Auch in Münster ruht derzeit der Handball. foto: dpa
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Auch in Münster ruht derzeit der Handball.

Jugend-Bundesliga und Oberliga

Viele offene Fragen für Münsters Handballer

  • Volker Hofbur
    vonVolker Hofbur
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Halle ist kaputt und Entscheidungen stehen an

Münster -Am Freitag wird der Jugendausschuss des Deutschen Handball-Bundes entscheiden, wie es mit der Jugend-Bundesliga weitergehen soll. "Das wird eine schwierige Entscheidung", ist sich Stefan Dobhan, Abteilungsleiter der TSG Münster, sicher. Er glaubt, dass seine A-Jugend keine Chance hat, das Viertelfinale zu erreichen, da nur noch die beiden Erstplatzierten der Gruppen - normal sind es die ersten Vier - in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft kommen sollen. Da haben die Münsterer mit sieben Minuspunkten in den nur noch verbliebenen drei Spielen keine Chance mehr.

Der Deutsche Handball-Bund hatte eine Umfrage bei den Vereinen gestartet, ob sie im Training sind. Dabei wurde allerdings vergessen zu fragen, wie lange sie bereits trainieren. Dies ist ja entscheidend, um wirklich zu erfassen, wie realistisch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist. "Das stand nicht drin", erklärte Stefan Dobhan, "wir hatten uns für einen Wiedereinstieg ab dem 15. April ausgesprochen. Doch jetzt haben wir eine neue Pandemielage. Aber der Verband begründet die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, um den Handball in der Öffentlichkeit halten zu können. Das wurde so klar kommuniziert. Drei Szenarien standen zur Auswahl".

Dabei war die Reaktion der Vereine eindeutig. Der Norden hat geschlossen für einen Abbruch der Saison plädiert. "Auch die Teams in Gummersbach und Essen haben klar dargestellt, dass bei ihnen ein Trainingsbetrieb und somit auch ein Spielbetrieb nicht möglich ist", erklärte Dobhan, "es ist ganz schwer einzuschätzen, wie es läuft. Auch bei uns ist der Wunsch da, den Jungs, die die ganze Zeit im Training arbeiten, noch Spiele zu ermöglichen. Nach derzeitigem Plan hätten wir noch drei Spiele, können aber nicht mehr Zweiter werden. Offen ist auch, wie die Qualifikation für die kommende Saison geregelt wird".

Und als wenn das alles noch nicht schlimm genug wäre, vermeldet Dobhan, dass seine Jugendmannschaft derzeit keine Halle zum Trainieren hat. "In der Eichendorffhalle hat sich der Boden gewölbt. Das habe ich beim Kreis reklamiert", erklärt der Abteilungsleiter, "es wurde ausgebessert, aber dann fehlte ein Stück von der Mittellinie, und es schauten Schrauben aus einem Deckel raus. Als ich das erneut reklamiert habe, wurde festgestellt, dass unter dem Boden Wasser steht. Das hat ein Ausmaß angenommen, dass wohl Bausubstanz bedroht ist. Es muss geschaut werden, ob Schimmelbefall vorliegt. So wurde die Halle für zwei Wochen gesperrt". Damit können auch die A-Jugendhandballer der Münsterer nicht trainieren, denn sie brauchen eine Halle, in der Harz zugelassen ist. Das gilt beispielsweise für die Waldsporthalle nicht. "Wir haben in Hattersheim nachgefragt, ob wir in die Eckel-Halle dürfen, doch hat uns das die Stadt aus Pandemiegründen verweigert", berichtet Dobhan, "nun kümmern wir uns darum, ob wir in die Kreissporthalle kommen. Aber auch für sie brauchen wir ein Hygienekonzept".

Davon betroffen sind auch die Oberliga-Handballer der TSG Münster, die die Aufstiegsrunde zur Dritten Liga spielen wollen. Am Dienstag hat Dobhan die Unterlagen abgeschickt, bis zum Mittwoch, 31. März, müssen die Meldungen beim Verband eingegangen sein. Sie beinhaltet eine Meldung für eine Halle mit der Erlaubnis von Harz des Hallenbetreibers, die Unterschrift des Vereins-Vorsitzenden, eine Bürgschaft von 10 000 Euro und die Nennung eines Hygienebeauftragten. Volker Hofbur

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