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Ibrahim Cigdem (Trainer Vatanspor)

Fußball, Verbandsliga

TSV Vatanspor in der Fremde: 4. Coup im 5. Spiel

Bei Eintracht Wald-Michelbach setzen sich die Homburger Verbandsliga-Fußballer mit 1:0 durch. Dabei überstehen sie auch eine Viertelstunde in Unterzahl.

Der TSV Vatanspor sollte nur noch auswärts antreten. Im Odenwald, bei Eintracht Wald-Michelbach, gewannen die Verbandsliga-Fußballer vor 180 Zuschauer verdient mit 1:0. Wieder ein Auswärtssieg bei einem favorisierten Gegner – der vierte im fünften Spiel. „Nächsten Sonntag ist aber unser erster Heimsieg fällig“ versprach schmunzelnd Trainer Ibo Cigdem. Gegner ist der Nachbar der Wald-Michelbacher, Neuling SG Unter-Abtsteinach.

Vatanspor begann am Samstag im Stil einer Heimmannschaft: mit druckvollen Kombinationen und viel Zug zum Tor. Der TSV blieb auch danach die spielerisch bessere Mannschaft. Im Mittelpunkt stand jedoch ein Mann, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte: Schiedsrichter Wolfgang Geipel aus Wiesbaden. Nicht nur beim Elfmeterpfiff für Vatanspor in der 33. Minute wirkte er unsicher. Jeff Thielmann hatte Soufian Chihab steil geschickt. Der TSV-Kapitän tauchte allein vor Torwart Tim Wiegand auf, der ihn zum Straucheln brachte. Chihab kam zwar noch an den Ball. Der rollte jedoch am leeren Tor vorbei. Der Elfmeterpfiff war vertretbar, die Rote Karte für den Torhüter schien übertrieben. Nach Rücksprache mit seinen Assistenten nahm Geipel „Rot“ zurück und gab dem Keeper „Gelb“. Der Gefoulte sah das später auch so: „Rot war überzogen.“ Den Elfmeter, von Chihab selbst geschossen, konnte Wiegand abwehren. Der Homburger dazu: „Ich habe gar nicht mal schlecht geschossen, aber seine Reaktion war klasse.“

Den nächsten Aufreger gab es kurz vor der Pause im Strafraum gegenüber. Seongsu Kim hatte Jan Gebhardt im Strafraum gefoult, der Pfiff vom Schiedsrichter blieb aus. Der Eintracht-Torjäger, nach einjährigem Gastspiel in Neu-Isenburg schon siebenmal erfolgreich, meckerte und sah Gelb.

Auch Trainer Cigdem hätte Grund gehabt, sich zu beschweren, doch er hielt sich zurück („Über Schiedsrichter äußere ich mich nicht“). Für ein Allerweltsfoul zeigte Geipel dann Mohamed Youssef Gelb-Rot (75.). Eine Viertelstunde in Unterzahl – das hätte spielentscheidend sein können. Doch die Homburger steckten dieses Handicap weg. Sie brachten das 1:0 über die Zeit, das sie in der 52. Minute erzielt hatten. Mitten in eine Drangperiode der Gastgeber hatten die Gäste per Konter eine Ecke herausgeholt. Nach der Hereingabe von Jan Philipp Mäuser sprang Luki Matondo am höchsten und köpfte den Ball ins Tor. „Meine Mannschaft hat gut strukturiert gespielt und auch die Nackenschläge gut weggesteckt“, freute sich Cigdem.

TSV: Deliktas – Kim, Youssef, Lerch, El Mai Mouni – Tekie, Sancak, Chihab (87.Beslen) – Stange (46. Mäuser), Matondo, Thielmann (76. Kirci).

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