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Niederlage unter Flutlicht: Vatanspor-Trainer Jörg Loutchan.

Fußball, Verbandsliga

Vatanspor rutscht auf einen Abstiegsplatz ab

Die Lage des TSV Vatanspor in der Verbandsliga ist ernst – die Moral der Mannschaft aber intakt.

Im Frankfurter Stadtteil Bonames trafen zwei Verbandsliga-Teams aufeinander, die in dieser Saisn ein ähnliches Schicksal teilen. Sie verloren sechs Punkte am grünen Tisch: der SV FC Sandzak laut Statuten des Fußball-Verbandes wegen fehlenden Unterbaus, der TSV Vatanspor Bad Homburg wegen des Einsatzes eines nicht spielberechtigten Spielers in zwei Partien. Beide Teams finden sich deshalb in der abstiegsbedrohten Region der Tabelle wieder, aus der sich die Frankfurter durch den 3:1-Sieg ein wenig befreiten. Die Kurstädter dagegen rutschten, 2018 noch sieglos, auf einen Abstiegsplatz ab.

Was beide Mannschaften im direkten Aufeinandertreffen bewiesen: Sie gehören eigentlich nicht ins untere Tabellendrittel. Die Homburger gaben nie auf und machten die letzten Spielminuten nochmals spannend. Sandzak, „ein ganz abgezocktes Team“ wie TSV Trainer Jörg Loutchan schon nach dem 1:2 im Hinspiel sagte, zeigte eine Leistung, wie man sie in der Regel von Spitzenteams der Liga kennt. So gehörten auch die ersten 20 Minuten klar den Gastgebern, die ihrem Gegner kaum Luft zum Atemholen kommen ließen. Technisch versiert, mit schnellem Umschaltspiel und sehr hoch stehend verhinderten sie vorerst, dass die Bad Homburger überhaupt in Strafraumnähe kamen. Soufian Chihab prüfte dann in der 22. Minute mit einem gezielten Kopfball Torwart Elvis Nurkovic, der seine ganzen 205 Zentimeter einsetzen musste, um den Ball von der Torlinie zu kratzen. Im Anschluss kam Emin Yalin zum Kopfball, der knapp vorbeiging. Die Doppelchance wirkte wie ein Aufbruchsignal für die Gäste, die sich nun Vorteile erkämpften und dem Führungstor nah waren. Das fiel jedoch kurz vor der Pause für Sandzak: Elhan Bejtovic erlief aus abseitsverdächtiger Position eine weite Flanke und hob ihn gefühlvoll über Torwart Kai Klug hinweg ins Netz.

Loutchan, der bemängelte, dass seine Mannschaft in der ersten Hälfte „nicht aggressiv genug“ war, verstärkte zum Wiederanpfiff mit Patrick Berschick und Samir Haruna die Offensive. Die Freiräume nutzte auf der anderen Seite einer der besten Spieler des SV, Aleksandar Mastilovic. Nach einem Konter über rechts legte er den Ball zu Geith Hammad, der nur noch einschieben musste. Einen Foulelfmeter – Kai Klug hatte Beijtovic gefoult – verwandelte Mastilovic zum 3:0 (84.). Beim dritten Gegentor waren die Gäste bereits in Unterzahl. Gerade hatte Trainer Loutchan mit Alexander Ujma für Jan Mäuser die dritte Auswechslung vollzogen, als Chihab verletzt ausschied. Der TSV steckte jedoch nie auf und kamen fünf Minuten vor Schluss, nach Doppelpass mit Berschick, durch Eugen Schiffmann zum verdienten Treffer. Berschick hatte einen weiteren Treffer auf dem Fuß, als er einen weiten Abschlag von Klug erlief, jedoch beim Torschuss noch gestoppt wurde.

Dass das für beide Vereine wichtige Spiel zwar kampfbetont, aber insgesamt fair blieb, lag auch an der umsichtigen Leitung von Schiedsrichter Paul-Ioan Barbu aus Frankfurt, der vor rund 80 Zuschauern mit nur zwei Gelben Karten auskam. Trainer Loutchan nahm seine Mannschaft in Schutz und meinte: „Sie hat sich nie aufgegeben, wurde aber wieder nicht belohnt.“

TSV: Klug – Cetinkaya, Kulick, Koziolek, Odabas – Fliess (46. Haruna), Schleiffer (46. Berschick) – Schiffmann, Chihab, Mäuser (70. Ujma) – Yalin. – Tore: 1:0 Bejkovic (44.) 2:0 Hammad (52.) 3:0 Mastilovic (84./FE), 3:1 Schiffmann (86.).

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