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Strahlt übers ganze Gesicht: Für den Ginsheimer Walter Massing verlief die WM ungemein erfolgreich.

Sportschießen

Walter Massing ist dreifacher Weltmeister

Bei seiner bereits neunten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft setzt er mit dem Steinschlossgewehr das Tüpfelchen aufs i. Einem weiteren Hessen gelingt im Burgenland ein starkes Comeback.

Bei den 28. Weltmeisterschaften des Internationalen Vorderladerverbandes „MLAIC“ wurde die Auswahl des Deutschen Schützenbundes im österreichischen Eisenstadt ihrer Favoritenrolle gerecht und dominierte bei den 59 Entscheidungen mit dem Gewinn von 21 Gold-, elf Silber- und zwölf Bronzemedaillen. An den Wettbewerben nahmen 395 Teilnehmer aus 25 Nationen teil.

„Mit knapp 1700 Starts sind wir am Limit, was möglich ist“, sagte MLAIC-Generalsekretär Gerhard Lang, der vor Beginn der Titelkämpfe im Rahmen der Delegiertenversammlung in seinem Amt für vier Jahre bestätigt worden war. Auf den Standanlagen des Burgenländischen Sportschützen-Landesverbandes herrschten an den vier Wettkampftagen bei hohen sommerlichen Temperaturen schwierige Windverhältnisse, so dass die Aktiven nicht an die hohen Ringergebnisse vergangener Jahre anknüpfen konnten. Im Laufe der Titelkämpfe wurden daher nur vier neue Rekordergebnisse erzielt, an denen das deutsche Team in zwei Mannschaftswettbewerben beteiligt war.

Gleich um sechs Ringe verbesserte der Ginsheimer Walter Massing zusammen mit Achim Bailer und Peter Käpernik im Wettbewerb „Kossuth“ eine acht Jahre alte Bestmarke mit dem Steinschlossgewehr auf 50 Meter Entfernung. Für den 59-jährigen Massing war dieser Erfolg der Höhepunkt seiner neunten (!) WM-Teilnahme seit 1996.

Insgesamt gewann Massing drei Gold- und zwei Silbermedaillen in den Mannschaftswettbewerben, musste aber in den Einzelwettbewerben mit drei Bronzemedaillen zufrieden sein. „Ich habe nicht die Ergebnisse erreicht, die ich mir erhofft habe. Viele Schüsse waren knapp an der Zehn vorbei“, meinte Massing zu seinem Abschneiden, „ich bin nicht mehr der Leistungsträger früherer Jahre, bin aber mit meinen Ergebnissen noch immer sehr mannschaftsdienlich.“

Vier Mal seit 2002 gewann Walter Massing den „Vetterli“-Wettbewerb mit dem Perkussionsgewehr auf 50 Meter Entfernung. Seinen fünften Sieg verpasste der national für Tell Haßloch startende Massing denkbar knapp und belegte mit 98 von 100 möglichen Ringen den dritten Rang. Ebenfalls Dritter wurde der Ginsheimer im Pennsylvania-Wettbewerb mit dem Steinschlossgewehr auf 50 Meter Entfernung. Seinen dritten Bronzerang holte er mit dem Luntenschlossgewehr im 50-Meter-Kniendschießen „Hizadai“.

Während Walter Massing seit 1993 zur Stammformation des deutschen Vorderlader-Nationalteams gehört und auf elf gewonnene Einzeltitel verweisen kann, gelang Lothar Behrend nach 15-jähriger Pause ein überraschendes Comeback. Im Jahre 1989 hatte der Mörfelder seinen allerersten Weltmeistertitel errungen. Jetzt, fast dreißig Jahre später, stand der inzwischen 70-jährige Tellschütze wieder auf dem Siegerpodest – und konnte sich über zwei Medaillen freuen.

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