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VfR 07 Limburg freut sich auf den „Tanz im Haifischbecken“

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Die Kreisoberliga-Meistermannschaft des VfR 07 Limburg, obere Reihe von links: Markus Neugebauer, Thomas Janke, Sascha Noth, Soltan Qurbani, Maximilian Jung, Simon Neugebauer, Niclas Janke, Patrick Malicha, Henos Tesfai, Amar Catovic, Till Nierfeld, Jonas Mieller, Lukas Bühn, Christian Schmitt, Ayhan Diker, Aljaki King, Hans-Peter Weckbecker; vorne von links: Moritz Steul, Johannes Behlau, Andre Nemirowitsch, Leon Gering, Youness Badi, Marco Weis, Lucas König, Ajmal Koochi, Jonas Lumoneka.
Die Kreisoberliga-Meistermannschaft des VfR 07 Limburg, obere Reihe von links: Markus Neugebauer, Thomas Janke, Sascha Noth, Soltan Qurbani, Maximilian Jung, Simon Neugebauer, Niclas Janke, Patrick Malicha, Henos Tesfai, Amar Catovic, Till Nierfeld, Jonas Mieller, Lukas Bühn, Christian Schmitt, Ayhan Diker, Aljaki King, Hans-Peter Weckbecker; vorne von links: Moritz Steul, Johannes Behlau, Andre Nemirowitsch, Leon Gering, Youness Badi, Marco Weis, Lucas König, Ajmal Koochi, Jonas Lumoneka. © Klaus-Dieter Häring



Weiter geht‘s mit unserer Serie „Meister im NNP-Land“. Mit dem VfR 07 Limburg ist ein „schlafender Riese“ zurück im überregionalen Fußball. Dank des letztlich souveränen Meistertitels in der Kreisoberliga Limburg-Weilburg freut sich die Mannschaft des Trainerduos Thomas Janke/Markus Neugebauer auf das „Haifischbecken“ Gruppenliga. Angst und bange ist Janke davor aber keineswegs - und das aus gutem Grund.

VON PATRICK JAHN

Zusammen mit dem TuS Frickhofen und der TSG Oberbrechen war der VfR 07 Limburg vor der Saison der Topfavorit auf den Kreisoberliga-Titel. Als aber nach drei Spieltagen schon zwei Niederlage zu Buche gestanden hatten, sprach Janke von „Startschwierigkeiten“. Beim SV Mengerskirchen (1:2) und bei der SG Kirberg/Ohren (1:3) setzte es neben einem 6:0 gegen TuS Waldernbach Niederlagen. Diese brachten die Verantwortlichen aber nicht aus der Ruhe. Die Pleite in Kirberg war jedenfalls der Startschuss zu einer phänomenalen Serie. Die Domstädter fanden sich mehr und mehr und gewannen sage und schreibe 13 Spiele - und bis auf eine Ausnahme (3:2 gegen den SC Offheim) auch immer mit mindestens zwei Toren Differenz. Nach dem neunten Spieltag waren die „Rothosen“ erstmals Tabellenführer. Janke meint dazu: „Wir wollten nach Platz fünf im Vorjahr natürlich gerne wieder vorn dabei sein. Als wir dann 13 Spiele hintereinander gewonnen haben, war uns klar, dass wir ganz vorne landen können. Außerdem waren wir zwischenzeitlich mit sechs Punkten Vorsprung Tabellenführer. Dann will man natürlich auch bis zum Ende der Saison dort bleiben.“

Als der Winter nahte, geriet der Motor aber ein wenig ins Stottern. Klar, ein 2:2 gegen TuS Frickhofen war kein Beinbruch, nach einem 4:0-Erfolg gegen Schlusslicht SG Merenberg folgte zum Jahresausklang aber eine empfindliche 4:5-Pleite beim SC Offheim. Der Vorsprung war auf drei Zähler geschmolzen. Schwierig gestaltete sich auch der Start ins Fußballjahr 2022. Wieder brauchten die „07er“ drei Wochen, um richtig in Tritt zu kommen. Durch zwei Punkteteilungen bei der SG Ahlbach/Oberweyer (2:2) und gegen den SV Thalheim (2:2) war die Tabellenführung trotz eines 7:2-Erfolgs gegen die SG Winkels/Probbach/Dillhausen erst einmal futsch - der TuS Frickhofen war mit einem mehr ausgetragenen Spiel vorbeigezogen. Aber was 2021 geklappt hatte, sollte tatsächlich auch in der Rückrunde gelingen: 13 „Dreier“ am Stück. Der vielleicht entscheidende Moment folgte an Spieltag 29, im Auswärtsspiel beim seitherigen Spitzenreiter Frickhofen. In einem engen Spiel siegten die Limburger mit 2:1 und waren zurück auf dem Thron. Der emotionale Auswärtserfolg war vielleicht auch ein Stück weit ausschlaggebend dafür, noch einmal mehr zu investieren. Da auch die Konkurrenz bei Weitem nicht an die Konstanz des VfR 07 herankam, war es am vorletzten Spieltag so weit: Durch ein krachendes 5:0 beim TuS Waldernbach war den Limburgern Meisterschaft und Aufstieg nicht mehr zu nehmen.

„Neuge“ ein absoluter Glücksgriff

Den Schlüssel des Erfolgs sieht Janke im Übrigen im gesamten Verein: „Es ist das Ergebnis der Entwicklung des Vereins in den vergangenen Jahren, vor allem durch unsere gute Jugendarbeit. Aber auch die Besetzung von Positionen im Umfeld mit fähigen und kompetenten Mistreitern spielt eine große Rolle. Durch gezielte Neuzugänge haben wir uns zudem optimal verstärkt, auch was die Breite im Kader angeht. Viele junge Spieler haben sich super entwickelt. Als Hauptschlüssel des Erfolgs sehe ich besonders die mannschaftliche Geschlossenheit, gepaart mit Charakterstärke über die gesamte Saison.“ Kein unwesentlicher Faktor war auch die Installation des Hessenliga-erfahrenen Markus Neugebauer, der an Jankes Seite gleichgestellter Trainer ist. Auch zu dieser Personalie hat Janke eine klare Meinung: „Wir haben vor der Saison bewusst einen spielenden Co-Trainer gesucht, der die jungen Spieler auf dem Platz führt. ‚Neuge‘ ist ein absoluter Glücksgriff für den Verein. Mit seiner professionellen Einstellung und seiner Art, Fußball zu spielen, hat er uns noch einmal erheblich verbessert. Als Trainerteam ergänzen wir uns optimal, wir treffen alle Entscheidungen immer gemeinsam.“

Unterm Strich war die Dominanz der Limburger, die mit dem SV Mengerskirchen lange Zeit einen ernsthaften Konkurrenten hatten, für den Rest der Liga erdrückend. 30 Siege aus 36 Spielen bei einer Tordifferenz von 143:40 sprechen für sich.

Doch wie sehen die Ziele für die anstehende Gruppenliga-Saison 2022/23 aus? Janke ist Realist, vertraut aber auf die Stärke seiner Mannschaft: „Uns ist klar, dass diese Spielklasse ein Haifischbecken ist, aber wir wollen versuchen, uns zu etablieren. Aufgrund der Beispiele anderer Vereine, wie Selters oder Würges, sind wir aber gewarnt. Da wir eine junge, eingespielte, charakterstarke und vor allem entwicklungsfähige Mannschaft sind und uns weiter verstärkt haben, dürfen wir optimistisch sein.“ Beim Blick auf die allgemeine Situation beim VfR 07 darf nicht außer Acht gelassen werden, dass auch die 2. Mannschaft als Meister in die A-Liga aufgestiegen ist. Die Richtung stimmt also. In und um Limburg dürfen die Verantwortlichen zurecht stolz sein.

Die Limburger Saison in Fakten:

■ Beste Offensive (143 Tore)

■ Beste Defensive (40 Gegentore)

■ Keine Heimniederlage (16 Siege, 2 Unentschieden)

■ Beste Torschützen: Henos Tesfai (32 Tore), Simon Neugebauer, Soltan Qurbani (beide 21 Tore), Leon Gering (20 Tore)

■ Beeindruckende Serien: Zweimal 13 Siege am Stück (jeweils in Hin- und Rückrunde)

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