Kommen nun Wettkämpfe auf dem Kleinfeld im Handball wieder in Mode? Der Deutsche Handball-Bund plädiert für seinen Sport auch im Freien. foto: nietner/archiv
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Kommen nun Wettkämpfe auf dem Kleinfeld im Handball wieder in Mode? Der Deutsche Handball-Bund plädiert für seinen Sport auch im Freien.

Liegt die Zukunft des Jugendhandballs im Freien

Verantwortliche machen sich ihre Gedanken

  • Volker Hofbur
    vonVolker Hofbur
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Auch die Kinder müssen zurückkommen - Zwiegespaltenes Echo bei Spielen

Main-Taunus -Auch der Deutsche Handball-Bund (DHB) macht sich seine Gedanken. Präsident Andreas Michelmann und der Vorstandsvorsitzende Mark Schober propagieren für einen Start der Jugend unter freiem Himmel, wie es Schober aufzeigt: "Für den Handball ist das trotz neuer Perspektive ein langer Weg, auf den wir uns mit viel Kreativität und großer Ausdauer begeben müssen. Das heißt, dass wir aus den Hallen ins Freie gehen müssen. Das ist Teil unseres Positionspapiers ,Return to play', aber wir müssen mit Kindern nicht nur ins Training, sondern auch in den Wettkampf kommen."

Angst, den Nachwuchs

zu verlieren

Wie beurteilen die heimischen Vertreter diese Ideen? Die Vereine müssen sehen, die Jugendlichen bei der Stange zu halten. Tobias Fischer als Trainer der Drittliga-Handballerinnen der TSG Eddersheim kann die Ideen der Verantwortlichen des DHB nachvollziehen: "Die unter 14-jährigen Fußballer dürfen trainieren. Jetzt kommen die Handballer unter Druck. Wir müssen die Kinder wieder zum Handball bringen, sonst verlieren wir den Nachwuchs. Davor habe ich Respekt, wenn uns die Jugend wegbrechen würde." Allerdings sieht er ein Problem: "Ein Fußballer kann bei allen Temperaturen spielen. Für die Handballer wäre Sport draußen eher im April und Mai realistisch. Zum Wettkampf meint er: "Vielleicht gibt es ja eine Renaissance. Früher haben wir Kleinfeldturniere draußen gespielt."

Verletzungen müssen

minimiert werden

Oliver Kriz , Abteilungsleiter der TuS Kriftel, sieht Training und Wettkampf unter freiem Himmel skeptisch. "Grundsätzlich begrüße ich jede Möglichkeit, um wieder in den Trainingsbetrieb zu kommen. Ich glaube nicht, dass Feld-Turniere möglich sind, schon wegen der Verletzungsgefahr. Daher wollen wir unser Turnier nicht machen, auch wenn wir es noch nicht abgesagt haben", erklärt Kriz, "wir wollen uns mit unseren Trainern jetzt abstimmen. Bisher machen sie Videotraining mit Koordinationsübungen. Ich hoffe, dass ich nach Beginn des Trainings nicht viele Verletzungsmeldungen unterschreiben muss". Zum eigenen Pfingstturnier sagt er: "Es wäre unser Jubiläumsturnier, das wir 2020 abgesagt hatten. Auch in diesem Jahr hätten wir ein Turnier auf Sparflamme mit Hygienekonzept, wo wir nicht feiern können."

In der Abstimmung mit seinen Trainern befindet sich Stefan Ullrich , Vorstandsmitglied der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim: "Wir wollen die Eltern mitnehmen und müssen uns mit den Fußballern und Leichtathleten wegen Trainingsmöglichkeiten abstimmen. Wir wollen den Kindern Perspektiven geben und sie fitmachen. Unsere E-Jugend nimmt an der Hannibal-Challenge des DHB teil, wo die Kinder Übungen machen." Ullrich sieht seinen Verein in der Lage, die Maßnahmen umzusetzen. Beim Einstieg sei es wichtig, den Fitnesszustand der Jugendlichen zu ermitteln, die Grundfitness, Muskulatur, Athletik, Stabilisation und Beweglichkeit aufzubauen, um dann körperlos ins Handball-spezifische Training einzusteigen - erst in Kleingruppen und dann in Gruppenstärke. "Die Gefahr besteht, dass die Jugendlichen abwandern. Die Stadt muss nun die Plätze freigeben", so Ullrich.

Ein Weg zurück

zu den Wurzeln

Für Stefan Dobhan , Abteilungsleiter der TSG Münster, ist es ein Weg "back to the Roots": "Der Bezirk hat schon angefragt, ob wir Rasen- und Tartanplätze haben. Ich habe früher noch Qualifikationsturniere auf Rasen gespielt, wir haben einen Rasenplatz auf unserem Gelände an der Lorsbacher Straße und zudem die Beachplätze am Schwimmbad. Für die Jugend bis zur D-Jugend wäre das eine Alternative, aber ich muss noch Überzeugungsarbeit in unserem Vorstand leisten." Da die Fußballer spielen dürfen, müssen auch die Handballer wieder aktiv werden. "Wir haben das Finalturnier der Jugendmeisterschaften im Beachhandball bekommen", erklärt Dobhan, der mahnt: "Wir müssen dran denken, dass wir unserem Sport dienen. Wir müssen aufpassen und dürfen uns nicht auf die Halle fokussieren. Die Zeiten erfordern ein Umdenken." Stefan Dobhan setzt auch auf die Testmöglichkeiten: "Ich gehe davon aus, dass sie einiges ermöglichen. Sie werden die Voraussetzungen für einen Spiel- und Trainingsbetrieb schaffen. Wir müssen in eine Kultur kommen, wieder weiterzugehen, denn wir müssen lernen, mit dem Virus auch in unserem Sport zu leben." Volker Hofbur

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