Den Volleyballerinnen der HTG flattern die Nerven – 2:3

Wenn der Trainer den Psychologen herauskehren muss: An dieser „Doppelbelastung“ wird es für Coach Roger Tschenett jetzt erst mal kein Vorbei geben.

Das Netz ist zurzeit wahrlich nicht der Freund von HTG Bad Homburgs Volleyballdamen. Mit 2:3 (19:25, 26:24, 25:22, 23:25, 12:15) musste das Team von Trainer Roger Tschenett am Samstagabend gegen die TS Bischofsheim die zweite Niederlage in Folge hinnehmen und rutschte innerhalb des Zehnerfeldes auf Rang sieben ab. Mit Aufstiegsambitionen in die Saison eingestiegen, gilt es in den kommenden Wochen erstmal, sich den Rücken frei zu halten.

„Die Verunsicherung, die meine Mannschaft befallen hat, lässt sich nicht leugnen“, verrät Coach Tschenett, „uns gelingen die einfachsten Bälle nicht, und das zieht jede Einzelne runter. Die Angst, Fehler zu machen, blockiert. Offenbar ist der Druck von außen, die Mannschaft auf einen Aufstieg in die Regionalliga einzuschwören, für die meisten zu groß.“

Trainer revidiert Ziel

Tschenett vollzieht nun eine Kehrtwende: „Ganz gleich, auf welchen Tabellenplätzen wir in den kommenden Wochen stehen werden: Das Wichtigste ist, die vorhandene Qualität wieder aufs Feld zu bringen – ohne Druck von außen.“

Kurzfristig hatte der HTG-Trainer umdisponieren müssen. Zwar konnte er wieder auf die aus dem Urlaub zurückgekehrte Außenangreiferin Marta Dabrowska zurückgreifen, dafür musste Melanie Auz die Waffen strecken – eine Oberschenkelzerrung – so dass Carolin Köppe statt anzugreifen die Libero-Position übernehmen musste.

Die HTG-Damen kamen gut ins Spiel (4:0), schienen das letztwöchige 0:3 in Bad Soden aus den Armen schmettern zu wollen. Bis sich Mitte des ersten Satzes mehr und mehr Unsicherheiten einschlichen, „meist mit Angriffsfehlern und einem Folgefehler dann in der Annahme“, musste Tschenett mit ansehen, wie sich die Führung in einen Rückstand verkehrte und der Satz an die aufschlagstarken Gäste ging.

Im zweiten Durchgang lief es genau umgekehrt: ein Drei-Punkte-Rückstand, dann Steigerung und Führung. „Mit etwas Glück konnten wir mit 26:24 zum 1:1 ausgleichen“, sagte der HTG-Coach. Im dritten Satz beobachtete er eine leichte Aufwärtstendenz. Da führten seine Damen bereits mit 22:17, wackelten noch einmal beim 23:22, um dann aber mit 25:22 die 2:1-Satzführung zu übernehmen. Der Fehlerteufel kehrte jedoch im vierten Durchgang zurück, und nach 19:23-Rückstand und einer Aufholjagd zum 23:24 bedeutete eine verschlagene Angabe das 23:25 – Tiebreak. Das Kartenhaus, das sein Team mit zwei gewonnenen Sätzen aufgestellt hatte, riss es im fünften Satz selbst wieder ein. Tschenett: „Nach dem Wechsel gerieten wir vom 6:8 vorentscheidend zum 6:10 in Rückstand. Wir haben ohne Mut, nicht konsequent, zu blauäugig gespielt. Schade, dass Bischofsheim und nicht wir keinen einzigen Ball verloren gab.“

HTG: Bernius, Beyrich, Dabrowska, Moosbrugger, Scholl, Köppe, Teso, Cepe, Guschel, Limmer, Edmaier. gg

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