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Meister der Bezirksliga B (Gruppe 1): die Handballer der SG Wehrheim/Obernhain.

Handball, Hochtaunus

Warum die SG Wehrheim/Obernhain sich so überlegen den Titel holte

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Das Wochenende war ein besonderes in der Geschichte der SG Wehrheim/Obernhain. Gleich zwei Männermannschaften feierten Titelgewinne – beide mit fast makelloser Bilanz.

Der Erlebnis-Hof Köppelwiese ist vor allen Dingen für sein Labyrinth bekannt. Um durch ein 2,5 Kilometer langes Wegenetz zu gelangen, solle man rund 40 Minuten Zeit einplanen, ist auf der Homepage zu lesen. Die Handballer der SG Wehrheim/Obernhain haben am Samstagabend darauf verzichtet und sind direkt zum Feiern in der Event-Location übergegangen. Zu der Fete hatte der Vorstand des Vereins eingeladen, der an jenem Tag durch die 1. und 2. Männermannschaft gleich zwei Meisterschaften gewann.

Alles andere als ein Irrgarten war auch der Saisonverlauf für den B-Ligisten aus der Limesgemeinde. Der Weg des Teams von Sebastian Wagner und Marcel Heid – sowohl gleichberechtigte Trainer und als auch gute Kumpels – führte geradewegs zum Titelgewinn in der Gruppe 2, den man am vorletzten Spieltag mit dem 30:23-Sieg über den einzigen Verfolger TV Petterweil II vorzeitig sicherte.

Dass die Mannschaft so souverän der Aufstieg in die Bezirksliga A gelänge, damit habe nicht gerechnet werden können, sagt Heid rückblickend. Die günstige Gelegenheit habe sich im Laufe der Spielzeit erst herauskristallisiert. Eigentlich habe man oben mitspielen wollen, nachdem in der Vorsaison unverhofft als Zweitplatzierter die Qualifikation für die Aufstiegsspiele gelungen war, in denen TuS Nordenstadt sich als eine Nummer zu groß herausgestellt hatte. „Und alle Heimspiele wollten wir gewinnen“, ergänzt Heid. Ausgerechnet in der zumeist gut besuchten Sporthalle der Limesschule musste das Team die einzige Saisonniederlage hinnehmen, am 3. Februar gegen den TV Hattersheim (22:29). Davor und danach wurden alle 20 bisherigen Spiele gewonnen. Saisonabschluss ist am Samstag, 17 Uhr, beim Tabellendritten FTG Frankfurt.

Der Zusammenhalt ist groß

Die hauptsächlichen Gründe für diese überragende Saison – die SG W/O stellt mit dem Torverhältnis von 650:479 auch die beste Abwehr und den besten Angriff der B-Liga-Gruppe – sind für Heid und seinen Trainerkollegen Wagner, die einst gemeinsam für die TSG Oberursel spielten, „der Zusammenhalt und die Entwicklung jedes einzelnen Spielers“.

Die Übungsleiter konnten in den zwei Trainingseinheiten pro Woche konstant mit „mindestens zehn Spielern“ (Heid) arbeiten – auf solche Zahlen kommt mancher Ober- oder Landesligist in der heutigen Zeit nicht mehr. Auf den wegweisenden ersten Vergleich gegen den Rivalen TV Petterweil II, den die SG mit 28:22 ebenso souverän wie das Rückspiel gewann, hatte sich das Team sogar per Videostudium vorbereitet.

Auch die einzige Niederlage habe die Spieler dann nur noch fokussierter gemacht, meint Heid, und mit dem landesligaerfahrenen Patrick Hartmann sei zudem im Herbst genau zur richtigen Zeit eine Führungspersönlichkeit zum Kader gestoßen. Hartmann ist übrigens einer der wenigen Spieler, die nicht in Wehrheim wohnen beziehungsweise keine Vergangenheit bei der SG W/O hatten.

Weil die „Zweite“ ebenfalls bei nur einer Niederlage in der Bezirksliga D triumphierte (Trainer: Heiko Forth und Mark Fritzel), könne im Verein aus einem großen Repertoire an Spielern geschöpft werden. „Unsere Mannschaft bleibt zusammen, Neuzugänge haben wir deshalb nicht geplant“, sagt Heid. Bevor jedoch im Juni das Unternehmen „Bezirksliga A“ angegangen wird, genießen Wehrheims Handballer erst einmal die trainingsfreie Zeit und stoßen auf ihrer Abschlussfahrt in Bayreuth garantiert auf den ein oder anderen Sieg an.

Die SG Wehrheim/Obernhain im letzten Heimspiel der Saison gegen den TV Petterweil II: Steffen Wagner, Ben Ernst; Christopher Butsch (5/1), Patrick Hartmann (4/1), Tim Dawid (4), Timo Terkowsky, Thorben Bonin, Malte Streim (je 3), Alexander Faust, Jan Ernst, Sebastian Pierags (je 2), Felix Schmidt, Florian Goslar (je 1), Leonard Pohl.

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