von Sandro Riebel über den Spann, der Ball kullerte ins eigene Tor (32.).

Mit einem dreifachem Spielerwechsel begannen die Homburger die zweite Hälfte. Vier Gelbe Karten für die Cigdem-Elf zeigten zwar, dass auf Kampfmodus umgestellt wurde. Zum Torerfolg reichte es allerdings nicht. Die Gäste waren älter, aber auch reifer und cleverer, und sie hatten mit Markus Moh Amar einen überragenden Offensivspieler. Die SG schlug noch zweimal zu (71., 78.). Der Sieg für den Aufsteiger war verdient, fiel aber vielleicht um ein Tor zu hoch aus.

Schon am Mittwoch bei der TS Ober-Roden kann Vatanspor wieder seine Auswärtsstärke in die Waagschale werfen. Das Team muss sich allerdings erheblich steigern.

TSV: Deliktas – Kim, Dursun, Sancak, El Mai Mouni – Kirci (46. Kadimli), Chihab, Tekie – Stange (46. Diehl), Matondo, Thielmann (46. Mäuser).

Tore: 0:1 Muca (10.) 0:2 El Mai Mouni (32./ET) 0:3 Zocco (71.) 0:4 Moh Amar (78.). rem/kul

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