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So weit wie noch nie

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Von: Thorsten Remsperger

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Die Leichtathletik-Freunde im Kreis – und nicht nur die – bestaunen Maryse Luzolo. Sie sprang ausgerechnet bei den deutschen Meisterschaften zur Bestleistung.

Das eigentlich Überraschende am großen Erfolg der Maryse Luzolo ist, dass es so lange gedauert hat, bis sie so weit gesprungen ist. Mehr als drei Jahre schien ihre Bestleistung von 6,47 Metern, gesprungen bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften im heimischen Frankfurt, wie zementiert. Und das, obwohl die mittlerweile 20 Jahre alte Weitspringerin des Königsteiner LV seitdem so viel getan hat, um sich zu verbessern.

Seit Herbst 2014 wird sie von Jürgen Sammert trainiert, im Herbst 2015 wechselte sie dann komplett in die Trainingsgruppe des Erfolgscoaches, der beispielsweise auch die Siebenkämpferin Claudia Rath unter seinen Fittichen hat. Sechsmal trainiert die Biologie-Studentin seitdem in der Woche, die bis zum 15. Lebensjahr auch mal einfach so ein, zwei Monate Pause machte mit dem Sport, weil ihr andere Dinge wichtiger waren. Dennoch musste Maryse Luzolo bis zu den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig warten, was wiederum einen idealen Rahmen für eine solche Bestleistung darstellte: 6,51 Meter, Silber hinter der überragenden Alex Wester (6,75 Meter).

Luftsprünge an der Grube

Es war der vierte von sechs Versuchen, der Luzolo kurz darauf zu Luftsprüngen außerhalb der Grube verführte. „Er hat sich gut angefühlt“, blickt sie zurück, „ich habe aber erst nur gedacht: wahrscheinlich ganz okay.“ Erst als die Zahlen auf der Anzeigentafel der Arena blinkten, ließ sie ihrer Freude freien Lauf. Nachdem Wester sie als Erstes geherzt hatte. Mit der deutschen Meisterin aus Köln ist Luzolo eng befreundet, Silvester haben die beiden zusammen gefeiert. Von Sammert erntete die Frankfurterin mit kongolesischen Eltern ebenso viel Lob: Fünf Sprünge über sechs Meter, nur einer ungültig.

Es habe sich gelohnt, am Anlauf zu arbeiten, freut sich Luzolo, prompt traf sie, die Athletin mit der gewaltigen Sprungkraft und dem großen Hang zum Übertreten, jedes Mal den Balken. Einen Aufwärtstrend nach durchwachsener Saison 2015 hatte sich für die Kaderathletin bereits Mitte Januar in Kalbach beim Gewinn der deutschen Hochschul-Meisterschaften angedeutet. Da war die Bronzemedaillen-Gewinnerin der Jugend-WM 2014 in Eugene (USA) schon 6,43 Meter geflogen. In ein Flugzeug setzt sich Maryse Luzolo dann am Donnerstag: Es geht mit dem Team Sammert ins Trainingslager nach Belek. An der türkischen Rivera kann die DM-Zweite an ihrer Form feilen. Wäre doch super, wenn sie die nächste Bestleistung, dann unter freiem Himmel, zu den Europameisterschaften nach Amsterdam befördern würde.

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