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So ging das besagte Spiel am Mittwochabend los: Schiedsrichter Alessandro Scotece führt mit seinen Assistenten die Teams aufs Feld.

Fußball, Hochtaunus

Warum die Sportfreunde Friedrichsdorf gesperrt wurden

Am Mittwochabend wird dem Schiedsrichter-Gespann im Friedrichsdorfer Sportpark übel mitgespielt. Darauf hat der Fußball-Verband mit einer drastischen Strafe reagiert. Unabhängig davon hat es bei den Sportfreunden Friedrichsdorf wohl einen Trainerwechsel gegeben.

Ein klassischer Scherz, in Schulen oft bei Abi-Feiern verwendet: den Lehrer einsperren. Das mag bei solchen Anlässen lustig sein, aber ein Hessenpokalspiel ist keine Schülerparty. Wie die Taunus Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, ist genau das am Mittwochabend im Sportpark nach dem Hessenpokalspiel zwischen den Sportfreunden Friedrichsdorf und dem Regionalligisten TSV Steinbach Haiger (0:5) passiert. Schiedsrichter Alessandro Scotece (Mörfelden-Walldorf) und seine beiden Assistenten wurden in ihrer Kabine eingesperrt. Von außen hatte jemand den Schlüssel herumgedreht und abgeschlossen. Der Schiedsrichter rief die Polizei. Und er verfasste eine Sonderbericht, in dem auch von üblen Beleidigungen durch die Zuschauer und unfaire Durchsagen des Platzsprechers die Rede sein soll.

Die Folge: Der Ausschuss für den Spielbetrieb beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) unter Vorsitz von Jürgen Radeck (Ortenberg) beantragte eine Spielsperre, der stattgegeben wurde. Die für Samstag angesetzte Friedrichsdorfer Partie gegen die Spvgg. Oberrad wurde abgesagt. Eine selten angewandte Strafe.

Punktabzug droht

Mindestens zur Verhandlung durch das Sportgericht am Montagabend in Grünberg – längstens aber bis zu einem Monat – bleibt die Fußballmannschaft aus dem Taunus vom Spielbetrieb der Gruppenliga Frankfurt West ausgeschlossen, verkündete Thorsten Bastian (Rockenberg), Regionalbeauftragte des HFV am Freitagabend. Auch ein Punktabzug stehen für den Liganeuling im Raum. Auf Nachfrage dieser Zeitung bat Bastian um Verständnis, sich vor der Verhandlung nicht zu dem Fall zu äußern.

Auch Martin Schmidt, Sportlicher Leiter der Sportfreunde, wollte noch nicht Stellung beziehen. Er meinte lediglich: „Wir sind sehr unglücklich über diese Situation.“

Dass der Schiedsrichter nicht seinen besten Tag hatte, kann keine Entschuldigung sein. Was bei vielen neutralen Zuschauern schon während des Spiels negativ auffiel, war die Anmerkung des Stadionsprechers beim zweiten Gästetor: Nach einem Schiedsrichter-Fehler führte Steinbach jetzt 2:0, hatte der Sprecher über die Lautsprecher durchgegeben.

Unabhängig von dieser Verfehlung, hätte die eine oder andere zu Recht kritisierte Schiedsrichterentscheidung an dem klaren Gästesieg nichts geändert, auch wenn sie für den Gruppenligisten ausgefallen wäre. Es entstand aber, völlig überflüssigerweise, eine vergiftete Atmosphäre im Sportpark, für die die Sportfreunde nun auch büßen müssen.

Trainer Josip Coric

Coric kein Trainer mehr?

Fast nebensächlich erscheint in diesem Zusammenhang die Nachricht, die die Spatzen schon von den Friedrichsdorfer Dächern pfeifen: Die Sportfreunde haben sich offensichtlich von Trainer Josip Coric getrennt. Beim Pokalspiel am Mittwoch war „Co“ Alexandros Theodosiadis als Spielertrainer angegeben. Auch zu diesem Thema wurde am Wochenende seitens des Vereins durch Martin Schmidt auf Nachfrage keine Stellung bezogen.

WOLFGANG KULLMANN

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