+
Einstimmung auf die heutige Regionalliga-Partie gegen den TSV Stadecken-Elsheim: HTG Bad Homburgs Trainer Jens Völkel.

Volleyball

HTG-Trainer Jens Völkel zieht Zwischenbilanz

Die Regionalliga-Volleyballdamen der HTG Bad Homburg empfangen in der Südwest-Staffel heute Abend um 19.30 Uhr Rheinland-Pfalz-Vertreter TSV Stadecken-Elsheim. TZ-Reporterin Romina Kunze unterhielt sich mit HTG-Trainer Jens Völkel.

Seit dieser Saison spielen Sie mit Ihrem Team in Deutschlands vierthöchster Liga. Wie hat sich der Aufwand, den Sie betreiben müssen, geändert?

JENS VÖLKEL: Die Regionalliga ist die erste Liga außerhalb des hessischen Landesverbandes . Dadurch läuft sie unter dem Dach des Regionalverbandes beziehungsweise des DVV (Anm. d. Red.: Deutscher-Volleyball-Verband). Die Regionalliga hat eine ganz andere Struktur als die Oberliga. Neben dem zeitlichen Aufwand durch die weiteren Anfahrtswege ändert sich auch der finanzielle Aspekt. Alleine schon durch eine andere Regelung des Schiedsgerichts. Während in der Oberliga der Verband lediglich den Ersten Schiedsrichter stellt, der Rest über den ausrichtenden Verein geregelt wird, werden in der Regionalliga alle Schiedsrichter samt Schreiber gestellt.

Inwiefern äußert sich das hinsichtlich des finanziellen Aspekts?

VÖLKEL: Durch diese Regelung müssen alle Vereine eine Pauschale in einen Verbandstopf für Schiedsrichter einzahlen. Außerdem muss man als Verein einen bis zwei Schiedsrichter diesem Topf zur Verfügung stellen. Das war für uns schon eine Herkulesaufgabe, da es nicht viele Leute gibt, die das machen wollen oder zeitlich können. In unserem eigenen Verein sind wir nicht fünfig geworden, aber wir konnten uns glücklicherweise mit einem anderen einigen, was nicht unüblich ist. Es gibt also finanziell schon mehr Hürden, die man bewältigen muss. Im Volleyball verläuft das Finanzielle im Vergleich zum Fußball aber eher moderat.

Welche Auflagen oder Regularien gibt es sonst noch für die Regionalliga?

VÖLKEL: In puncto Hallenausstattung ist nun mehr zu beachten als noch in der Oberliga. Aber das ist bei uns kein Thema. Da sind wir bei der HTG mit dem Feri-Sportpark sehr gut aufgestellt.

Stichwort Feri-Sportpark: Wie sieht es mit dem Zuschauerzuspruch aus?

VÖLKEL: Wir freuen uns grundsätzlich schon über unsere Zuschauerzahlen. Die hängen immer etwas vom Spieltag ab – mal kommen mehr, mal weniger. Meist sind es aber schon Zuschauer aus dem Freundeskreis der Damen I. Das war letzte Saison schon so. Jetzt kommt vielleicht der ein oder andere mehr, weil eben auch die jeweilige Gastmannschaft so manchen Fan mitbringt. Über noch ein bisschen mehr Zuspruch würden wir uns aber natürlich trotzdem freuen, wie es etwa in Metropolregionen wie in Wiesbaden ist. Darum bemühen wir uns auch über Werbung in eigener Sache.

Wie sieht’s mit Sponsoring aus? Gelingt es der HTG, Sponsoren an Land zu ziehen? Wie professionell läuft das?

VÖLKEL: Über die Werbung, die wir betreiben, also via Facebook oder unserer Homepage, die wir mit möglichst vielen Beiträgen und Bildern bestücken, wollen wir natürlich auch Sponsoren gewinnen. Allerdings primär im Damen-I-Bereich und vorrangig in Sachen Ausrüstung. Da haben wir zwei namhafte Sponsoren für Trikots, Hosen, Pullis und Ähnliches.

Also durchaus große Namen?

VÖLKEL: Ja, größere Konzerne. Aber man darf sich davon nicht irreführen lassen: Es hält sich alles in kleinerem Rahmen. Und passiert alles per Eigeninitiative. Einer kennt einen anderen und so weiter. Es geht definitiv um keine Riesenbeträge, die wir erhalten. Es ist aber natürlich leichter mit einem großen Sponsor, als mit vielen kleinen.

Wie darf man es sich im Damenvolleyball generell vorstellen: Ab welcher Liga trifft man auf Profi-Spielerinnen – kann man damit Geld verdienen.

VÖLKEL (lacht): In Deutschland bestenfalls in der Ersten Liga. Aber selbst dort nicht durchgängig. Seltene Ausnahmen gibt’s auch in der Zweiten Liga. So oder so, kann man aber in Deutschland nur vom Volleyball nicht leben. In anderen Ländern, etwa in Italien, ist das vielleicht anders.

Mit dem TSV Stadecken-Elsheim kommt heute der letzte Gast des Jahres in den Feri-Sportpark. Ein Jahr, das gewiss sehr erfolgreich für Sie ist, oder?

VÖLKEL: Ja, mit 2018 und der Entwicklung, die meine Mannschaft genommen hat, bin ich sehr zufrieden. Ich denke, wir haben die Oberliga ganz ordentlich abgeschlossen, auch wenn wir mit der Relegation, so wie sie gelaufen ist, sicherlich etwas Glück hatten. So glücklich der Aufstieg in die Regionalliga auch war, so unglücklich lief es hinsichtlich der Kaderplanung. Aber ich denke, wir haben gut reagiert und über eine solide Saisonvorbereitung prima zueinander gefunden. Die Herausforderung, sich auf das schnellere Spiel und die neuen Mannschaften der Regionalliga einzustellen, ist uns auch gelungen. Ich bin stolz darauf, dass wir da stehen, wo wir stehen.

Wo ist noch Luft nach oben?

VÖLKEL: Drei wesentliche Punkte, an denen wir weiter arbeiten wollen, sind die Fußarbeit, die Konstanz und die Cleverness. Allerdings wächst Gras auch nicht schneller, wenn man dran zieht. Deshalb sind Fehler auch erlaubt. Nur wollen wir schauen, die Fehler ohne Druck mehr einzudämmen.

Was auch wichtig sein wird im Hinblick auf Stadecken-Elsheim . . .

VÖLKEL: Ich denke, Stadecken-Elsheim ist als Mannschaft ausgeglichener und stärker als Saarlouis zuletzt, das eher über starke Individualisten kommt. Deswegen wollen wir heute möglichst viel Druck ausüben und stabil bleiben, was die Leistungskurve und Konstanz angeht. Wir haben in dieser Woche gut trainiert. Drum bin ich zuversichtlich, dass uns einiges gelingen wird und wir einen versöhnlichen Jahresabschluss haben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare