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Hübsch (und) erfolgreich: Jana Löber.

Talent Jana Löber

Wenn Träume wahr werden

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Beim Sieg gegen Bristol, mit dem die Fußballerinnen des FFC Frankfurt am vergangenen Wochenende ins Halbfinale der Champions-League einzogen, setzte die Hofheimerin das Sahnehäubchen und traf in der Nachspielzeit zum 7:0.

Nicht erst seit dem Gewinn der Europameisterschaft im Sommer 2013 erfährt der Frauenfußball in Deutschland großen Zuspruch. Viele junge Mädchen fangen an, den Sport im Verein auszuüben und eifern ihren Vorbildern nach. Durch die Erfolge der deutschen Nationalmannschaft, die zu den weltbesten Teams ihrer Sportart zählt, ist der Frauenfußball immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die 17 Jahre alte Jana Löber aus Lorsbach hat diese Erfolge nicht als Anstoß benötigt, um sich für Fußball zu begeistern. Ihr zwei Jahre älterer Bruder nahm sie früh mit ins Training des FC Lorsbach. Schon damals jagte sie mit grenzenloser Begeisterung der Kugel hinterher. „Durch meinen Bruder“, sagt Jana Löber, „bin ich überhaupt erst zum Fußball gekommen“.

Nach einem Wechsel zum Nachbarverein FC Marxheim nahm sie an einer Fußballschule des FFC Frankfurt – eine der ersten Adressen im deutsche Frauenfußball – teil und wurde prompt gefragt, ob sie sich nicht einen Wechsel in den Nachwuchsbereich des Clubs vorstellen könnte. Jana Löber überlegte nicht lange und sagte zu.

Das ist nun schon sieben Jahre her. Zwar war den Eltern klar, dass der Wechsel ihrer Tochter mit einigem Zeitaufwand verbunden sein würde, doch, sagt Jana Löber: „Meine Eltern stehen auch heute jederzeit hinter mir und tun alles für den Sport.“ Parallel gelang ihr der Sprung über die Kreis- in die Hessenauswahl, mit der sie im Mai 2012 in Duisburg deutscher Meister der U15-Juniorinnen wurde. Kein Wunder, dass auch die DFB-Trainer auf die talentierte Hofheimerin aufmerksam wurden und sie in die nationalen Auswahlmannschaften holten. Bei der U 17-Europameisterschaft in England sicherte sich die Nationalmannschaft mit Jana Löber im Aufgebot den Titel.

Wovon viele Sportler träumen, hat das Mädchen mit den langen blonden Haaren schon geschafft, bevor ihre Karriere im Aktivenbereich überhaupt richtig angefangen hat. „Der Gewinn der Europameisterschaft ist natürlich etwas ganz Besonderes, gerade in meinem Alter“, sagt Jana Löber, die trotz der schnellen Erfolge bescheiden geblieben ist und der jeder noch so kleine Rummel um ihre Person fast schon zu viel ist. Ob ihr ihre Karriere manchmal wie ein Traum vorkommt? „Mittlerweile ist der Finaltag ja über ein Jahr her. Damals war es lange so, dass man es nicht glauben konnte aber jetzt erinnere ich mich einfach nur gerne an den 8. Dezember 2013 zurück“, erzählt Jana Löber und strahlt übers ganze Gesicht. Zwar spielt die Schülerin überwiegend in der Zweiten Mannschaft des FFC Frankfurt in der 2. Bundesliga Süd, nach eigener Aussage „am liebsten links hinten in der Viererkette oder links in der Innenverteidigung“ – doch als eines der hoffnungsvollen Talente des FFC gehört sie dem erweiterten Bundesliga-Kader an.

Weil ihr rechter Fuß der stärkere ist, dürfte der Vergleich mit Philipp Lahm nicht allzu weit hergeholt sein. Jana Löber stellt aber klar, dass sie kein echtes fußballerisches Vorbild hat, sich lieber auf ihren eigenen Weg konzentriert, statt anderen nachzueifern. Bei näherer Betrachtung ist der Vergleich mit Philipp Lahm aber sowieso fehl am Platz: Während der Nationalverteidiger seine Karriere im Trikot der deutschen Farben nach seinem größten Triumph, dem Gewinn der Weltmeisterschaft, beendete, soll der EM-Titel für Jana Löber erst der Anfang gewesen sein.

(nmz)

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