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Warum die Leistungsschwimmer des SC Oberursel so gut sind

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Von: Thorsten Remsperger

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Brandon Oberwallner, Leon Bucklitsch (beide SC Oberursel), HSV-Landestrainerin Shila Sheth (von links) bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin.
Brandon Oberwallner, Leon Bucklitsch (beide SC Oberursel), HSV-Landestrainerin Shila Sheth (von links) bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin. © SC Oberursel

Mit Trainer Brandon Oberwallner feierten die SCO-Schwimmer im vergangenen Jahr schöne Erfolge. Bald möchte der Verein sogar einen hauptamtlichen Jugendtrainer anstellen.

Oberursel -Sportstudenten eilt ein vorschnelles Urteil voraus. Sie seien vor allen Dingen sehr sportlich. Wobei die Betonung auf „vor allen Dingen“ liegt.

Für einen Studienabschluss hierzulande wird allerdings auch in diesem Fachbereich verlangt, seine Gehirnzellen in Schwung zu halten, manchmal sogar mächtig anzustrengen. Vom Studiengang Sportwissenschaften sind Sportmedizin, Biomechanik (gleichzusetzen mit Physik) und die Trainingslehre essenzielle Bestandteile. Schwer im Trend, kann Brandon Oberwallner berichten, sei hierbei die Individualisierung im Leistungssport. Der 22-jährige Bad Nauheimer büffelt an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt für seinen Masterabschluss und kann bei seiner Tätigkeit als Schwimmtrainer beim SC Oberursel die neuesten Erkenntnisse aus der Trainingslehre gleich anwenden. Er ist davon überzeugt: Wenn Trainer auf jeden einzelnen ihrer Schützlinge individuell eingehen, können diese ihr Leistungsvermögen besser ausschöpfen.

Seiner Meinung nach liefert die Karriere von Leon Bucklitsch für die Individualisierung im Leistungssport ein gutes Beispiel. Dieser habe „ganz anders trainiert“ als die anderen Schwimmer in der zehnköpfigen 1. Wettkampfmannschaft. Neun Stunden sei der 18-jährige Schüler, der von zu Hause aus bis zum TaunaBad den berühmten Stein werfen könnte (und es womöglich treffen würde), pro Woche im Wasser gewesen. Das sei für einen Schwimmer seiner Güteklasse auch in Kombination mit zusätzlichen sechs Stunden Krafttraining ungewöhnlich wenig, erläutert Oberwallner. Es sei aber auch nicht anders möglich, wolle der gebürtige Berliner doch in diesem Jahr seine Abiturprüfung bestehen.

Dennoch erzielte Bucklitsch im vergangenen Jahr den größten Erfolg für den Schwimmclub aus der Brunnenstadt seit einigen Jahren. Indem er bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin über 50 Meter Freistil in der Vereinsrekordzeit von 24,02 Sekunden Dritter wurde. Der Bronzemedaillengewinner habe in der ihm zur Verfügung stehenden Trainingszeit mit höherer Intensität trainiert, auch technisch sei einiges ausprobiert worden, um ihn noch schneller zu machen, erläutert Oberwallner.

Zwei Hessentitel für Jannis Buhrke

Da der Saisonhöhepunkt des Blondschopfs im Mai war, verwunderte es nicht, dass Bucklitsch bei den Hessenmeisterschaften auf der Kurzbahn nicht ganz vorne landete. Im November in Stadtallendorf war ein zweiter Platz über 50 Meter Freistil seine beste Platzierung (mit der Zeit von 24,45 Sekunden). Dafür ließen andere der individuell geförderten Leistungsschwimmer des SCO aufhorchen: Nele Hofmann etwa mit gleich drei zweiten Plätzen im Jahrgang 2007 (50 Meter Rücken/00:31,50, 200 Meter Freistil/2:13,69, 100 Meter Freistil 00:59,78). Allen voran aber Jannis Buhrke, der im Jahrgang 2005 zwei Hessentitel holte: über 200 Meter Lagen in 2:11,95 Minuten und über 100 Meter Rücken in genau 1:00,00 Minute). Dazu war der Orscheler noch dreimal Zweiter und einmal Dritter geworden.

Buhrkes älterer Bruder Jona heimste schließlich im Dezember in Rostock bei den Deutschen Meisterschaften auf der Kurzbahn die Silbermedaille ein. Nach vier Bahnen hatte der AK-20-Starter auf der Schmetterling-Strecke in 59,60 Sekunden das beste Ergebnis für den SCO geschafft.

Erstmals, erläutert Trainer Oberwallner, seien die Oberurseler Schwimmer in diesem Jahr wieder am 5. Februar gefordert. Dann gehen sie in Höchst als Oberliga-Aufsteiger bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften auf die Startblöcke. Die meisten Normen für die wichtigen Wettkämpfe wie die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, die erneut für Ende Mai terminiert sind, möchten die SCO-Schwimmer im März bei einem internationalen Meeting in Luxemburg erfüllen. Bis dahin wird Brandon Oberwallner weiterhin im TaunaBad so gut wie möglich auf jeden einzelnen seiner Leistungsgruppe eingehen.

SC Oberursel möchte hauptamtlichen Jugendtrainer beschäftigen

Es ist sehr gut möglich, dass der Schwimmclub Oberursel (SCO) demnächst erstmals einen hauptamtlichen Jugendtrainer anstellt. Die Verhandlungen liefen sehr aussichtsreich, sagt Peter Haas gegenüber der Taunus Zeitung. Der SCO-Vorsitzende hatte sich selbst im Verein dafür eingesetzt, neue Wege zu gehen. Denn an Trainermangel leidet ja nicht nur sein Club. „Fast alle Vereine haben Probleme, ehrenamtliche Übungsleiter zu finden, die dauerhaft dieser Aufgabe auch nachgehen“, hat Haas festgestellt. Der Hauptgrund dafür ist für ihn klar: „Die Rollen innerhalb der Familien haben sich verschoben.“ Sich für ein Ehrenamt daheim loszueisen, dafür seien immer weniger Möglichkeiten und Zeit vorhanden. Derweil hat der SCO, ein rund 700 Mitglieder großer Verein, wieder einige Schwimmkurse im Angebot. Anmelden kann man sich auf der Homepage unter schwimmclub.de, Fragen beantworten die Verantwortlichen nach einer E-Mail an kurse@schwimmclub.de.

Hannah Hartlieb, Jona Buhrke und Merle Wolf (von links) vom SC Oberursel bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Masters in Rostock.
Hannah Hartlieb, Jona Buhrke und Merle Wolf (von links) vom SC Oberursel bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften der Masters in Rostock. © SC Oberursel

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