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Spieler mit Vorwärtsdrang, und das nicht nur in der Halle: Der Limburger Marc André Sawall im roten Trikot des SC 80 Frankfurt.

Hockey

Vielseitig in Bewegung

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Am heutigen Freitag endet das Hockey-Jahr für Marc André Sawall und den SC 80 Frankfurt mit der Hallen-Bundesliga-Partie beim TSV Mannheim.

Marc André Sawall ist mehr der Bewegungstyp. Eine Sportart alleine reicht ihm jedenfalls nicht. Und so spielt er nicht nur Hockey für den Hallen-Erstligisten SC 80 Frankfurt, sondern mischt auch beim RSV Weyer in der Gruppenliga Wiesbaden noch als Fußballer mit – zumindest wenn das der Zeitplan zulässt.

Auf dem Niveau, auf dem der 23 Jahre alte Limburger Hockey spielt, ist das ein ziemlich aufwendiges Hobby. Zweite Liga auf dem Feld plus Erste Liga in der Halle reißt Sawall neben dem Studium an der Fachhochschule in Frankfurt noch ab – bedeutet dreimal pro Woche Training. Dazu kommen die Spieltage – nicht selten stehen zwei Partien an einem Wochenende an. Und um die Ecke spielt man in der Bundesliga auch nicht immer, sondern gerne mal in Berlin, München, Nürnberg oder Stuttgart. Da ist so ein Wochenende ganz schnell vorbei.

Marc André Sawall, der neben dem Fußball auch mal Tischtennis ausprobiert hatte, kam über die Schul-AG zum Hockey. „Alles, was mit Ballsport zu tun hat, klappt bei mir eigentlich ganz gut“, sagt er dazu. Beim Limburger HC landete er gleich in der Mannschaft von Ekkhard Schmidt-Opper, dem zweimaligen Olympia-Teilnehmer, der als Spieler Deutscher Meister mit dem LHC (1984) und dem SC 80 (1989) war. Der trainierte dort auch seinen Sohn Anton Schmidt-Opper, mit dem Marc André noch heute zusammenspielt.

„Ich war so zehn oder elf, als ich zum Hockey gekommen bin, und es lief gleich ganz gut. Später war ich auch in der Hessenauswahl. Als wir 15 waren, kam die Idee auf, dass Anton und ich nach Frankfurt wechseln“, erinnert sich Marc André. So etwas ist nicht ohne Brisanz: Die Rivalität Limburgs zum SC 80 Frankfurt ist groß, beide gehören in Hessen zu den Top-Vereinen und machen seit Jahren viele Junioren-Meisterschaften unter sich aus. Für Sawall war der Wechsel ein logischer Schritt: „Es war aber klar, dass in Frankfurt professioneller gearbeitet wird und die Möglichkeiten im Leistungssport größer sind. Wir haben die Perspektive Erste oder Zweite Liga gesehen – und das war unser Ziel.“

In der Fahrgemeinschaft mit den Schmidt-Oppers und später als Pendler riss Marc-André Sawall also einige Kilometer ab zwischen der Heimat an der Lahn und der Feldgerichtstraße im Herzen Frankfurts. Als er der Jugend entwuchs, war die Perspektive Leistungssport noch immer gegeben – er wurde gleich in den Kader der Ersten Mannschaft übernommen. Trainer war Erik Koppenhöfer; der spätere Coach Nicklas Benecke war damals noch Teamkollege. Dazu kam mit Antons älterem Bruder Moritz Schmidt-Opper ein weiterer Limburger.

Wenn der Bruder ruft . . .

Fußball spielte Marc-André zunächst weiter zu Hause beim TuS Linter in der Kreisliga A und B. Erst diesen Sommer entschied er sich für einen Wechsel nach Weyer. Dabei bildet er inzwischen zusammen mit seinem Teamkollegen Constantin Lenz eine Wohngemeinschaft in Frankfurt – es darf also weiter viel gefahren werden. Sein vier Jahre älterer Bruder Tim Maurice hatte den Sprung nach Weyer und zwei Klassen höher schon vor ihm geschafft. „Wenn er will, dass man mit ihm spielt, kann er einen schon überzeugen“, sagt Marc André mit einem Schmunzeln. Und dass er ja selbst sehr gerne mit dem Bruder zusammenspielt. Trotz der vielen Hockey-Termine hat er es übrigens auf mehr als zehn Startelf-Einsätze in der Gruppenliga gebracht. „Fußball ist eher nur Spaß, das geht nur, wenn kein Hockey ist. Der Verein weiß aber, dass Hockey für mich die Nummer eins bleiben wird.“

Bei den „80ern“ ist Marc André, der seinen Spitznamen „Maggi“ bereits in der Grundschule verpasst bekam, mit knapp 24 Jahren schon einer der Routiniers im Team. Das sah man zuletzt vor allem auf dem Feld, wo er neben Moritz und Anton Schmidt-Opper sowie Jan Werner nicht nur in Sachen körperliche Präsenz hervorstach. In kritischen Situationen Verantwortung zu übernehmen – sei es in der Verteidigung oder mit energischen Vorstößen – , gehört zu Sawalls Spiel genau wie eine feine Technik und das Coachen der Nebenleute.

Kein Wunder, dass er schon ganz erfolgreich die A-Mädchen trainiert. „Ich bin ja auch schon seit einer Weile im Mannschaftsrat und bemühe mich natürlich, den Jüngeren etwas von dem zurückzugeben, was ich am Anfang von den Älteren bekommen habe. Ich hatte ja Glück, immer mit sehr guten Spielern trainieren zu dürfen und viel lernen zu können.“

Glück ist es auch, in dieser Mannschaft zu spielen, findet Marc André Sawall, der „am liebsten mit dem SC 80“ unbedingt noch einmal in der Ersten Liga auf dem Feld spielen will. Die Chancen, sagt er, seien gut: „Von der Besetzung waren wir die letzten Jahre immer gut, aber diese Truppe hat wirklich eine realistische Chance. Wir wollen in der Halle den Klassenerhalt schaffen und uns dann noch einmal aufraffen und alles dafür tun.“

Zumal bei ihm im Februar die Bachelor-Thesis (die wissenschaftliche Arbeit zum Abschluss des Studienganges) fertig wird und er sich ein Master-Studium in Frankfurt ebenfalls gut vorstellen kann. „Der SC 80 ist ein sehr familiärer Verein, da fühlt man sich leicht zu Hause. Ich hätte nichts dagegen, hier noch eine Weile zu spielen.“ Am liebsten halt noch eine Klasse höher.

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