Die Hadamarer Meister-Elf von 2011.
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Die Hadamarer Meister-Elf von 2011.

Fußball-Hessenliga

Vor zehn Jahren bestieg die Spvgg. Hadamar den Olymp

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Auf den Tag genau vor zehn Jahren betrat die damalige Spvgg. Hadamar - später SV Rot-Weiß - die Belétage der Amateurfußballer und stieg aus Meister der Verbandsliga Mitte in die Hessenliga auf. Dort spielt das Team von der Faulbacher Straße bis heute keine unbedeutende Rolle. Rot-Weiß-Pressesprecher Hans Reichwein erinnert sich.

Am heutigen Samstag, dem 29. Mai, jährt sich zum zehnten Mal der Tag des Aufstiegs der Spvgg. Hadamar, dem Vorgängerverein des heutigen SV Rot-Weiß Hadamar, in die Fußball Hessenliga . Mit einem 1:0 Heimsieg im letzten Spiel der Saison 2010/11 gegen den damaligen Rivalen in der Verbandsliga Mitte, den VfB Gießen (heute FC Gießen), war es ein Saisonfinale, wie es kein Drehbuch hätte besser schreiben können.

Vor der für Hadamarer Verhältnisse imposanten Kulisse von circa 1500 Besuchern bedeutete der Kopfballtreffer von Kapitän Julen Horner in der 38. Spielminute den Schlüssel zum perfekten Saisonfinale, in das die Fürstenstädter mit einem Drei-Punkte-Vorsprung gegangen waren. Ein Remis hätte schon zum erstmaligen Aufstieg in der 89-jährigen Vereinsgeschichte der Spielvereinigung in Hessens höchste Amateur-Fußballliga gereicht. Mit dem Sechs-Punkte-Vorsprung am Ende geriet der Aufstieg daher umso souveräner. Um 17.50 Uhr war es geschafft, grenzenloser Jubel, Sekt-und Bierduschen, Freudentränen, Emotionen pur - so etwas hatte der Fußball in Hadamar lange nicht erlebt.

„Ein großer Tag für Hadamar und für den Verein“, meinte nach Spielschluss Hadamars Bürgermeister Michael Ruoff, der genau wie die Zuschauer aus dem Hadamarer Land mit der Elf des damaligen Erfolgstrainers Heiko Weidenfeller mitgefiebert hatten.

Seit dem achten der damals 34 Spieltage hatte das Hadamarer Team an der Spitze der Verbandsliga Mitte gelegen. Im Liga-Endspurt ging die Elf samt Trainer Heiko Weidenfeller durch ein Wechselbad der Gefühle. Nach dem souveränen 5:1-Sieg am 1. Mai 2011 gegen den damaligen härtesten Rivalen, FV Biebrich 02, schien der Weg geebnet. Am vorletzten Spieltag lag die Mannschaft in der Auswärtspartie beim Türkischen SV Wiesbaden mit 0:2 im Rückstand, und einer der damaligen Schlüsselspieler, Hüsni Tahiri, hatte sich die Rote Karte eingehandelt. In Unterzahl drehte die Elf in einem fulminanten Endspurt die Partie noch um, gewann schließlich mit 3:2 und konnte so etwas entspannter ins finale Spiel gegen Gießen gehen.

Mit 42 Punkten zu Hause und 34 Zählern in der Fremde war das Hadamarer Team die erfolgreichste Mannschaft sowohl der Vorrunde, als auch der Rückrunde in jener Meister Saison. Der Mai 2011 war der wohl lukrativste Monat ,was auch das Interesse der Fans betraf. Ca 2700 Zuschauer besuchten damals die letzten 3 Heimspiel der Runde.

Die Namen der Aufstiegshelden: Florian Hammel, Jan Lohrum, Hasan Harmouch, Waldemar Baum, Manuel Groß, Yannik Körner, Julien Horner, Daniel Alves, Stefan Szymcak, Jung Hun Kim, Manuel Meuth, Jan Goller, Sebastian Trosch, Waldemar Kling. Weiter waren beteiligt: Hüsni Tahiri, Daniel Erbse, Yannik Blättel, Dominik Merz und Choi.

Der Aufstieg war der vorläufige Höhepunkt einer fünfjährigen Erfolgsgeschichte gewesen, die nach der Meisterschaft in der Bezirksliga Limburg unter dem leider schon verstorbenen Trainer Willy Behr mit dem Wiederaufstieg im Sommer 2007 in die Gruppenliga Wiesbaden (damals Bezirksoberliga) ihre Fortsetzung fand. Im zweiten Gruppenliga-Jahr übernahm Heiko Weidenfeller die Mannschaft als Spielertrainer. Die Verweildauer in der Gruppenliga war zwei Jahre. Der Aufstieg in die Verbandliga Mitte war dann der nächste Meilenstein. Heiko Weidenfeller fungierte von da an nur noch als Trainer und wurde zum Erfolgscoach. Nach wiederum zwei Jahren in der Verbandsliga gelang am 29. Mai 2011 der große Coup mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Hessenliga.

Im selben Jahr wurde die Mannschaft der Spvgg. Hadamar - nach zuvor zwei vergeblichen Anläufen in Endspielen - auch Kreispokalsieger gegen der RSV Würges, der am Ende der Saison 2010/11 aus der Hessenliga absteigen musste.

Der Erfolg der letzten 10 Jahre ist ganz eng mit dem Namen Jochem Brötz verbunden, der als Hauptsponsor einen wesentlichen Anteil an diesen Ergebnissen hat. Wer hätte gedacht, dass die Zugehörigkeit in Hessens höchster Amateurfußball-Liga mit der in Hadamar vorhandenen Infrastruktur nun schon zehn Jahre andauert und das Team - sofern es die Umstände zulassen - im Sommer 2021 in seine elfte Saison geht.

Ohne die vielen Sponsoren, Unterstützer, die zahlreichen Helfer vor, während und nach den Spielen, und schließlich den Zuschauern, wäre das aber alles gar nicht so lang möglich gewesen. Von daher gilt an dieser Stelle allen ein herzliches Dankeschön. Die Verantwortlichen hoffen, dass man noch eine Weile Amateurfußball auf hohem Niveau in Hadamar und Umgebung anbieten kann. HANS REICHWEIN

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