Sie hatten in ihrer Premierensaison in der 3. Bundesliga viel Spaß: Fabian Urban (2. von links) und Vladislav Mitrofanov (3. von links) vom TV Weißkirchen. FOTO: STROHMANN
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Sie hatten in ihrer Premierensaison in der 3. Bundesliga viel Spaß: Fabian Urban (2. von links) und Vladislav Mitrofanov (3. von links) vom TV Weißkirchen.

Kunstturnen, Hochtaunus

TV Weißkirchen: Viel Trainingsfleiß und eine deutsch-russische Freundschaft

Die Drittliga-Turner des TV Weißkirchen hoffen auf eine verkürzte Saison. Im Kader wird es Veränderungen geben.

Neulich haben Fabian Urban und Vladislav Mitrofanov, die beiden 20-jährigen Turner des TV Weißkirchen, wieder gemeinsame Sache gemacht. Urban erreichte eine Whatsapp seines Teamkollegen aus Jekaterinburg, die eine gewisse Dringlichkeit hatte. "Wegen einer Deutsch-Prüfung hat Vladi mich um Rat gefragt, da habe ich gerne geholfen", lächelt der Oberurseler.

Kumpel Mitrofanov ist in seiner russischen Heimat derzeit mit Klausuren an der Universität beschäftigt. Eigentlich hatte der Student der Politikwissenschaften und Ausnahmeturner in den Semesterferien wieder einen Abstecher in den Hochtaunus geplant, um die Drittliga-Turner des TV Weißkirchen zu verstärken, das Gästebett im Hause Urban ist schon freigehalten. Dank Mitrofanovs Hilfe hatte der TVW als Aufsteiger 2019 in hochspannenden Duellen gegen die TSG Sulzbach und den TV Isselhorst zweimal hauchdünn die Nase vorne gehabt, mehr als 200 Zuschauer feierten das, und der Klassenverbleib war dem Drittliga-Nachrücker dann sogar vorzeitig sicher.

Jetzt sind die Weißkirchener in der kommenden Saison, so sie denn kommt, nicht unbedingt auf den Russen angewiesen. Der Verband hat beschlossen, die verkürzte Runde ohne Absteiger zu beenden. Diese nächste Saison soll für die Mannschaft um Fabian Urban, den Sportler des Jahres im Hochtaunus, von den Lesern dieser Zeitung gekürt, am 10. Oktober mit einem Heimwettkampf gegen den KTV Hohenlohe beginnen. Austragungsort wäre die Eichwaldhalle in Sulzbach.

"Wir sind sehr froh, dass überhaupt Wettkämpfe für uns geplant sind", freut sich Urban - auch wenn die Deutsche Turnliga das alles nur unter strengen Corona-Auflagen genehmigt. Was wiederum für die Aktiven mehr Arbeit bedeutet, die sowieso voll in den Aufbau und dann auch in die Einteilung der Sporthalle in verschiedene Bereiche involviert sein werden. Für den TVW mit seinem Vorzeigeturner Julian Peters kein Problem. Auch was den Trainingsbetrieb anbetrifft, müsse man sich auf verschiedene behördliche Vorgaben einstellen, meint Urban. "Wenn man sich dran gewöhnt hat, geht es."

Trainiert wird vor allem in Kirdorf

Weißkirchens Turner bereiten sich bereits seit Monaten auf die Drittligasaison vor, wobei dreimal pro Woche in der neuen Halle am Gluckenstein bei der SGK Bad Homburg trainiert wird und einmal in Stierstadt. Um bessere Trainingsvoraussetzungen mit modernen Geräten in neuer Turnhalle genießen zu können, seien die Aktiven bei der befreundeten SGK gar in den Verein eingetreten, erzählt Urban. In der Gesamtschulsporthalle in Stierstadt gestalte sich das Training in Corona-Zeiten dagegen etwas schwieriger, weil es mehrere Sportgruppen gebe, unter denen die verfügbare Fläche aufgeteilt werden müsse.

So oder so: Hochmotiviert arbeitet das Team der Trainer Erich Kalhöfer und Gerhard Benner auf seine zweite Drittliga-Saison hin. Der TVW wurde in die Nord-Gruppe B eingeteilt und soll nach dem Auftakt am 10. Oktober noch am 24. Oktober in Isselhorst und am 14. November in Sulzbach gegen die heimische TSG antreten. Das war's auch schon. Besser als nichts, bei den Frauen ist die Drittliga-Saison beispielsweise frühzeitig abgesagt worden.

Da es in diesem Jahr keine Absteiger gibt, sollen beim TVW verstärkt Talente aus dem eigenen Nachwuchs eingebaut werden. "Das ist ein großer Vorteil für uns", meint Fabian Urban. Sein jüngster Bruder Marlon soll ebenso wie Patrick Ohl und Mika Blohsfeld Einsatzmöglichkeiten bekommen und sich so weiter verbessern. Robin Heyser, der berufsbedingt in München lebt und wegen der verschärften Corona-Regeln in Bayern kaum trainieren kann, wird eine Pause einlegen.

Und Mitrofanov? Sein Mitwirken wird sich kurzfristig entscheiden. "Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt", sagt Fabian Urban. Selbst wenn es nur dem besseren Abschneiden bei Uni-Klausuren dient. 

THORSTEN REMSPERGER UND GERHARD STROHMANN

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