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VfB Ginsheims Chefcoach Artur Lemm (li.) und ?Co? Matthias Güldner mussten in Griesheim lange um die drei Punkte für ihr Team bangen.

Viel Arbeit für VfB, Nachspiel für Viktoria

Kritik über die Fehler, aber auch Freude über den Siegeswillen herrscht bei Fußball-Hessenligist VfB Ginsheim nach dem 4:3-Derbysieg in Griesheim. Die Partie hat noch ein Nachspiel.

Rückschläge wegstecken, Widerstände überwinden: Diese Erfordernisse thematisierte Artur Lemm in der vorigen Trainingswoche des Fußball-Hessenligisten VfB Ginsheim. Vorbeugen wollte der Trainer mit Blick auf die unnötigen Heimniederlagen gegen Baunatal (1:2) und Bad Vilbel (0:1), dass sich diese Negativerlebnisse zum Trend verfestigen. Umso mehr freute es ihn, dass sein Team am Freitagabend bei Viktoria Griesheim trotz zweimaligen Rückstands einen 4:3-Sieg erkämpft hat (wie berichtet): „Wir haben über 90 Minuten Rückschlag auf Rückschlag bekommen – und sind jedes Mal wieder zurückgekommen.“

Das Derby entwickelte sich zu einer furiosen Hochspannungspartie, obwohl Griesheim ab der 39. Minute in Unterzahl spielte. „Das war kein Spiel, wie sich das ein Trainer wünscht“, sagte Lemm und zählte auf: „Sehr hektisch, sehr fehlerbehaftet – und von den drei Gegentoren haben wir zwei quasi geschenkt.“ Lemm nennt Griesheims 2:1-Führung, als sich Jonas Dawit und Torhüter Lukas Langenstein darauf verlassen hätten, dass der jeweils andere den in den Strafraum fliegenden Ball sichert. Und Viktoria-Stürmer Pascal Stork köpfte die Kugel vorbei an Langenstein, der auf halbem Weg verharrt war. „Wir haben auch viel zu viel gefoult um den Strafraum herum“, sagte Lemm. Freistöße aus gefährlich naher Distanz waren die Folge. Eine dieser Chancen nutzte Stork zum 3:2.

Ab Mitte der zweiten Hälfte, als beim SC Viktoria langsam die Kräfte schwanden, kam der VfB wiederholt zu Kontern. „Die haben wir viel zu schludrig ausgespielt“, so Lemm. Ob der Fülle jener verheißungsvollen Angriffe „hätten wir sechs, sieben Tore schießen müssen“. Es gebe also viel zu tun in dieser Woche. Doch fand Lemm auch Lobenswertes am Auftritt seiner Elf: „Wir haben Herz gezeigt.“

Übrigens, für Griesheim hat das Derby ein Nachspiel. Als das Schiedsrichtergespann nach dem Abpfiff in die Kabine wollte, habe sich ihm ein Zuschauer in den Weg gestellt, so Ginsheims Sportlicher Leiter Marcus Spahn. Dieser Besucher sei dann plötzlich umgefallen und behaupte, Referee Volker Höpp habe ihn getreten. Höpp habe angekündigt, einen Sonderbericht schreiben zu wollen.

In der Absicht, dem Bundesliga-Start aus dem Weg zu gehen, hatten sich Viktoria und VfB für Freitag entschieden. „Da war es natürlich blöd, dass später auch das Spiel von Darmstadt 98 auf Freitag gelegt wurde“, so Spahn. Auch deshalb kamen wohl nur gut 200 Zuschauer ins Hegelsbergstadion. Dass auf dem Festplatz nebenan Auftakt der Griesheimer Kerb war, tat der Resonanz gewiss auch nicht gut. dirk

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