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Letztmals durften Gabriel Leber (links) und seine Eisbachtaler Sportfreunde in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zu Hause gegen Hassia Bingen ran. Nun stehen zumindest die Szenarien fest, wie es nach der corona-bedingten Zwangspause weitergehen könnte.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Vier Szenarien für die Eisbachtaler Sportfreunde

Dass bei den Eisbachtaler Sportfreunden der Ball in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zum vorerst letzten Mal gerollt ist, ist mittlerweile mehr als fünf Wochen her. Jetzt hat der Fußball-Regionalverband (FRV) Südwest vier Szenarien für die Fortsetzung der Saison vorgelegt.

VON ANDREAS EGENOLFKurz nach der 1:3-Heimniederlage der Eisbachtaler Sportfreunde in Nentershausen gegen Hassia Bingen haben die steigenden Corona-Fallzahlen Ende Oktober bundesweit den Spielbetrieb im Amateurbereich wieder zum Erliegen gebracht – mittlerweile für das komplette Restjahr 2020.
Doch wie geht es in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse weiter? Der Regionalverband Südwest, in dessen Zuständigkeit die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar fällt, hat nunmehr vier Szenarien ausgearbeitet, wie es funktionieren könnte – oder auch nicht.
Szenario eins: Bis 14. Januar ruht der Spielbetrieb ohnehin. Wenn  es die Verfügungs- und Corona-Lage im Anschluss zulässt, dann könnte Ende Januar der Ball wieder rollen in der Nord- und Süd-Staffel. Sollte es zu keiner corona-bedingten Pause mehr kommen, könnten mit mehreren englischen Wochen zunächst die noch ausstehenden Hin- und Rückspiele der beiden Zwölfer-Staffeln ausgetragen werden. Anschließend würde es in die Aufstiegsrunde mit den sechs bestplatzierten Teams beider Staffeln und in die Abstiegsrunde mit den sechs schlechtestplatzierten Teams aus Nord und Süd gehen. Hier würden die ehemaligen Teams der Nord-Staffel in Hin- und Rückrunde jeweils gegen die sechs Mannschaften der ehemaligen Süd-Staffel spielen, gegen die es bisher noch keine Duelle gegeben hat. Dann würde die Saison 2020/21 am ersten Juni-Wochenende ihr Ende finden. Alle Mannschaften hätten 34 Spiele absolviert (22 in den Staffeln, zwölf in der Auf- oder Abstiegsrunde).
Szenario zwei: „Wenn wir erst später anfangen können, bestünde die Möglichkeit diese Play-off-Runde nur einfach zu spielen“, erklärt FRV-Geschäftsführer Oliver Herrmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Das würde bedeuten, dass die Nord- und Süd-Staffeln zunächst komplett ausgespielt werden mit Hin- und Rückrunde (jeweils 22 Spiele pro Mannschaft). In der Aufstiegs- oder Abstiegsrunde müssten die Teams nur einmal gegen die sechs Mannschaften antreten, gegen die sie bisher noch nicht gespielt haben. Alle Mannschaften hätten so insgesamt 28 Spiele auf dem Konto.
Szenario drei: „Sollten wir noch deutlich später anfangen oder noch einmal unterbrechen müssen, dann könnten wir auch nur die Staffeln ausspielen“, so Herrmann. Die Nord- und Süd-Staffeln könnten so entweder als einfache Hinrunde (elf Spiele pro Team) oder als Hin- und Rückrunde (22 Partien) gespielt werden. Am Ende würden beide Staffeln unter Beachtung der Quotientenregelung zusammengerechnet werden und somit die Auf- und Absteiger sowie der Relegationsteilnehmer zur Regionalliga Südwest ermittelt werden. Die vor der Saison angepasste Spielordnung ließe nach Angaben von Oliver Herrmann auch ein solches Szenario zu. Für die Eisbachtaler Sportfreunde würde diese Variante aktuell Platz 21 bedeuten – von 24 Mannschaften. Bei bis zu acht Absteigern müssten die „Eisbären“ in diesem Fall zurück in die Rheinlandliga.
Szenario vier: Wenn die Corona-Pandemie gar keinen Fußballspielbetrieb mehr bis zum Sommer 2021 zulässt, dann besteht auch die Möglichkeit, dass die aktuelle Saison nicht gewertet wird. In diesem Fall würde es keine Absteiger aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar geben, gleichzeitig würden keine Aufsteiger aus den drei Verbandsligen in die fünfte Liga aufgenommen werden. Lediglich in Richtung Regionalliga Südwest könnte eine Mannschaft aufsteigen, wie Oliver Herrmann erklärt: „Wir würden sicherlich nicht darauf verzichten, jemanden hochzuschicken.“ Szenario vier hält der FRV-Geschäftsführer für das unwahrscheinlichste, da in beiden Staffeln nahezu die Hälfte der 22 Spiele bereits stattgefunden haben und hier bereits die Vorrunde mit elf Spielen für eine Wertung ausreichen würde. „Da sollte sich die vorausschauende Aufteilung in zwei Zwölferstaffeln vor Saisonbeginn auszeichnen“, hofft Herrmann.
Im Juni muss die Runde beendet sein
Generell müsste der Spielbetrieb in den Szenarien eins bis drei bis Ende Juni, besser noch bis Anfang Juni, über die Bühne gehen, damit beispielsweise auch ein möglicher Relegationsteilnehmer für die Aufstiegsspiele mit dem Vertreter der Hessenliga und der Oberliga Baden-Württemberg zur Regionalliga Südwest gemeldet werden könnte. Zudem brächte eine Verlängerung über den 30. Juni hinaus vertragliche Probleme für die Oberliga-Vereine mit ihren Spielern mit sich.

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