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Dauerbrenner: ?Milo? Crnjac ist seit 22 Jahren Trainer des MTV. Seine Korbjäger weiß er stets aufs Neue zu einer tollen Einheit zu formen.

Basketball

Wenn der Spirit Berge versetzt

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Einem roten Faden gleich ziehen sich bei den Kronberger Korbjägern Ausfälle aus unterschiedlichsten Gründen durch den bisherigen Saisonverlauf. Das war in der Anfangsphase der Regionalliga-Runde so – und das ist auch am Sonntag im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern der Fall. Und im Anschluss wartet sogar noch ein weiteres Handicap auf den MTV.

Mit einem Heimspiel gegen den Tabellensiebten 1. FC Kaiserslautern endet für die Basketballer des MTV Kronberg an diesem Sonntagnachmittag (17.30 Uhr) die Vorrunde in der 1. Regionalliga Südwest.

Unser TZ-Mitarbeiter Gerhard Strohmann hat sich zu Beginn des neuen Jahres mit MTV-Trainer Miljenko Crnjac unterhalten. Crnjac arbeitet bei den Burgstädtern als Coach in seiner sage und schreibe 22. (!) Saison am Stück. In Personalunion ist er auch noch Trainer der Kronberger Regionalliga-Damen sowie als Sportlicher Leiter der Basketball-Abteilung tätig. Ein Hansdampf in allen Gassen folglich.

Der elfte Tabellenplatz nach dreizehn absolvierten Spieltagen darf für eine Mannschaft, die zu Saisonbeginn erst aufgestiegen ist, doch gewiss als Erfolg gewertet werden, oder wie sehen Sie das?

MILJENKO CRNJAC: Absolut. Mit unseren vier Siegen gegen Lich, Hockenheim, Mainz und Limburg haben wir bisher eine exzellente Vorrunde gespielt, die uns vor der Saison wohl niemand so zugetraut hatte.

Vor dem Saisonstart wurde der MTV von den Experten eher als Absteiger Nummer eins angesehen. Weshalb ist es dann aber so gut gelaufen, obwohl nach dem Aufstieg doch keinerlei Verstärkungen verpflichtet werden konnten und man mit Jugend-Nationalspieler Felix Hecker sogar noch einen Leistungsträger abgegeben hat?

CRNJAC: Das ist korrekt. Wir sind gewiss die einzige Mannschaft in der 1. Regionalliga, die keinen einzigen US-Amerikaner oder ausländische Profis im Kader stehen hat. Zum einen verfügen wir bei unserem Budget gar nicht über die finanziellen Mittel für eine derartige Verpflichtung, zum anderen würde das auch gänzlich hilosophie widersprechen. Wir setzen auf Talente aus der Region und natürlich aus der eigenen Jugend wie Noah Litzbach, Florian Dietrich, Ante Brko und Philipp Bardtke. Die gilt es zu fördern.

Hat der MTV Kronberg mit den vier Siegen in den bisherigen 13 Begegnungen eigentlich das Optimum erreicht?

CRNJAC: Wenn man bedenkt, dass wir in den Spielen gegen Stuttgart, Tübingen und Saarlouis bis Sekunden vor Schluss jeweils noch eine echte Siegchance hatten, war unter dem Strich sogar noch mehr drin gewesen. Aber damit beschäftigen wir uns nicht, sondern sind sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben.

Was glauben Sie: Was zeichnet die aktuelle Regionalligamannschaft des MTV denn aus?

CRNJAC: Ganz klar, es ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Von der Qualität unseres Kaders können wir uns nicht mit den Konkurrenten messen, die teilweise unter Profi-Bedingungen arbeiten und sich sehr, sehr nahe am Niveau der Pro B bewegen. Bei uns kam sogar noch erschwerend hinzu, dass wir bislang noch kein einziges Mal in Bestbesetzung antreten konnten, weil wegen unterschiedlichster Verletzungen oder auch Urlauben immer wieder Spieler aus der Starting Five ersetzt werden mussten. Aber gerade in diesen personell schwierigen Situationen hat unser außergewöhnlicher Teamspirit Berge versetzt.

Steht nun nach der Weihnachtspause am Sonntag gegen den 1. FC Kaiserslautern endlich einmal die bestmögliche Mannschaft auf dem Spielfeld oder müssen Sie etwa erneut improvisieren?

CRNJAC: Leider befindet sich unser Topscorer Frederik Zwiener noch in seinem Urlaub. Dazu fehlen mit dem verletzten Emil Matevski und dem erkrankten Fabrizio Dicone auch noch zwei Routiniers, so dass es auch gegen die Roten Teufel unsere junge Garde richten muss.

Das Spiel am Sonntag mit eingerechnet, stehen für den MTV in dieser Saison bis zum 28. April – dem Abschlussspiel in Schwenningen – noch 15 Begegnungen auf dem Programm. Wie groß sind aus Ihrer Sicht die realistischen Chancen auf den Klassenverbleib?

CRNJAC: Nach der Partie gegen Kaiserslautern haben wir in der Rückrunde eine wahre Mammutaufgabe zu bewältigen. Von den 14 Spielen können wir nämlich nur fünf in der Sporthalle der Altkönigschule bestreiten und müssen neun Mal auswärts ran. Der Klassenerhalt wäre für uns vor diesem Hintergrund schon eine kleine Sensation. Sollten wir absteigen müssen, wäre das allerdings auch kein Beinbruch.

Auf was dürfen sich die Fans am Sonntag und in den weiteren Heimspielen, die in diesem Jahr noch anstehen, freuen?

CRNJAC: Wir versprechen, wie für jedes unserer Spiele, unser Bestes zu geben und wollen die Zuschauer in jedem Spiel mit unserem Basketball begeistern. Das ist sozusagen unser guter Vorsatz für das Jahr 2018.

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