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Für Höhenflüge vorbereitet: Bei der TSG Wehrheim wurde die Stabhochsprunganlage aus dem Winterschlaf geholt. Die Athleten Gordon Porsch, Fynn Lenzner, Karolin Leiacker, Nick Lehl und Trainer Uli Lehl (v. l.) freut es. Jetzt fehlt nur noch das O.k. der Gemeinde.

Leichtathletik, Hochtaunus

TSG Wehrheim: Die Hardware ist wieder installiert

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Stabhochspringer bauen ihre Anlage auf und sehnen die ersten Übungseinheiten herbei. Wie die TSG Wehrheim sich auf den Trainingsstart vorbereitet.

Viele Hände, schnelles Ende. Nur rund zwei Stunden hat es gedauert, dann hatten die 14 Helfer, darunter auch Athleten und Trainer, die Stabhochsprunganlage im Wehrheimer Oberloh-Stadion aufgebaut. Nachdem Mitte letzter Woche aus dem hessischen Innenministerium das Signal kam, dass unter Beachtung diverser Hygienevorschriften Vereinssport wieder möglich sei, wollte man bei der TSG Wehrheim vorbereitet sein und schon einmal die "Hardware" für den Trainingsbetrieb installieren.

"Bisher waren die einzeln Elemente quasi noch im Winterschlaf und eingelagert. Dank der tollen Unterstützung durch die Firma Meyer Logistik haben wir schnell einen Lkw mit Hebebühne und einer Fachkraft erhalten. Dadurch konnte die aus rund 20 recht sperrigen Elementen bestehende Anlage aus dem Depot geholt und ins Stadion transportiert werden", berichtet Abteilungsleiterin Anette Fröhlich.

Vor Ort war dann Handarbeit angesagt. Unter der Regie der Trainer Uli Lehl und Dietmar Porsch wurden die einzelnen Elemente fachgerecht zusammengebaut und fixiert. Auch die beiden über sechs Meter hohen Ständer für die Latte konnten verankert und justiert werden.

Die Sprungkissen, die mit den Maßen acht Mal sechs Metern den internationalen Anforderungen des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF entspricht, war auch schon bei einer Weltmeisterschaft im Einsatz. Nach den Titelkämpfen 2009 in Berlin ging sie zurück an den Hersteller in Süddeutschland, der sie für einzelne Events bundesweit vermietete.

Anlage: Walton stellte den Kontakt her

Der damalige TSG-Abteilungsleiter Frank Walton nahm dann 2015 den Kontakt zu der Sportgerätefirma auf. Die Anlage - der Neupreis hat den Wert eines Mittelklassewagens - konnte dank der Unterstützung diverser Sponsoren für einen fairen Betrag in den Taunus geholt werden. Nach Meinung einiger Trainer und Athleten ist die Anlage der TSG Wehrheim die aktuell Beste in ganz Hessen.

Wann nun in Wehrheim wieder die Stäbe ausgepackt werden, ist aber noch offen. "Am Dienstag gibt es eine Sitzung des Gesamtvorstandes. Dort werden die Empfehlungen der einzelnen Sport-Fachverbände besprochen und diskutiert, wie diese für die bei uns angebotenen Sportarten anwendbar sind", erläutert Abteilungsleiterin Fröhlich. Ende der Woche würden die Abteilungen über die durchzuführenden Hygienevorschriften informiert. Sobald alle Vorgaben geregelt seien, könne der Trainingsbetrieb moderat anlaufen.

"Bis dahin", so Fröhlich, "haben wir noch einiges an Arbeit. Schon jetzt erstellen wir intern Stundenpläne, welche Kleingruppen wann und unter welcher Leitung trainieren könnten. All diese Dinge müssen schriftlich fixiert und genau dokumentiert werden. Wie sieht es mit dem Zugang zur Anlage aus? Wer ist für die Beschaffung und das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln zuständig? Es gibt für die Organisation noch eine Menge Fragezeichen."

Athleten können es kaum mehr abwarten

Klar ist, dass die Athleten möglichst schnell wieder springen wollen. "Ich habe rund zwei Monate keinen Stab mehr in der Hand gehabt. Deshalb freue ich mich Besonders aufs Springen", sagt Karolin Leiacker. Die 18-Jährige aus Neu-Anspach trägt erst seit Beginn des Jahres das Trikot der TSG Wehrheim, konnte nach ihrem Wechsel von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach aber noch bei ihrem neuen Verein nicht auf dem Oberloh trainieren.

"Wenn man hier beim Aufbau mit angepackt hat, möchte man eigentlich gleich loslegen", sagt Karolin Leiacker, "das Training der letzten Wochen daheim war eher alternativ geprägt. Ich habe an der Decke des Carports Ringe angebracht, die sonst Turner nutzen, um bestimmte Übungen absolvieren zu können."

Jeremy McQueen ist kein reiner Springer, muss als Zehnkämpfer jedoch ebenfalls möglichst hoch hinaus. "Ich habe im Winter wegen Problemen mit meinem Knie kaum Stabtraining absolviert und steige jetzt in dieser Disziplin quasi wieder ein", erzählt der junge Hessenkader-Athlet, "in den letzten Monaten standen andere Trainingsblöcke im Mittelpunkt. Ich habe recht viele Läufe, auch über längere Distanzen, Krafttraining und Stabilisationsübungen absolviert. Das Diskuswerfen erfolgte auf einem Feld hinter dem Wehrheimer Freibad, aktuell läuft ein Übungsblock mit dem Speer", erzählt Jeremy.

Selbstverständlich sind die Felder für das ungewöhnliche Freiluft-Training weiträumig gesichert. Wann die Athleten wieder einen Wettkampf erleben dürfen, ist wegen der Corona-Krise unklar.

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