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Sehr gut möglich, dass sie in der nächsten Saison wieder gegeneinander spielen, dann aber in der Kreisliga A: Pascal Zinnert (TV Burgholzhausen, links) und Leon Silbernagel (SG Ober-Erlenbach II).

Fußball, Hochtaunus

Vermehrter Aufstieg deutet sich in den Amateur-Spielklassen an

Am 20. Juni fallen die endgültigen Entscheidungen. Welche Teams im Hochtaunus dem hessischen Fußball-Verbandstag entgegenfiebern.

„Plötzlich Aufsteiger“, so könnte man das betiteln, wenn sich die Vereine auf dem virtuellen Verbandstag am 20. Juni für die Variante C entscheiden. Sie sieht vor, dass auch die Fußballmannschaften aufsteigen dürfen, die nach dem (sehr wahrscheinlich gewordenen) Saisonabbruch über die Quotientenregelung einen Relegationsplatz belegen.

Der TV Burgholzhausen ist auf dieses, vom HFV-Präsidium empfohlene Szenario nicht nur vorbereitet. Die Fußballer des B-Ligisten sehnen es herbei. „Wenn es dazu kommt, würden wir das Angebot sehr gerne annehmen“, sagt Klaus Zinnert, Abteilungsleiter des TVB. „Wir wollten in dieser Saison ja raus aus der Klasse.“ Zum Zeitpunkt des abrupten Aussetzens des Spielbetriebs wegen der Corona-Pandemie war die Mannschaft von Trainer Klaus Krieger gerade aus den beiden direkten Aufstiegsrängen herausgerutscht. In das Spitzenspiel Anfang März bei Tabellenführer SG Ober-Erlenbach II war man noch punktgleich gegangen, und verlor nicht nur diese Partie (1:4), sondern auch ein spielfreies Wochenende später den zweiten Platz an die SG Westerfeld.

Torjäger Nussbaum bleibt in Burgholzhausen

Wenn auch mit dem Trainingsstart noch gewartet wird: Die Planungen für die nächste Runde liefen unabhängig von der Spielklasse auf vollen Touren, verrät Zinnert. Trainer Krieger mache weiter, die Mannschaft bleibe so weit zusammen. Auch Marvin Nussbaum. Mit 25 Treffern wird der Neuzugang von der SG Rodheim wahrscheinlich Torschützenkönig der Hochtaunus-Spielklasse. „Marvin hat einen guten Charakter, er ist einer, der die anderen mitzieht“, freut sich Zinnert. Es sieht ganz danach aus, als ob er für den TVB bald in der Kreisliga A den Kasten anvisieren kann.

Aus dieser A-Liga dürfte neben Spitzenreiter SF Friedrichsdorf II und dem Zweiten FC Mammolshain auch der Tabellendritte Usinger TSG II hoch, wenn Variante C durch die hessischen Vereine angewandt wird. Dank des besseren Quotienten hat die UTSG-Reserve die DJK Bad Homburg II überholt. „Wir akzeptieren jede Entscheidung des HFV“, sagt Usingens Trainer Rainer Birkenfeld, „egal, ob wir in der Kreisliga A bleiben oder in die Kreisoberliga aufsteigen“.

Wenn denn keine Mannschaft zurückzieht, gehörten der KOL übrigens künftig 18 Mannschaften an. Es steigt ja keiner aus der Gruppenliga ab, und nur Titelgewinner FV Stierstadt verlässt die KOL nach oben. Vizemeister Teutonia Köppern dürfte nicht aufsteigen. Unter den zweitplatzierten Kreisoberligisten hätte per Quotientenregelung die FSG Burg-Gräfenrode (KOL Friedberg) gegenüber dem FC Tempo Frankfurt und Köppern die Nase vorne.

Was es bedeutet, nicht an den tatsächlich gewonnenen Punkten gemessen zu werden, sondern daran, in wie vielen Spielen jene Punkte erzielt worden sind, hat C-Ligist SV Seulberg II erfahren. Bei Unterbrechung der Saison am 12. März führte das Team von Jascha Rossband die Tabelle mit 25 Zählern vor der FSG Niederlauken/Laubach (22 Punkte) an. Seulberg II hatte aber schon elf Spiele, die Spielgemeinschaft aus dem Usinger Land erst neun Partien absolviert. Deshalb tauschten die Teams nun aufgrund der Quotientenregelung die Plätze. Niederlauken/Laubach ist Meister und Direktaufsteiger, wenn der Saisonabbruch auf dem Verbandstag am 20. Juni tatsächlich bestätigt wird (wovon auszugehen ist).

Enttäuschung in Seulberg war groß

„Die Mannschaft und auch ich sind im höchsten Maße enttäuscht“, machte Trainer Jascha Rossband Mitte Mai keinen Hehl aus der Gemütslage der „Sellwischer“. Der Frust war zu diesem Zeitpunkt nachzuvollziehen, schließlich drohte seinem Team der Verbleib in der tiefsten Spielklasse des Kreises. Und das, obwohl man Verfolger Niederlauken/Laubach sowohl in der Punktrunde (3:1) als auch im C-Liga-Pokal (3:2) hatte schlagen können.

„Ich finde es nur fair, wenn nun der Erste und auch der Zweite aufsteigen dürfen“, betonte Rossband, „schließlich haben unsere Jungs hart gearbeitet, regelmäßig gut trainiert und sich so ein Erfolgserlebnis verdient.“ Im Falle eines Votums der hessischen Vereine für Variante C dürften jene Mannschaften, die auf einem Relegationsplatz liegen, ja auch aufsteigen – und für den SV Seulberg II gäbe es doch noch ein Happy End.

In jedem Falle freut sich Jascha Rossband, dass er unabhängig von der Ligazugehörigkeit die Zusagen seiner Spieler bekommen hat. „Das wirklich Wichtigste für mich ist, dass dieser Kader zusammenbleibt“, sagt der Übungsleiter. Egal, was passiert.“

THORSTEN REMSPERGER, GERHARD STROHMANN, ROBIN KUNZE

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