Reitsport

Wenn Dressurspezialisten zu Springreitern werden

  • schließen

Zum 32. Mal findet der Kombinierte Teamwettbewerb Hessen-Nassau statt. Für die Hochtaunusreiter ist der Wettbewerb beim RFV St. Georg Oberursel-Bommersheim nicht gerade das, was man einen großen Erfolg nennt.

Erst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. Ex-Bayern-Profi Jürgen Wegmann, dem dieser Satz zugeschrieben wird, saß zwar nicht auf der Tribüne in der Bommersheimer Reithalle. Er hätte, so „gesteckt voll“ sie war, wohl auch keinen Platz mehr bekommen. Und doch passte sein Spruch zum nicht gerade berauschenden Ergebnis der heimischen „Kavallerie“, die sich beim zweitägigen Kombinierten Mannschaftswettbewerb zum Aufgalopp in die neue Saison eingefunden hat. Die Gastgeber vom RFV St. Georg Bommersheim können sich über Nichterwähnung auf dem mit nunmehr 32 Messingschildchen geschmückten Wanderpokal nicht beschweren, weil sie ihn bisher viermal gewonnen haben. Unter den 22 in der Kombination aus Dressur und Springen gewerteten Vereinen wurde es diesmal aber nur Rang zwölf.

Weit entfernt vom Podest bewegte sich auch die reitende Delegation aus Usingen. Die RSG Hattsteiner Hof wurde 16., der RFV Usingen, immerhin auch schon einmal Pokalsieger, musste sich mit Rang 19 begnügen.

Grund zur Freude gab es für die Bommersheimer aber trotzdem. So voll wie am Sonntag beim abschließenden Teamspringen war es auf der Tribüne und vor der Essensausgabe selten. Und so dick war das Lob von Dr. Wolfgang Kubens, Vizepräsident des Pferdesportverbandes Hessen und Vorsitzender des Regionalverbandes Hessen-Nassau, für die hervorragende Turnierorganisation bisher auch noch nicht. Bereits vor 20 Jahren hat der Kombinationswettkampf, mit dem die Reiter traditionell in die neue Saison starten, seine Heimat in Bommersheim gefunden, und Kubens, der „durchweg nicht nur guten Sport, sondern auch viel Sportlichkeit im Umgang miteinander“ gesehen hat, machte nicht den Eindruck, als wolle er daran etwas ändern.

In der Tat ging es unter den Teams, aber auch auf der Tribüne, sportlich sehr fair zu. Den strahlenden Medaillenträgern wurde zugejubelt. Die Mannschaften des RFV Wiesbaden Erbenheim II und I, räumten mit 43 beziehungsweise 32 Punkten Gold und Silber ab. Auf den Bronzerang kam der RFV Schwanheim, ebenfalls mit 32 Zählern, aber dem schlechteren Dressurergebnis. Die Schwanheimer hatten im Vorjahr ganz oben auf dem Podest gestanden.

Das Besondere am Kombinierten Mannschaftswettkampf ist, dass jeder Verein zwei Mannschaft mit je vier Reitern stellen muss, eine in der Dressur und eine im Springen. Allerdings muss einer der Dressurreiter auch im Springen antreten, was die Sache zwar sehr interessant und spannend macht, aber auch schwierig, denn: Wer es nicht gewöhnt ist, im Springparcours trotz fortlaufender Nummerierung den Überblick zu wahren, kann sich schon recht leicht im Stangenwald verirren. Das taten denn auch einige, bei anderen konnte ein aufmerksames Publikum das gerade noch verhindern, indem es den Reitern die Farben der Hindernisse zurief, was aber auch nicht immer half: „Rot, Blau, Grau, Schwarz, Schwaa-haaarz. Deutschland“. Der letzte Sprung („Deutschland“) war schwarz-rot-gold lackiert und in seiner nationalen Farbenpracht gut zu identifizieren.

Dennoch: Bommersheims Schlussreiter Bernd Neumann hatte im Sattel von „Dreammaker“ offenbar etwas geträumt und „Deutschland“ zum vorletzten Sprung gemacht, indem er den gleich nebenan stehenden „Dreier“ sicherheitshalber noch einmal überwand und die Lacher damit auf seiner Seite hatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare