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Marius Walz, Trainer des TV Burgholzhausen

Fußball

Warum Trainer Marius Walz von Burgholzhausen nach Usingen wechselt

Von der B-Liga in die Verbandsliga – diesen großen Sprung macht nach der Saison Marius Walz. Der Fußballtrainer spricht im TZ-Interview über den Trotz seiner jetzigen Mannschaft und über seinen neuen Verein, den er bestens kennt.

Marius Walz hat allen Grund zur Freude. Am Samstag gelang dem Fußballtrainer des TV Burgholzhausen zum Auftakt der Restrunde ein Start nach Maß. In der B-Liga wurde Aufstiegskandidat FC Weißkirchen II mit 8:1 geschlagen. Am Sonntag ging es dann gut gelaunt zum Fastnachtsumzug nach Oberursel. Und ab der kommenden Saison will der 49-Jährige „Karneval in Usingen“ feiern. Ein solches Ständchen singen die Kicker der Usinger TSG regelmäßig nach gewonnenen Spielen, und als neuer Trainer des Verbandsligisten möchte Walz bald so viele Siege wie möglich feiern. Er tritt am 1. Juli die Nachfolge von Marcel Kopp an, der dann aus privaten Gründen vom Amt des Spielertrainers zurücktritt, als Spieler aber weiter mitwirken möchte.

Auch Walz war zwischen 2004 und 2007 für die UTSG aktiv, ehe Probleme mit dem Knie zum Karriereende führten. Von 2008 bis 2010 gehörte er dann dem Spielausschuss des Vereins an. Danach begann er beim TV Burgholzhausen seine Trainerlaufbahn. Als Inhaber der DFB-Elite-Lizenz arbeitete er zudem in der Jugendabteilung des FC Neu-Anspach und im Nachwuchsleistungszentrum von Eintracht Frankfurt, ehe er wieder den TVB übernahm.

Nun steht also der Rückkehr zu den Buchfinkenstädtern bevor. Bis dahin ist Marius Walz allerdings voll auf seine Aufgabe beim TV Burgholzhausen konzentriert. Der Abschied werde ihm nicht leicht fallen, wie er dieser Zeitung im Interview erklärte.

Herr Walz, haben Sie am Wochenende die beste Saisonleistung des TVB erlebt?

MARIUS WALZ: Das kann man so sagen. Wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt, die Spieler haben die Vorgaben gut umgesetzt und vor dem Tor endlich auch die Chancen konsequent genutzt.

Haben Ihre Spieler vielleicht mit dieser Leistungsexplosion versucht, ihren Trainer vom Wechsel nach Usingen abzubringen?

WALZ: (lacht) Es kann ganz gut sein, dass der eine oder andere das versucht hat. Sie wollen mir den Abschied so schwer wie möglich machen, und das ist bei einem feststehenden Trainerwechsel nicht selbstverständlich.

Wie schwer ist Ihnen die Entscheidung gefallen, den TVB zum Saisonende zu verlassen?

WALZ: Sehr schwer, weil ich weiß, dass ich mindestens zwei Menschen damit sehr, sehr wehgetan habe. Zum einen Abteilungsleiter Klaus Zinnert, zum anderen aber auch meinem Co-Trainer Klaus Krieger. Ihn habe ich wochenlang beredet, dass er mit mir die Aufgabe beim TVB angeht. Sie waren beide zunächst natürlich nicht über meinen Wechsel begeistert, haben aber zuletzt betont, dass wir Freunde bleiben werden, egal was auch passiert.

War es denn eine reine Entscheidung pro Usingen oder hat auch etwas gegen Burgholzhausen gesprochen?

WALZ: Es war letzten Endes eine Entscheidung pro Usingen, das muss man so sagen. Denn natürlich kann man bei einem Verbands- oder Gruppenligisten seine Ideen anders umsetzen als in der B-Liga, wo häufig viele Sachen wichtiger sind als der Fußball. Wobei ich sagen muss, dass sich in Burgholzhausen die Einstellung von manchen Spielern sehr gebessert hat.

Da Sie es ansprechen – schafft die Usinger TSG den Klassenerhalt oder übernehmen Sie einen Absteiger? 

WALZ: Die Usinger TSG hat eine richtig gute Mannschaft. Ich habe sie zuletzt am Freitag gegen Vatanspor gesehen, da waren sie nur etwas unglücklich vorm Tor. Ich bin überzeugt, dass sie den Klassenerhalt schafft, auch wenn die Verbandsliga brutal ausgeglichen ist. Aber das ist sie bereits seit Jahren.

Müssen sich die Spieler nach dem Spielertrainer Marcel Kopp jetzt auf den ,harten Hund‘ Marius Walz einstellen?

WALZ: Ach Quatsch, das ist doch Blödsinn. Ich kenne den Verein und viele Spieler, habe meine Vorstellungen, interessiere mich aber nicht für Namen, sondern für die Persönlichkeiten und Fußballer dahinter. Letztlich stehen der Verein und der Erfolg der Mannschaft über allem.

Das heißt, dass die Karten ab dem kommenden Sommer neu gemischt werden?

WALZ: Jeder, der will, wird seine Chance bekommen. Aber dieser Spruch, dass bei einem neuen Trainer jeder bei null anfängt, das ist doch auch Blödsinn. Einer wie beispielsweise Kapitän Torben Selzer, der seit Jahren alles für den Verein gibt, der muss mir doch nichts mehr beweisen.

Zurück zu Ihrem jetzigen Club: Was ist in der Restrunde für Sie und den TV Burgholzhausen als Tabellenfünften in der Kreisliga B noch drin?

WALZ: Das wird davon abhängen, wie trotzig die Spieler sind. Und ich meine das im positiven Sinne. Sie haben sich untereinander zusammengesetzt und meinten, sie wollen mir den Abschied so schwer wie möglich machen. Wir haben jetzt neun sogenannte Endspiele und wollen dabei so erfolgreich wie möglich sein.

ROBIN KUNZE

 

 

 

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