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Enttäuschung nach der ersten Niederlage: Luki Matondo.

Verbandsliga

Vatanspor holt neuen Torwart, aber nicht die Punkte

Zweites Spiel, erste Saisonniederlage für Vatanspor Bad Homburg. Vor dem Treffer zum 1:1 ereignete sich in Erlensee eine ungewöhnliche Situation.

Der TSV Vatanspor musste vor dem gestrigen Auswärtsspiel beim 1. FC Erlensee schnell reagieren: Der als Nummer eins vorgesehene Torhüter Marco Kapias weilt schon früher als erwartet in Polen zum Vorspielen bei einem Erstligisten. Da Torwart Yüksel Deliktas mit einer Rot-Sperre, die er aus der Vorsaison beim Türk. SV Bad Nauheim mitbrachte, noch zwei Spieltage aussetzen muss, zauberte der Bad Homburger Fußball-Verbandsligist Rachid Döring aus dem Hut. Der „Last-Minute-Neuzugang“ stand bisher beim Kreisoberligisten FV Bad Vilbel II im Tor.

Döring und sein Gegenüber Tim Kuhl hatten in den ersten 15 Minuten am Sonntagnachmittag wenig zu tun. Richtig los ging es erst in der 17. Minute. Erst rettete Döring per Fußabwehr gegen Alexander Schunck, dann mit einer schönen Parade gegen Tom Niegisch. Das klug herausgespielte Führungstor für die Homburger durch Emre Kadimli brachte ihnen mehr Sicherheit. Sie gewannen im Mittelfeld die meisten Zweikämpfe. Dann geriet wieder Torwart Döring in den Mittelpunkt. In der 30. Minute sprang er unglücklich an einer hohen Flanke vorbei und berührte im Fallen Stürmer Niegisch im Strafraum. Der gute Schiedsrichter Yannic Lenssen aus Darmstadt erkannte auf Elfmeter.

Es folgte eine ungewöhnliche Situation. Der Schiedsrichter verordnete vor Ausführung des „Elfers“ eine Trinkpause. Erst rund vier Minuten später durfte der Schütze Schunck antreten. Er verwandelte. Es kann darüber gestritten werden, ob eine solche Pause vor einem Elfmeter mehr dem Torwart oder doch eher dem Schützen hilft.

Die Erlenseer bekamen durch den Ausgleichstreffer jedenfalls Auftrieb. Niegisch konnte kurze Zeit später von rechts unbedrängt flanken. Und Sebastian Wagner, im Fünfmeterraum allein gelassen, konnte ungehindert einköpfen.

In der zweiten Hälfte boten die Homburger dem starken Neuling, der in dieser Form eine Bereicherung für die Verbandsliga Süd ist, bis zum Abpfiff Paroli. Soufian Chihab und Emre Kadimli setzten immer wieder die jungen Stürmer Jeff Thielmann, Luki Matondo und Marvin Diehl in Szene. Die suchten und gewannen auch manchen Zweikampf. Aber es fehlte ihnen an Kaltschnäuzigkeit und Vollstreckerqualitäten. Auf der Gegenseite bestand das gleiche Problem. Torben Becker und Sebastian Wagner vergaben große Chancen für den Aufsteiger oder scheiterten an Döring. Für die rund 300 Zuschauer war es spannend bis zum Schlusspfiff, nach dem die nie aufsteckenden Homburger erschöpft und enttäuscht auf den Rasen fielen.

Stefan Lang, neben Hüseyin Güven in der Sportlichen Leitung des TSV, fand es „schade für die Jungs. Ein Unentschieden war möglich und hätte der Stimmung gut getan. Es war eine spielerisch gute Begegnung, bei dem die homogenere Mannschaft siegreich war.“

TSV: Döring – Akkas, Lerch (46. El Mai Mouni), Dursun, Mäuser (46. Youssef) – Sancak, Chihab – Diehl (66. Martins Lima), Kadimli, Thielmann – Matondo.

Tore: 0:1 Kadimli (19.) 1:1 Schunck (34./FE) 2:1 Wagner (39.).

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