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Die frühe Führung für Stierstadt: Mohammed Faquir (Mitte) ist Kohci Araki (links) entwischt und überwindet Fabio Milicia.

Fußball, Gruppenliga Frankfurt West

Warum der Fußballgott mit dem FV Stierstadt jubelt

FC Oberstedten – FC Kalbach fällt in der Fußball-Gruppenliga dem Regen zum Opfer. Die vier Partien mit Hochtaunus-Beteiligung verlaufen spannend.

FV Stierstadt – Spvgg. 02 Griesheim 3:2 (2:1): Das 0:5 gegen den FSV Friedrichsdorf hatte beim FVS einige Fragen aufgeworfen. „Gegen Griesheim hat die Mannschaft die richtigen Antworten gegeben“, lobte Marco Hentsch vom Spielausschuss nach der geglückten Wiedergutmachung. Schon in der ersten Minute war Mohammed Faquir zur Stelle und schoss den Ball nach einem Doppelpass mit Enrico La Medica direkt unter die Latte – 1:0. Auch vom Ausgleich durch Sikorski nach einer halben Stunde ließ sich Stierstadt nicht aus der Bahn werfen – im Gegenteil: Eine Minute vor dem Gang in die Kabine verwandelte Christian Liebig einen Eckstoß direkt. Wer per Ecke trifft, für den ist alles andere natürlich ein Kinderspiel, und so legte Liebig in der 49. Minute per direktem Freistoß zum 3:1 nach. Kurz darauf musste der Kunstschütze dann allerdings mit einer Leistenzerrung runter. „Er ist halt auch nicht mehr der Jüngste“, schmunzelte Hentsch.

Klasse hat nichts mit dem Alter zu tun, und so überraschte es nicht, dass der FVS am Schluss noch den Kurzeinsatz eines ehemaligen Profis erlebte. Nachdem Kai Brandenburger für die Gäste einen berechtigten Foulelfmeter zum Anschluss verwandelte, streifte sich der spielberechtigte Trainer Thomas Zampach das Trikot über. „Er sagte, dass er jetzt nicht zuschauen wolle, wie die drei Punkte doch noch verloren gehen“, berichtete Hentsch. Damit hatte Stierstadt schon Erfahrung gesammelt. Mit dem ehemaligen „Fußballgott“ von Eintracht Frankfurt auf dem Feld überstand der FVS die letzten Minuten schadlos.

Tore: 1:0 Faquir (1.), 1:1 Sikorski (30.), 2:1/3:1 Liebig (44./49.), 3:2 Brandenburger (88./FE). rk

Frankfurter FV Sportfreunde 04 – FSV Friedrichsdorf 2:2 (1:1): „Der positive Trend geht weiter“, registrierte FSV-Trainer Metin Yildiz nach dem Spiel in Griesheim zufrieden. Zwar gab es nicht den vierten Sieg in Folge, doch ein Remis beim Favoriten nahm Friedrichsdorf gerne mit, zumal man unter der Woche gegen Kreisoberligist FC Weißkirchen mit 3:5 aus dem Pokal geflogen war. „Mir war aber klar, dass dieses Ergebnis kein Maßstab war“, sagte Yildiz. Kurz wird er gegrübelt haben, denn das 0:1 gegen die Sportfreunde hatte „Slapstick-Charakter“ (Yildiz): Beim Versuch, den Ball aus dem Strafraum zu klären, unterliefen seinen Abwehrspielern zwei „Kerzen“. Nach dem zweiten hohen Ball traf Danyal Tekin aus sieben Metern (4.). Doch schon zehn Minuten später steckte Adrian Bitiq zu Francesco Marino durch – 1:1. Das 1:2, wieder durch Tekin (65.), egalisierte eine Viertelstunde vor Schluss Burak Sahin per Kopfball. „Und das, obwohl er nach einem Zusammenstoß in der ersten Halbzeit eine blutende Nase samt Stöpsel hatte“, schilderte Yildiz. Den für den Abstiegskampf benötigten Kampfgeist kann man dem FSV dieser Tage wahrlich nicht absprechen.

Tore: 1:0/2:1 Tekin (4., 65.), 1:1 Marino (14.), 2:2 Sahin (75.). rk

TSG Nieder-Erlenbach – FC Neu-Anspach 3:2 (2:1): „Unser Gegner hat zwar einen verdienten Sieg eingefahren, musste für seine Tore aber nicht viel tun“, lautete Rico Henricis Kommentar. Der Trainer des FCNA erlebte eine gute Anfangsphase, in der seine Schützlinge durch Achraf Gara Ali in Führung gehen konnten. Kurz darauf begannen die Gäste jedoch vermehrt, die falschen Entscheidungen zu treffen. Zunächst ermöglichte Alexander Clark den Platzherren mit seinem Treffer ins eigene Gehäuse den Ausgleich, ehe Francesco Trulli per Freistoß noch vor der Pause die Führung für die TSG erzielte. Auch nach dem Seitenwechsel agierten die Anspacher ungeschickt. Selbst der zwischenzeitliche Ausgleich durch Marco Weber brachte keine Sicherheit. Zum 3:2 schalltete Christian Hirsch nach einem schlecht geklärten Eckball am schnellsten und traf aus rund 15 Metern Torentfernung.

Tore: 0:1 Gara Ali (14.), 1:1 Clark (15./ET), 2:1 Trulli (19.), 2:2 Weber (68.), 3:2 Hirsch (71.). anc

VfB Friedberg – TuS Merzhausen 3:3 (1:1): Über Langeweile konnten sich die Zuschauer auf dem Burgfeld nicht beschweren. Grund für Beschwerden hatte aber TuS-Übungsleiter Enis Dzihic, denn in den Schlussminuten gab sein Team einen Auswärtserfolg aus den Händen. „Wenn man nach einer soliden Leistung bis in die 89. Minute führt, muss man den Sieg konzentriert nach Hause bringen“, ärgerte sich Dzihic.

Vor der Pause hatten Fuad Salihovic ins gegnerische und Stefan Hickl unglücklich ins eigene Tor getroffen. Eine Unachtsamkeit im Mittelfeld ermöglichte nach dem Seitenwechsel dann das 2:1 der Hausherren, die Robin Hartmann nach einer sehenswerten Kombination wieder egalisieren konnte. Ein erneuter Angriff über die gefährliche rechte Seite, und Iulian Ivan hatte den vermeintlichen Siegtreffer erzielt. Ehe Friedbergs Torjäger Salih Yasaroglu noch zuschlug.

Tore: 0:1 Salihovic (31.), 1:1 Hickl (36.), 2:1 Retzloff (54.), 2:2 Hartmann (61.), 2:3 Ivan (66.), 3:3 Yasaroglu (89.). anc

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