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Adam El Mai Mouni muss mit dem TSV Vatanspor eine 1:2-Niederlage in Ober-Roden hinnehmen.

Verbandsliga Süd

Vatanspor fängt das 1:2 in Überzahl

Die Fußball-Verbandsligisten aus dem Hochtaunus gehen schweren Zeiten entgegen. Während es der Drittletzte Usinger TSG verpasste, den Anschluss an die vorderen Ränge herzustellen, rutschte Vatanspor auf Platz 13 ab.

Soufian Chihab und Jan Philipp Mäuser, die einzigen verbliebenen Spieler aus der Vorsaison, dürften sich nur ungern an ihre letzte Begegnung mit dem 24-jährigen Stürmer Tim Kalzu erinnern. Im Februar kickte dieser noch für Viktoria Urberach und verbreitete beim 3:0 mit seinen drei Toren Angst und Schrecken in der Abwehr des TSV Vatanspor Bad Homburg .

Am Mittwoch gab es ein Wiedersehen. Kalzu läuft in der Verbandsliga Süd jetzt für die TS Ober-Roden auf und hat schon sechs Treffer auf seinem Konto. Ein weiteres Kalzu-Tor gab es in Ober-Roden zwar gestern nicht. Seongsu Kim vereitelte in der 85. Spielminute das 2:1 für die Gastgeber, als er dem einschussbereiten Torjäger den Ball vom Fuß spitzelte. Dennoch jubelten Kalzu und Co. wenig später noch über den Siegtreffer.

Beide Mannschaften hatten in der Partie zwei Gesichter gezeigt. Schon nach drei Minuten hatte Emre Kadimli im Mittelfeld einen Pass abgefangen und Marvin Diehl auf der halblinken Position bedient. Der trickste seinen Gegenspieler aus und knallte das Leder unhaltbar ins rechte obere Toreck – 1:0 für den TSV. Vatanspor blieb mit dem Selbstbewusstsein von vier Auswärtssiegen spielbestimmend, vergab aber mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Ober-Rodens Topchancen resultierten aus Standardsituationen. So traf Cengiz Veisoglu bei einem Freistoß aus rund 30 Metern den linken Pfosten.

Nikola Bazina, früher Torwart bei Vatan, jetzt im Kasten bei den an diesem Tag spielfreien Sportfreunden Friedrichsdorf, lobte unter den Zuschauern seinen alten Verein: „Sieht gut aus, wie sie spielen. Mutig nach vorne mit gepflegtem Passspiel. Die Halbzeitführung ist verdient.“

Die Ober-Rodener kamen jedoch wie verwandelt aus der Kabine – und auch die Bad Homburger zeigten ihr zweites Gesicht. „Sie spielten in der zweiten Hälfte leidenschaftlicher als wir“, stellte nicht nur Stefan Lang, Sportlicher Leiter des TSV, fest. Es waren Freistöße, die Ober-Roden zum Sieg führte. In der 55. Minute hatte Torwart Yüksel Deliktas den ersten Schuss noch abwehren können. Die Kugel fiel Florian Henkel vor die Füße, und er glich aus. „Ich hätte mit dem Unentschieden gut leben können“, meine Trainer Cigdem rückblickend. Kurz vor Schluss war Tim Schöppner mit dem Scheitel aber am Ball, als er einen Freistoß zum Siegtreffer abfälschte.

Die Ober-Rodener schafften das Siegtor in Unterzahl. Weil er wegen eines nicht gegebenen Eckballs gemeckert hatte, sah Veisoglu in der 80. Minute die Rote Karte. Schiedsrichter Daniel Kamnitzer aus Eltville hatte ihm schon in der ersten Hälfte wegen des gleichen Vergehens Gelb gezeigt. Die Überzahl konnten die Gäste nicht nutzen, im Gegenteil: Der Gegner hatte noch mit zwei Aluminiumtreffern Pech.

Vatan-Coach Cigdem erklärte die Gastgeber denn auch zu „verdienten Siegern“ und sagte: „Wir sind in der zweiten Hälfte nur ganz kurz ins Spiel gekommen. Es fehlte dann die nötige Abgeklärtheit.“

TSV: Deliktas – Kim, Youssef, Dursun, El Mai Mouni – Kirci (60. Thielmann), Chihab, Tekie (75. Stange) – Matondo, Kadimli, Diehl (54. Sancak). – Tore: 0:1 Diehl (3.) 1:1 Henkel (55.) 2:1 Schöppner (87.).

Rot-Weiss Frankfurt – Usinger TSG 2:0 (0:0): Einen schwächeren Gegner hat man am Brentanobad lange nicht gesehen, eine schwächere Vorstellung der eigenen Mannschaft allerdings auch nicht. Dass es am Ende zu drei Punkten für die diesmal von Kopf bis Fuß in gelb spielenden „Roten“ langte, daran werkelten die Gäste eifrig mit.

Der Blockadenlöser in Form einer frühen Führung wurde den Frankfurtern eigentlich auf dem Silbertablet serviert: Drei Stürmer gegen keinen Verteidiger hieß es nach vier Minuten, doch Ozan Keskin lupfte den Ball umständlich zu Canel Burcu und der bugsierte die Kugel weit über das leere Tor.

Kurz davor und kurz danach war Usingen in Person von Spielertrainer Marcel Kopp zweimal halblinks im Strafraum aufgetaucht, dann scheiterte Tim Pelka an Rot-Weiss-Keeper Daniel Duschner (26.). Das wars dann auch schon, was die Gäste in der Offensive zu bieten hatten, die zuletzt gegen Altwiedermus noch acht Mal erfolgreich war.

Mit einigen alles andere als austrainiert wirkenden Spielern in den Reihen beschränkte sich die UTSG ansonsten darauf, die Räume in der eigenen Hälfte eng zu machen. Das taten die Gäste akribisch. Und das reichte auch schon, um die seltsam leblos spielenden Frankfurter weitestgehend in Schach zu halten. Dann hatte Keskin einen guten Moment und zog in den Strafraum, legte sich den Ball aber zu weit vor – in den Lauf von Usingens Melvin Laustroer, der das Spielgerät aus zwölf Metern unglücklich mit der Pike ins eigene Tor schoss (53.). Nach der Gelb-Roten Karte für Tim Pelka (der Schiedsrichter hatte eine Schwalbe gesehen/68.) zeigte Rot-Weiss noch eine gute Aktion: Johnson Toko veredelte den besten Angriff des Spiels mit dem 2:0 (77.). Kurz darauf sah Laustroer Gelb-Rot (79.). Und dann verhinderte mit Torhüter Michael Kornmesser Usingens Bester im Eins-gegen-zwei mit Toko und Mustafa Saniyeoglu das 3:0 (86.). Keiner der 95 Zuschauer dürfte traurig über den Schlusspfiff gewesen sein.

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