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Anouar Ddaou steht jetzt in Diensten von DJK Bad Homburg.

Fußball, Hochtaunus

Ein Visionär für die Jugend: DJK Bad Homburg setzt auf Anouar Ddaou

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DJK Bad Homburg hat erstmals einen Sportchef für seine mehr als 400 Nachwuchsspieler installiert. Dabei arbeiten zwei alte Bekannte künftig zusammen.

Jürgen Jänsch und Anouar Ddaou - zwei, die sich seit nunmehr 15 Jahren kennen und schätzen. Nicht zuletzt durch die Organisation und Durchführung von Fußball-Camps im Nachwuchsbereich. Und sich auch dann nicht aus den Augen verloren haben, als der heute 39-jährige Ddaou vor ein paar Jahren beim SV Wehen Wiesbaden Trainer der U17-Fußballer wurde und im Anschluss für fünf Jahre erfolgreich als hauptverantwortlicher Coach der U16- und U17-Bundesligateams von Eintracht Frankfurt tätig war.

Vor wenigen Wochen fanden Jänsch - als Jugendleiter der DJK Bad Homburg - und der einst beim Gruppenligisten TSG Wörsdorf aktive und in Idstein wohnende Anouar Ddaou am Kirdorfer Wiesenborn "richtig" zusammen. "Jürgen Jänsch hat mich sozusagen eingestellt", verweist der Mann mit marokkanischen Wurzeln auf seine Wahl zum erstmals installierten "Sportlichen Leiter Jugend".

Eine solche Aufgabe habe ihn "schon immer sehr, sehr gereizt", wie der Visionär unumwunden eingesteht. Ddaou ist Jänsch faktisch unterstellt und zeichnet für die strategische Ausrichtung des kompletten Nachwuchsbereichs unter dem DJK-Dach verantwortlich - von der G-Jugend (mit zwei Mannschaften vertreten), über die F- (2), die E- (3), D- (3) bis zur C- (2) und B-Jugend (1) sowie drei Mädchenteams. Eine A-Jugend stellt die DJK derzeit nicht. Dass Ddaous Aufgabenprofil sich nicht auf den Nachwuchs ausschließlich beschränkt, belegt seine zusätzliche Funktion, auch den Übergang vom Jugend- ins Seniorenalter zu begleiten.

"Summa summarum sind es 420 Nachwuchsspieler - davon 50 Mädchen - und rund 20 Trainer, denen ich eine einheitliche Spielphilosophie mit auf den Weg geben möchte." Die Zielsetzung sei dabei klar umrissen, sagt Ddaou: "Wir wollen uns künftig von den anderen Vereinen des Kreises im Nachwuchsbereich absetzen und erhoffen uns davon Wettbewerbsvorteile, die sich nicht zuletzt auch auf unseren Seniorenbereich auswirken sollen." Dazu gelte es für die Mannschaften, die Spieler und deren Trainer Konzeptionen zu entwickeln. Diese sieht die Fortbildung der Nachwuchstrainer, aber auch die Entwicklung eines Scouting-Systems. "Auch wie trainiert wird, wie gespielt wird, all das ist für mich wichtig", sagt Ddaou.

Fernziel Jugend-Hessenliga

Für Schnellschüsse, die "ohnehin für die von uns angestrebte Entwicklung kontraproduktiv sind", sei er nicht zu gewinnen. Und so spricht Ddaou stattdessen von einem Drei- bis Fünfjahresplan, bis die Neuausrichtung erste Früchte tragen soll. Konkret heiße dies, dass die DJK bis dahin nach Möglichkeit in allen Jugend-Alterskategorien auf Bezirksebene vertreten sein sollte. Fernziel sei es, irgendwann den Nachwuchs in der Hessenliga um Punkte spielen zu sehen.

"All das geht natürlich nicht über Nacht, sondern bedarf geduldiger und akribischer Arbeit", weiß Ddaou. Zumal man aktuell kein Jugendteam oberhalb der Kreisgrenze im Einsatz habe. Dass eine A-Jugend derzeit nicht mit dem Trikot der DJK im Einsatz ist, bewertet der 39-Jährige nicht negativ: "Nein, das bereitet mir kein Kopfzerbrechen - weil mir lieber ist, dass wir momentan ohne A-Jugend dastehen, als wenn uns die Allerkleinsten fehlen würden."

Ddaou bemüht den Vergleich zu einem Tannenbaum: "Es ist für einen Verein und dessen Zukunft immer von außerordentlichem Vorteil, wenn der Unterbau mit den jüngsten Nachwuchsteams am breitesten ist und sich das Ganze von unten nach oben verschlankt." Und die DJK habe einen solch "tollen Unterbau".

"Gut geführter Verein"

Nach wenigen Wochen im neu geschaffenen Amt, kann der Idsteiner bereits ein positives Zwischenfazit ziehen: "Zuallererst ging und geht es für mich darum, mir einen Gesamtüberblick zu verschaffen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die aktuelle Situation im Nachwuchsbereich gestaltet - quasi um eine erste Wasserstandsmeldung zu erhalten." Die DJK sei ein "richtig gut geführter Verein, ein gesunder Verein, der von fähigen Leuten geführt wird und bei dem man etwas bewegen kann."

In den kommenden Monaten werde er "sich vieles anschauen, regelmäßig zu Training oder Spiel am Platz sein, mitanpacken". Er wolle "an mehreren Schrauben gleichzeitig drehen, um sich im April oder Mai zusammenzusetzen und auszuloten, wie bis dahin so manches Neue umgesetzt ist. "Schließlich wollen wir uns ja", bekräftigt Ddaou, "beim Nachwuchs für die Saison 2020/21 zu optimieren beginnen."

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