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Zu blocken versucht Ali Shabaz (SpVgg 05/99, re,) diesen Schuss von Dominik Bauss (Teutonia Köppern).

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Weißkirchens Fußballer sind die Laterne los, Köppern bleibt oben dran

Am vorletzten Spieltag der Hinrunde stellt Abstiegskandidat SGE Feldberg in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus Titelfavorit FV Stierstadt beinahe ein Bein - und fällt nach der elften Niederlage auf den hintersten Platz zurück, da der nun punktgleiche FC Weißkirchen sich bei der SG Eschbach/Wernborn behauptet. Fast alle Mannschaften aus der vorderen Tabellenhälfte gehen als Sieger vom Platz. Und zweimal gibt es ein 5:4.

Eintracht Oberursel - SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach 5:4 (2:0): Mit 5:0 führten die Oberurseler noch in der Schlussphase und hatten nach der Hinausstellung von Jannik Brinkmeier - er sah Mitte der zweiten Halbzeit binnen weniger Sekunden wegen Foulspiels und Meckerns die Gelb-Roten Karte - einen Akteur mehr auf dem Feld. Doch nach der Einwechslung von Patrick Hildebrandt drehte die SGWP auf: Binnen elf Minuten trafen die Gäste viermal. "Da haben wir die Orientierung verloren", stellte Eintracht-Pressewart Thomas Pfettscher fest. In der restlichen Nachspielzeit schaukelte Oberursel das Ding aber noch über die Runden. Und der Wehrheimer Daniel Heise erhielt, weil er sich zu arg beschwerte, noch Gelb-Rot.

Tore: 1:0 Ofoe (15.), 2:0 Mohabat (31.), 3:0 Mohabat (51.), 4:0 Mohabat (63.), 5:0 Duddeck (73.), 5:1 Krawczyk (81.), 5:2 Gräfe (86.), 5:3 Gräfe (88.), 5:4 Waldschik (90. + 2).

FC Neu-Anspach II - EFC Kronberg 1:2 (1:0): Auch im vierten Match in Folge konnte der gastgebende FC nicht gewinnen - dabei hatte er genügend Gelegenheiten, um mehr als nur ein Tor zu markieren. Sechs bis acht Treffer hätte sein Team bis zum Pausenpfiff vorlegen, konnte Trainer Raffaele Parisi die Abschlussschwäche nicht fassen. So blieb es beim "Glücksschuss" von Avni Zejnullahu, der Torwart Nicholas Seiler überraschte. Nach dem Seitenwechsel verpasste Anspach II zu erhöhen, ehe Paul Holstein aus 25 Metern Maß nahm und egalisierte. "Dann kam Kronberg mit der zweiten Luft", so Parisi. Und in der Schlussphase machte Stefan Both mit einem verwandelten Foulelfmeter den vierten Sieg des EFC in Serie perfekt. "Kronberg in dieser Verfassung hätten wir besiegen müssen. Die Spielanlage ist nicht unser Problem. Hätten wir einen Torjäger, würden wir vorne mitspielen", resümierte Parisi.

Tore: 1:0 Zejnullahu (45. + 1), 1:1 Holstein (56.), 1:2 Both (80./FE).

SG Eschbach/Wernborn - FC Weißkirchen 1:4 (0:2): Die dritte Niederlage am Stück konnte die SGEW nicht vermeiden. "Es war eines der schlechtesten Spiele von uns", sagte Spielausschuss Rainer Wacup. Zwar forcierten die Gastgeber nach Auswechslungen in der Pause ihre Offensivbemühungen. Doch es gab kaum ein Durchkommen. Lediglich Murat Kaya mit einem listigen Schuss ins kurze Eck sorgte für etwas Hoffnung. Die Weißkirchener agierten recht stabil und gingen als "verdienter Sieger", so Wacup, vom Feld. Vor allem bei Kontern sorgten die "Blauen" für Gefahr und feierten den höchsten Saisonsieg.

Tore: 0:1 Bornemann (4.), 0:2 Seeger (38.), 1:2 Kaya (61.), 1:3 Großmann (84.), 1:4 Güral (90. + 5).

SG Oberhöchstadt - SGK Bad Homburg 5:4 (1:2): Lars Steier avancierte in der Endphase zum entscheidenden Akteur. Erst markierte der SGO-Kapitän das 4:3 und drei Minuten vor Buffalo das 5:4. "Wir waren dann dem 6:4 noch näher als die SGK dem 5:5 und haben völlig verdient gewonnen", verwies der Spielausschussvorsitzende Christian Oppermann auf Chancen von Vincent Dupuy De la Grand Rive und Nils Klenk.

Auch wenn das Team zur Pause zurücklag, hätte es laut Oppermann wegen vieler Chancen eigentlich vorne liegen müssen. Die Kirdorfer zeigten aber auch Moral, denn das 4:4 durch einen verwandelten Foulelfmeter von Emre Yilmaz erzwangen sie in Unterzahl; Torwart Claudio Kroll hatte nach einem Foul außerhalb des Strafraums die Rote Karte gesehen (79.).

Tore: 1:0 Muth (7.), 1:1 Schmidt (33.), 1:2 Eltayeb (44.), 2:2 Assmus (46.), 3:2 Muth (53.), 3:3 Osagie (66.), 4:3 Steier (76.), 4:4 E. Yilmaz (84./FE), 5:4 Steier (87.).

SGE Feldberg - FV Stierstadt 2:4 (1:1): Bis kurz vor Schluss schnupperte der krasse Außenseiter an einer Überraschung - doch dann schlug Tim Pelka wieder einmal eiskalt zu. Tief in der Nachspielzeit machte André Becher mit einem Freistoß alles klar. "Ein großes Lob für die Mannschaft. Wir haben sehr gut verteidigt, kluges Umschaltspiel gezeigt und waren bei Standards gefährlich", bilanzierte SGE-Trainer Manfred Klug. Sogar der Führungstreffer zum 3:2 sei möglich gewesen. Sein spielender Kollege Christian Liebig meinte: "Man hätte das Spiel gar nicht anpfeifen dürfen, der Platz war in einer Hälfte noch gefroren." Allerdings machte er seinen Akteuren den Vorwurf, die Partie schon vor dem Anpfiff als gewonnen abgehakt zu haben.

Tore: 0:1 Pelka (33.), 1:1 Ziehr (42.), 1:2 Sak (61.), 2:2 Gashi (62.), 2:3 Pelka (87.), 2:4 Becher (90. + 5).

FC Oberstedten - FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach 6:2 (1:2): In der Halbzeitpause hatte Rüdiger Rau noch Falten auf der Stirn. Doch was dann in den zweiten 45 Minuten passierte, ließ den Sportlichen Leiter des FCO zumindest leicht verzücken: "Wir haben tolle Tore herausgespielt. Nach dem 2:2 gab es Einbahnstraßenfußball, das war mit die spielerisch beste Leistung in dieser Saison."

Vor der Pause hatte der Tabellenzweite noch Mühe gehabt, seinen Rhythmus zu finden, es war schon eine zähe Angelegenheit. Zwar konnte der Rückstand nach nur wenigen Sekunden bald egalisiert werden, doch dies führte nicht dazu, Sicherheit ins Spiel zu bringen. Im Gegenteil, Mitte der Halbzeit brachte Dominik Eder die FSG ein zweites Mal nach vorne. Als dann Tobias Eichsteller nach einer Stunde das 2:2 markierte, legte Oberstedten kontinuierlich nach. In der Nachspielzeit sah FSG-Kapitän Sören Hofmann wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

Tore: 0:1 Schäfer (1.), 1:1 Klier (7.), 1:2 Eder (25.), 2:2 Eichsteller (60.), 3:2 Mahbubi (64.), 4:2 Rünzi (70.), 5:2 Rollow (78.), 6:2 Jegham (81.).

SV Seulberg - SG Ober-Erlenbach 0:5 (0:2): "Wir gehen auf dem Zahnfleisch, leider ist derzeit nicht mehr möglich", konstatierte SVS-Vorstand Michael Horn nach der vierten Niederlage in Folge. Zehn potenzielle Stammkräfte, sagte er, konnten diesmal nicht eingesetzt werden; so fehlte auch Stammkeeper Nick Vogt. Die Ober-Erlenbacher, die spielerisch überlegen waren, agierten recht clever und ließen zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen, wer die Punkte einkassieren würde. Die Seulberger hatten lediglich eine gute Chance, und zwar durch Marco Schmidt - da stand es bereits 0:4.

Tore: 0:1 T. Pottmeyer (19.), 0:2 Seitz (40.), 0:3 S. Seitz (55.), 0:4 Bremerich (63.), 0:5 S. Grassler (90.).

STEFAN FRITSCHI

Dominik Bauss betätigt den Dosenöffner: Köppern ringt "Nullfünfer" mit 3:0 nieder

Ralf Haub stellte sich nach Abpfiff der Partie auf den Rasen und klatschte sich mit jedem seiner vorbei laufenden Spieler beim Gang in die Kabine ab. Auch wenn es die vierte Niederlage in Folge für seine Mannschaft war, blieb der Trainer der SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg ruhig. Denn die Gründe für die Negativserie sind den ambitioniert gestarteten Bad Homburgern bekannt: Viele Spieler fallen gesperrt oder verletzt aus, und der heimische Platz ist derzeit kaum bespielbar.

Auch bei der gestrigen 0:3 (0:1)-Niederlage in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus bei Teutonia Köppern musste Haub sieben potenzielle Stammspieler ersetzen. "Das können wir nicht auffangen", erklärt Haub. Aber unabhängig von der angespannten personellen Lage sei es ein "verdienter Sieg für Köppern". Und das war es auch. Denn gleich in der Anfangsviertelstunde hatten die Hausherren einige gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. In der 9. Minute tauchte Köpperns Stürmer Luka Milic frei vor Gäste-Torwart Marco Häfner auf, konnte die Kugel aber noch nicht im Tor unterbringen.

Es dauerte bis zur Einwechslung von Offensivspieler Eric Kemen (27.) ehe die Gäste richtig in die Puschen kamen und spielerisch mithalten konnten. In der Folge war die Partie ausgeglichen. Die Gäste waren nun bissiger in den Zweikämpfen, kamen zu Abschlussmöglichkeiten. Doch Köpperns Defensive stand sicher und stellte einmal mehr unter Beweis, warum sie die wenigsten Gegentore (19) in der Liga kassiert hat.

Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst lag der Ball im Köpperner Tor, doch Schiedsrichter Martin Ivanovic Lamara (Linden) zeigte Abseits an. Im direkten Gegenzug hatte Fabian Bannert die große Chance, den Führungstreffer für die Teutonia zu erzielen, aber Häfner parierte den Schuss stark. Wiederum nur Sekunden später zappelte der Ball dann doch im Netz der Bad Homburger. Köpperns Dominik Bauss schob aus fünf Metern ein (45.). "Der Treffer direkt vor der Pause war der Dosenöffner für uns", analysierte Alexander Fievet, Trainer von Teutonia Köppern, nach der Partie. "Wir haben eine ordentliche Leistung gegen einen ersatzgeschwächten Gegner gezeigt", ordnete Fievet den "Arbeitssieg" seiner Mannschaft ein.

In der zweiten Hälfte war Teutonia Köppern dann von Beginn an spielbestimmend und machte bereits in der 48. Minute einen großen Schritt in Richtung dritter Sieg in Folge. Dieses Mal konnte Milic Häfner überwinden. Auch wenn Köppern zwischenzeitlich etwas Tempo herausnahm, kam man zu weiteren Tormöglichkeiten wie durch Carsten Hofmann, dessen Freistoß aus rund 25 Metern an den Pfosten klatschte (79.). Die Gäste konnten in der Folge nie wirklich gefährlich werden. Den Schlusspunkt der Partie setzte Milic, nach toller Vorarbeit von Bannert (mit der Sohle durchgesteckt), in der 86. Minute. Nach diesem Spiel bleibt Köppern auf Platz drei und die SpVgg 05/99 klebt weiterhin auf dem Relegationsplatz fest.

BJÖRN HAHN

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