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Den Ball und den Klassenerhalt im Blick behalten: Ibrahim Cigdem, hier beim Spiel gegen Flieden.

Fußball-Hessenliga

„Die Vorbereitung vergessen“

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Nun geht es also auch in der Fußball-Hessenliga weiter – zumindest dort, wo ein bespielbarer Platz zur Verfügung steht. Tabellenführer Hessen Dreieich ist zum Auftakt spielfrei.

Eine neue Zeitrechnung beginnt am morgigen Samstag (Anstoß 15 Uhr) wieder einmal am Brentanobad, wo Rot-Weiss Frankfurts Hicham Tahrioui sein Debüt als Hessenliga-Trainer feiert. Nachdem der Sportliche Leiter Yüksel Ekiz und Co-Trainer Mirko Kelava kurz vor dem Ende der Vorbereitung nach neuerlichen internen Querelen hingeworfen hatten (wir berichteten), ist nun Manfred „Manni“ Meyer der Mann an Tahriouis Seite. Seit Jahresbeginn war der langjährige Chefcoach der „Roten“ schon als Torwarttrainer am Start, jetzt ist er auch noch Co-Trainer. Die Spvgg. Neu-Isenburg spielt zeitgleich beim FSC Lohfelden.

Mit Bayern Alzenau hat Rot-Weiss Frankfurt gleich eines der Topteams der Liga zu Gast. „Zu den besten vier Mannschaften gehören sie allemal, sie haben eine gute Vorbereitung gespielt und wollen noch aufsteigen – gegen uns stehen sie also in der Pflicht“, sagt Hicham Tahrioui über den Auftaktgegner. Sein eigenes Team könne er selbst nur bedingt einschätzen. Zuletzt gab es im Test beim Ligakonkurrenten Rot-Weiss Hadamar ein 1:2, allerdings bei schwierigen Bedingungen und deshalb ohne die Chance, allzu viele Rückschlüsse auf die tatsächlich Form zu ziehen. Auch das 0:5 gegen den Verbandsligisten Türk Gücü Friedberg eine Woche vorher war laut Tahrioui im Grunde ein Muster ohne Wert: „Wir müssen das Spiel gegen Alzenau spielen, nicht an das Spiel gegen Friedberg denken. Die Jungs sollen die Vorbereitung vergessen.“

Dass zu den Abgängen im Winter neben dem Co-Trainer und dem Sportlichen Leiter auch die Spieler Anil Mus und Christian Pospischil gehören, trifft Rot-Weiss hart. Beide zählten zu den wenigen erfahreneren Spielern im Kader – und beide warfen die Brocken hin, obwohl sie aktuell zu keinem anderen Verein wechseln können. Warum, das will man öffentlich nicht besprechen. Was vielleicht auch besser so ist. Dumm nur, dass nun mit Damir Topcagic der letzte verbliebene Spieler aus erfolgreicheren Zeiten verletzt ausfällt. „Sonst sind aber alle da, wenn auch in etwas unterschiedlicher Verfassung, weil der eine oder andere in der Vorbereitung mal krank oder angeschlagen war“, verrät Tahrioui und kommt zu dem Schluss: „Es könnte personell schlimmer aussehen.“

Und wie sind nun die Chancen für die „Roten“, vielleicht doch noch den Klassenerhalt zu schaffen? „Wichtig wird sein, dass die Spieler wieder 90 Minuten lang ernsthaft ihre Aufgaben erfüllen. Und wenn dann Mirkan Kara und Henok Teklab es schaffen, sich den Respekt und die Unterstützung der Mannschaft zu verdienen, haben wir zwei gute Jungs, die so ein Spiel in unsere Richtung beeinflussen können. Ich bin gespannt und würde mich von meiner Mannschaft gerne positiv überraschen lassen“, sagt Tahrioui.

Die Spvgg. Neu-Isenburg wähnt sich gut vorbereitet und geht davon aus, dass auf dem im September erneuerten Kunstrasen des FSC Lohfelden gespielt werden kann. „Wenn es nicht gerade schneit“, wie Trainer Peter Hoffmann einschränkt, der übrigens in der Winterpause für ein weiteres Jahr bei den „Nulldreiern“ zugesagt hat – die er seit 2003 anleitet. Er will alles daran setzen, dass er dann in seinem 16. Jahr im Sportpark seine zweite Hessenliga-Saison erleben kann: „Wir haben eine gute Vorbereitung gehabt, konnten alle Spiele machen und auch einiges ausprobieren. Außerdem haben wir in der Offensive wieder mehr Alternativen als vor der Winterpause, und das fühlt sich gut an.“ Neben dem von seiner langwierigen Verletzung genesenen Jan Gebhardt gilt Winterneuzugang Damien Letellier vom Bayernligisten SV Erlenbach als Hoffnungsträger für den Angriff. Und dann ist da ja noch Aljoscha Atzberger, der wieder mit dem Ball trainieren kann und demnächst wieder zur Verfügung stehen sollte.

Im letzten Vorbereitungsspiel gab es zwar ein 2:4 gegen Viktoria Aschaffenburg, etwa eine Stunde habe sein Team aber gut mitgehalten und erst nach einigen Auswechslungen eine kurze Schwächephase gehabt. Gegen den Ligakonkurrenten TSV Lehnerzt gab es ein 0:0, gegen den Verbandsligisten TS Ober-Roden ein 3:1. Und beim 2:4 gegen die ebenfalls eine Klasse tiefer spielenden Germania aus Ober-Roden habe man „verschiedene Dinge ausprobiert und auf etliche Stammspieler verzichtet“, führt Hoffmann aus. „Die Spiele waren wichtig, das waren gute Gegner, und es war viel Tempo drin. Im Grunde waren wir da schon im Wettkampf-Modus“, so der Coach.

Was die Aussichten in Lohfelden angeht, bleibt Hoffmann seiner Linie treu – und zählt erst einmal die Vorzüge des Gegners auf: „Das ist eine starke Heimmannschaft, die 22 ihrer 26 Punkte zu Hause geholt hat. Lohfelden Trainer Otmar Velte kennt Hoffmann übrigens vom Trainerlehrgang in Grünberg, wo Velte als Referent an Hoffmanns Ausbildung beteiligt war.

(rst)

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