Im Fußballkreis Main-Taunus plädieren die Vereine dafür, dass die Bälle nicht mehr in einer Punktrunde rollen. Foto: Lorenz
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Im Fußballkreis Main-Taunus plädieren die Vereine dafür, dass die Bälle nicht mehr in einer Punktrunde rollen.

Fußballkreis Main-Taunus

Vereine plädieren für Saisonabbruch

  • Harald Joisten
    vonHarald Joisten
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Clubs im Main-Taunus-Kreis für Annullierung - Planung für 2021/22 beginnt

Main-Taunus -Das Votum war eindeutig: Bei einer Videokonferenz des Fußball-Kreises Main-Taunus haben sich 38 von 40 teilnehmenden Vereinen für einen Abbruch der aktuellen Saison ausgesprochen. "Das ist ein klares Signal", sagte Kreisfußballwart Karl-Heinz Reichert. Das Ergebnis der Abstimmung wird er an diesem Samstag in die Sitzung des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) einfließen lassen. Dort wird erwartet, dass der HFV die auf Eis liegende Amateur-Saison endgültig abbrechen und annullieren wird. Denn auch in den restlichen 31 Fußballkreisen des HFV ist die Meinung ähnlich.

Bei der Videokonferenz am Mittwochabend stimmten 40 von insgesamt 48 MTK-Vereinen ab. Eine gute Quote, wenngleich Reichert sich eine noch regere Teilnahme wünscht. Gerade Vereine, die sich mitunter benachteiligt fühlten, würden "oft bei demokratischen Entscheidungen fehlen". Reichert möchte auch mit ihnen den Dialog suchen.

In der Sitzung wurde diskutiert, ob die aktuelle Saison über den Sommer hinaus fortgeführt werden kann. In diesem Fall könnte eine Spiel-Wertung erfolgen, es gäbe Auf- und Absteiger.

Start der neuen Saison erst am 3. September?

Doch es wurde schnell klar, dass auch im Main-Taunus-Kreis eine große Mehrheit für einen sofortigen Abbruch stimmt. Bedeutet: Alle bisherigen Spieltage würden annulliert. Es gäbe keine Auf- und Absteiger. Die Ligen gingen mit denselben Teams in die neue Saison - sofern Mannschaften nicht zurückziehen. "In Bayern wurde versucht, die Amateur-Saison 2019/20 über den Sommer hinaus fortzusetzen und zu Ende zu führen. Dann musste im Oktober wieder unterbrochen werden. Und jetzt wurde endgültig abgebrochen", so Reichert. Er betont: "Das ginge bei uns schon von der Anzahl der Spiele nicht. In der Verbandsliga Süd haben zum Beispiel beide Neu-Isenburger Teams jeweils erst sechs Spiele absolviert."

Eine Annullierung ist auch für Reichert die logische Folge, seit die Politik den Lockdown bis 18. April verlängert hat. Selbst wenn danach direkt wieder trainiert werden dürfte, bliebe zu wenig Zeit: Allgemein gilt eine Vorbereitungszeit von vier Wochen auf den Re-Start der Ligen als ratsam, um Verletzungen bei Spielern vorzubeugen. Das hieße, die Saison könnte etwa vom 20. Mai an fortgesetzt werden. Nicht ausreichend, um bis zum spätesten Spieltermin Ende Juni noch maximal elf Spieltage durchzuführen.

Reichert und Co. müssen freilich die HFV-Sitzung am kommenden Samstag abwarten. Doch im Grunde ist klar: Die aktuelle Saison ist beendet, die Planungen auf die kommende Spielzeit 2021/22 können beginnen. Auch hier gibt es wegen Corona freilich Ungewissheiten. "Wir wissen eigentlich nichts. Wenn wir Pech haben, können wir auch im August noch nicht spielen", mutmaßt Reichert mit Blick auf den ungewissen Verlauf der Pandemie.

Noch hat der Hessische Fußball-Verband den Rahmenterminplan für nächste Saison freilich nicht vorgegeben. Das erfolgt meist im Juni. Reichert hat schon gewisse Vorstellungen. "Ich tendiere, dass wir in den Kreisen erst am 3. September mit der neuen Saison einsteigen. Denn die Ferien gehen bis zum 27. August. Und wenn die Leute wieder in Urlaub verreisen dürfen, werden viele unterwegs sein. Dann haben die Vereine wieder Probleme, Teams zusammen zu stellen." Allerdings gibt auch Reichert zu, dass "Ligen, die mehr als 18 Teams umfassen, wohl früher anfangen müssen", um den Spielplan durchzukriegen. "Wenn der Verband sagt, wir fangen am 15. oder 20. August an, dann ist das so. Dann passen wir uns natürlich an."

Kreis kommt Vereinen

finanziell entgegen

Der Fußballkreis Main-Taunus will seinen Vereinen finanziell unter die Arme greifen. Sollte die aktuelle Spielzeit wie erwartet annulliert werden, muss für die Meldung einer Mannschaft zur neuen Saison 2021/22 keine weitere Gebühr gezahlt werden. "Der Betrag von der aktuellen Saison wird automatisch aufs kommende Jahr übertragen", so Reichert. Auch wird erwägt, den Vereinen Strafgebühren - etwa für unentschuldigt fehlende Spieler - zu erlassen. Ein kleiner Trost, immerhin. Harald Joisten

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