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Wann darf man einen Spieltermin verschieben?

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Von: Harald Joisten, Volker Hofbur

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Tests gehören auch im Amateursport zum Alltag. Meist reicht ein positiver Corona-Fall aus, um ein Spiel verschieben zu dürfen. FOTO: dpa
Tests gehören auch im Amateursport zum Alltag. Meist reicht ein positiver Corona-Fall aus, um ein Spiel verschieben zu dürfen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Ein Überblick, wie die einzelnen Sportarten mit der Pandemie umgehen

Main-Taunus -Corona. Corona. Corona. Inzwischen dürfte es kaum noch Mannschaften geben, die von einem positiven Fall verschont geblieben sind. Meist verlaufen die Symptome bei Spielern im Nachwuchs- und Aktiven-Bereich harmlos, doch laut bundesweiten Vorschriften muss sich jeder in Quarantäne begeben. Das sorgt vor allem im Amateursport für immer mehr Spiel-Verschiebungen, für schiefe Tabellenbilder, für Terminprobleme. Wie ist die Lage in den Sportarten? Darf eine Mannschaft ein Spiel "straffrei" verlegen, wenn sie "lediglich" einen positiven Corona-Fall in ihren Reihen hat? Wie klappen die Absprachen unter den Vereinen? Wo könnte eventuell ein Saisonabbruch drohen? Diese Zeitung hat bei hessischen Vereinen und Verbänden nachgefragt. Ein Überblick:

Basketball

Der Hessische Basketball-Verband (HBV) hat die Saison in den meisten Ligen um gut zwei Monate bis 25. Mai verlängert, um den Vereinen mehr Zeit für Spiel-Verlegungen zu geben. Bei uns können alle Partien straffrei verlegt werden. Es gibt keine Anzahl von Corona-Fällen, die dafür nachgewiesen werden müssen", betont HBV-Geschäftsführerin Heide Aust. Auch Spiele unter der Woche sind möglich. Verlegungen sind kostenfrei und müssen bis zwei Tage vor Spielbeginn bei der Staffelleitung beantragt werden. Einigen sich beide Teams nicht auf eine Verlegung, wird das Spiel ersatzlos abgesetzt. Die Teilnahme am Spielbetrieb ist generell freiwillig. "Die allermeisten Vereine wollen spielen", so Aust. Eine Partie kann sogar dann verlegt werden, wenn eine Mannschaft vor einem Auswärtsspiel Bedenken vor der hohen Inzidenz in der dortigen Region hat. "Das ist dem Staffelleiter mitzuteilen, dann wird die Partie auf einen späteren Zeitpunkt verlegt."

Fußball

Der Hessische Fußball-Verbandes (HFV) gibt vor: Spielabsagen sind ab mindestens fünf positiven Fällen möglich. Allerdings kann auch ein einzelner positiver Test ausreichen: Nämlich wenn der betreffende Spieler erst am Vortag oder am Spieltag positiv getestet wird. "In diesem Fall hat auch bei uns im Main-Taunus-Kreis der Klassenleiter die Spiele in der Regel abgesetzt. Denn dann weiß man noch nicht, ob sich eventuell noch andere Spieler aus dieser Mannschaft angesteckt haben", betont Kreisfußballwart Karl-Heinz Reichert. Meldet ein Team einen positiven Test hingegen zwei oder drei Tage vor einem Spiel, "bitten wir den Verein, die weiteren Spieler aus der Mannschaft zu testen. Treten keine weiteren Fälle auf, wird gespielt. Das hat bisher gut funktioniert." Im Main-Taunus-Kreis seien ohnehin bisher nur "etwa zehn Spiele verlegt worden", so Reichert. "Alle Vereine halten sich bisher gut an die Vorgaben, auch bei Einlasskontrollen." Erst im März geht die Punktrunde weiter, zuvor stehen im Februar Pokalspiele an.

Handball

Der Hessische Handball-Verbandes (HHV) hat festgelegt: Eine Mannschaft darf ein Spiel absagen, wenn es einen positiven Corona-Fall hat. "Dann entfällt auch die Verlegungs-Gebühr", erklärt HHV-Geschäftsführer Andreas Hannappel. Gibt es lediglich einen Verdachtsfall, fällt die Verlegungs-Gebühr an. Ein Verein kann auch kein Auswärtsspiel aus Sorge vor einer hohen Inzidenz in der dortigen Region verweigern. Spiele können - wie schon vor Corona - auch im Handball generell auf einen Tag unter der Woche verlegt werden. Mögliche Kosten für PCR-Tests übernimmt der Verband nicht. "Falls nicht die kostenlosen Bürgertests in Anspruch genommen werden, müssen die Vereine und Spieler/innen klären, wer für diese Kosten aufkommt", so Hannappel. Der HHV-Geschäftsführer betont, die Absprache unter den Vereinen verlaufe "gut". Das bestätigt Mathias Beer, Sprecher des Oberligisten HSG Breckenheim Wallau/Massenheim. "Das funktioniert in der Regel sehr gut." Nicht nur Beer stellt sich jedoch die Frage, ob die Saison unterbrochen werden sollte. "Vielleicht sollte man in der Oberliga die Hauptrunde abbrechen, die Tabelle nach der Quotienten-Regel bestimmen und im März wie geplant mit der Auf- und Abstiegsrunde weitermachen."

Tischtennis

Der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) hat den Spielbetrieb bis zum 13. Februar ausgesetzt. "Wenn sich zwei Mannschaften einigen, kann aber auch jetzt gespielt werden", erklärt Dennis Erbe, Vizepräsident für Öffentlichkeitsarbeit und ergänzt: "Verlegungen sind auch bei einem positiven Fall möglich. Wenn Mannschaften nicht komplett antreten, werden sie nicht bestraft." Tritt eine Mannschaft aufgrund Befürchtungen nicht an, erfolgt eine Spielwertung. Spiele können auch unter der Woche nachgeholt werden. "Bisher gab es keine Rückmeldungen, dass die Absprachen nicht liefen, obwohl ich das befürchtet hatte", so Erbe.

Ruben Wiechers, Mannschaftsführer von Verbandsligist Spvgg. Hochheim, nahm die Regelungen etwas anders wahr. "Wenn wir einen positiven Test hatten, wurde uns vom Klassenleiter gesagt, wir müssten trotzdem antreten." Sie hätten entweder einen Ersatzspieler finden oder mit einem Mann weniger auflaufen sollen. "Bei uns wollte ein Spieler nach der Infektion nicht mehr spielen, einer war ungeimpft und einer durfte von seinem Arbeitgeber her nicht mehr. Wir mussten spielen, um eine Wertung der Runde zu ermöglichen." Bei Absprachen mit anderen Vereinen habe es keine Probleme gegeben. Spiele unter der Woche seien jedoch schwierig, wenn von Freitag bis Sonntag gespielt wird.

Volleyball

Auch beim Hessischen Volleyball-Verband (HVV) können Spiele bei einem einzigen Corona-Fall verlegt werden. "Aus diesem Grund wurde die Saison - abgesehen von der Oberliga, wo die Runde geteilt wurde - ja bis Mai verlängert", erläutert Dieter Höhn, Klassenleiter der Ober- und Landesliga. Treten Vereine bei Auswärtsspielen aus Sorge vor hoher Inzidenz nicht an, erfolgen Wertungen. Geldstrafen werden nicht fällig. Spiele können auch in die Trainingszeiten verlegt werden. Auch hier sollen Vereine die kostenlosen Bürgertests in Anspruch nehmen. "Die Absprachen zwischen den Vereinen laufen gut. Das meiste ist ja auch gespielt worden", so Höhn. Reinhard Schleuning, Abteilungsleiter der TuS Kriftel, ergänzt: "Die Vereine müssen belegen, dass sie Fälle haben." Sein Bundesliga-Team hatte einmal einen Doppelspieltag in Leipzig und Delitzsch wegen hoher Inzidenzen verlegen wollen. Das wurde von der VBL abgelehnt.

Harald Joisten und Volker Hofbur

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