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Solch perfekte Bewegungsabläufe wie hier am Pauschenpferd von Luka Knop (TV Elz) wird man wohl bei den Turnern frühestens im Herbst wieder sehen können. Meisterlich in Szene gesetzt vom eigenen Trainer.

Turnen

Im Wartestand mit Klimmzügen und Situps

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Die Saison 2019/20 hatte ein sensationelles Ende gefunden: Die Turner der Wettkampfgemeinschaft TV Elz/TV Niederbrechen/VfL Altendiez waren in die Regionalliga aufgestiegen. Und jetzt...? Gute Frage. "Ob wir überhaupt werden antreten können und wann, das wissen wir nicht." Trainer Manfred Herborn aus Elz ist ziemlich ratlos.

Dringend und unbedingt angewiesen sind die Turner natürlich auf offene Sporthallen; Turnen ist kein Freiluftsport. Während einige Vereinsturnhallen bereits die Pforten aufgesperrt haben, will Landrat Michael Köberle mit den kreiseigenen Schulsporthallen noch abwarten und schauen, wie sich die etappenweise verlaufende Schulöffnung auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Ergo: Nichts geht zurzeit bei den Turnern.

Selbstverständlich hält sich jeder so gut wie möglich auf eigene Faust fit - daheim mit Krafttraining, Gymnastik, Laufen, Radfahren, Situps, Armdrücken zwischen zwei Stühlen, Klimmzügen am Türrahmen. Das Übliche eben. Aber nicht nur Turn-Ikone Manfred Herborn sieht im süßen "Nichtstun" eine riesige Gefahr. Die aktiven Turner, allesamt junge Männer zwischen 18 und Mitte 20, könnten die Lust an ihrer Sportart verlieren und aufgeben. "Wir hoffen, dass sich nach den Sommerferien etwas tut", macht Manfred Herborn aus seiner Seele keine Mördergrube.

Bislang hat er keine Trainingspläne verteilt. Über What'sApp stehen die Trainingsgruppen in Kontakt. Einige der Aktiven haben gerade erst unter Corona-Bedingungen ihr Abitur abgelegt. Doch die schier endlos dauernde Turn-Pause hat auch positive Seiten. So regenerieren Bastian Hoffmann und Amadeus Hübsch nach überstandenen Kreuzbandriss-Operationen. Diese hat Gregory Arakelian allerdings noch vor sich. Er hatte sich beim Fußballspielen so schwer verletzt. Die drei haben nun Zeit zur Rehabilitation. Zwei- bis dreimal wöchentlich trainieren die ambitionierten Turner normalerweise gemeinsam in der Halle. Ein ordentliches, den Vorschriften angepasstes Hygiene-Konzept liegt vor. Es könnte losgehen. Ein Hindernis dürfte allerdings die Tatsache sein, dass Hilfestellung nicht erlaubt ist. Hier ist der Körperkontakt zu nah. Bei Turnern ist das ohne Unterstützung allerdings eine durchaus gefährliche Sache.

Sämtliche Wettkämpfe wurden in dieser Turn-Saison bislang abgesagt. Im Herbst beginnen in der Regel die wichtigen Ligen-Wettbewerbe - unter anderem in der Regionalliga. "Wir sind sehr motiviert", sagt Manfred Herborn. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...

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