Der neue Trainer Christian Lüllig hat den FC Eddersheim in überzeugender Manier in die Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga geführt. Nun ist im kommenden Frühjahr sogar der Sprung in die Regionalliga möglich. FOTO: Lorenz
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Der neue Trainer Christian Lüllig hat den FC Eddersheim in überzeugender Manier in die Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga geführt. Nun ist im kommenden Frühjahr sogar der Sprung in die Regionalliga möglich.

FUSSBALL-HESSENLIGA

Wäre ein Aufstieg in die Regionalliga denkbar?

  • Harald Joisten
    VonHarald Joisten
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Der FC Eddersheim schnauft nach der erfolgreichen Hauptrunde durch

Eddersheim -Manche Schritte wollen gut überlegt sein. Natürlich wäre ein Aufstieg in die Regionalliga Südwest reizvoll. Große Duelle mit Vereinen wie Offenbacher Kickers und FSV Frankfurt würden winken. "Doch da geht es von der Amateur- zur Profiliga. Das ist der größte Sprung im Fußball. Ein Quantensprung", sagt Erich Rodler. Der Sportliche Leiter des FC Eddersheim kann noch keine Aussage treffen, ob sein Verein im kommenden Sommer den Aufstieg in die vierthöchste deutsche Liga wahrnehmen würde, sollte es tatsächlich dazu klommen. Schließlich ist noch völlig offen, ob sich seine Mannschaft qualifizieren wird.

Doch das Team von Trainer Christian Lüllig liegt zweifelsfrei aussichtsreich im Rennen. Wenn nach der Winterpause im März 2022 die Aufstiegsrunde in der Hessenliga beginnt, liegt Eddersheim auf Platz zwei. Nur der Tabellenerste steigt direkt in die Regionalliga auf, der Zweite bestreitet eine weitere Aufstiegsrunde. Alles ist also möglich. "Wir schnaufen jetzt erstmal durch", sagt Rodler nach dem Ende der erfolgreichen Hauptrunde, die Eddersheim in der zweigeteilten Hessenliga auf Platz zwei der Gruppe B abgeschlossen hat. "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, ob wir einen möglichen Aufstieg wahrnehmen würden."

"Stadion-Kapazität

könnten wir erfüllen"

Die Rahmenbedingungen wären relativ klar. Eddersheim könnte die Anforderungen in Bezug auf seine Sportanlage wohl erfüllen. "Die Gegebenheiten wären sicherlich irgendwo machbar. Die Stadion-Kapazität würden wir erfüllen können", meint der Sportliche Leiter.

Gravierender sind die Änderungen auf den zweiten Blick. "Spielt man weit entfernt, etwa in Ulm, braucht man eine Übernachtung. Spieler, die neben dem Fußball arbeiten, brauchen dann unter der Woche Urlaub. Das ist für uns eine ganz andere Hausnummer."

Und natürlich geht es auch ums Geld. Vereine wie der FSV Frankfurt, OFC oder SV Elversberg sind Profivereine mit Millionen-Etats. Freilich gibt es in der Regionalliga auch "kleinere" Teams wie den TSV Schott-Mainz. "Mainz kann man schon eher mit uns vergleichen. Die haben viele Studenten im Team", so Rodler. Der aktuelle Tabellenletzte aus Mainz steht aber vor dem Abstieg. "Zwei Drittel der Vereine in der Regionalliga arbeiten mindestens semiprofessionell. Für uns wäre das ein Quantensprung", so Rodler. "Daher muss man schauen, ob man den Schritt als Verein gehen möchte. Das müssen wir uns sehr, sehr genau überlegen."

Noch bleibt genügend Zeit. Vermutlich erst Mitte April müssen die Unterlagen beim Verband einreicht werden, wer den Sprung nach oben wagen will.

Keine leichte Entscheidung für Rodler und Co., sollte der Aufstieg wirklich gelingen. "Aber es sind schöne Probleme, damit beschäftigt man sich gerne." Es ist der Lohn einer bisher starken Saison der Eddersheimer. "Das war eine tolle Leistung von der Mannschaft und vom Trainerteam. Auch wenn wir zuletzt zwei Spiele verloren haben, trübt das unser Fazit überhaupt nicht. 39 Punkte nach 20 Spieltagen und Platz zwei sind ganz hervorragend."

"Junge Spieler haben ihre Chance genutzt"

Die positive Bilanz hat viele "Väter". Dazu gehört freilich Trainer Christian Lüllig, der im Januar während des Lockdowns die Nachfolge von Rouven Leopold antrat. Erich Rodler lobt den neuen Chefcoach in höchsten Tönen. "Christian Lüllig ist für uns ein absoluter Glücksgriff. Er ist ein sehr fleißiger und engagierter Trainer. Er lebt den Fußball, arbeitet sehr strukturiert und überlässt nichts dem Zufall. Die Mannschaft ist immer sehr gut vorbereitet." Zudem habe es einen "gewissen Charme, dass er in Eddersheim geboren ist und auch schon sein Vater Trainer in Eddersheim war."

Bei der homogenen Mannschaft sei es schwierig, einzelne Spieler herauszuheben. Zwar hätten Akteure wie Ferdinand Scholl, Tom Bernhardt und Nils Kohlbacher eine tolle Entwicklung genommen. "Die ganzen Jungen haben ihre Chance durch die Ausfälle der verletzten Spieler optimal genutzt."

Insgesamt habe es "aber die Mannschaft gerichtet und die vielen Ausfälle kompensiert. Viele sind in die Bresche gesprungen." Wo die Reise schließlich endet, wird sich im kommenden Sommer zeigen. Harald Joisten

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