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Schon hier an der Spitze des Feldes: Demeke Wosene (LG Rüsselsheim). Er konnte seinen Vorjahressieg in Groß-Gerau wiederholen. Foto Krämer

34. Groß-Gerauer Frühjahrslauf

Wenn zwei Freunde aufs Podest laufen

Wenn auch stark erkältet, gibt der Vorjahressieger auch diesmal den Ton an – und freut sich dann bei der Siegerehrung über seinen äthiopischen Freund.

Auch wenn er nicht richtig fit war: Demeke Wosene rannte beim 34. Frühjahrslauf des TV Groß-Gerau wieder allen davon. In schnellen 31:17 Minuten wiederholte er eindrucksvoll seinen Vorjahressieg. Zum Streckenrekord über 10 Kilometer fehlte dem für die LG Rüsselsheim startenden Äthiopier allerdings erneut etwas mehr als eine Minute.

„Das war nicht drin“, räumte sein Betreuer Markus Dangmann ein, „aber dafür, dass Demeke stark erkältet war, war das eine Superzeit.“ Schon früh hatte sich der 27-Jährige auf dem ebenen Rundkurs über befestigte Waldwege mit langen Geraden absetzen können. Am Ende überquerte Wosene mit einer halben Minute Vorsprung auf den zwei Jahre jüngeren Ruben Zillig aus Bensheim (31:49) die Ziellinie am Freizeitzentrum „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ an der B44 in Richtung Mörfelden.

Auf Platz drei folgte mit Beriuhn Tsagaw in 33:24 min. ein Freund und Landsmann von ihm. Tsagaw, ein 24-jähriger Flüchtling aus Äthiopien, der in Rüsselsheim untergebracht ist, gehört zur Trainingsgruppe „Oromorunners“, die von Markus Dangmann ins Leben gerufen wurde, wo er mit seinem Filius Thimo Flüchtlinge unterstützt. „Für Demeke ist Beriuhn ein guter Trainingspartner, da er über zehn Kilometer das Tempo mitgehen kann“, so Dangmann, der selbst am Start war und 89. unter 374 Teilnehmern wurde (44:51 min./9. M45). Thimo Dangmann kam auf Rang 131 (47:55/26. M20). Für Vater und Sohn Dangmann sowie Sieger Wosene diente der Lauf als Vorbereitung auf den Halbmarathon am 11. März in Frankfurt.

Von der LG war auch die Mittwochs-Trainingsgruppe von Rainer Schirmer vertreten, der hinter seinen Youngstern Julian Stoppok (43:48/Platz 75) und Victor Reinhardt (43:49/Platz 76) in 45:18 min. 92. wurde.

Einmal mehr in den Top 20: Thomas Kröll (TG Tria Rüsselsheim). Auf Platz 16 entschied der Triathlet in flotten 37:12 min. wie schon im Januar beim 3. Lindenseelauf in Rüsselsheim die M50 für sich. Gut unterwegs waren zudem Mersa Hussaine (TV Groß-Gerau) in 38:35 min. (Platz 27/9. M20) und Wolfram Gerlach (TV Trebur) in 38:59 min. (Platz 31/8. M35).

Als beste Frau aus dem Kreis erwies sich erneut Annette Neiß (TuS Rüsselsheim), in 44:03 min. W-45-Dritte. Den Gesamtsieg bei den Frauen trug Alexandra Rechel (ASC Darmstadt) in 39:19 min. davon. W70-Siegerin wurde Veronika Kroboth (LG BEC/1:04:00 Stunden).

Einer durfte nicht fehlen: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert lässt es sich Ralf Klink (TSV Goddelau) an Fastnachtsamstag nicht nehmen, in Groß-Gerau zu starten. Der 52-Jährige, bei knapp über null Grad unerschrocken in kurzen Hosen und T-Shirt, freute sich über klares, trockenes Wetter, keinen Wind, „zum Laufen top“. Im Gegensatz zu Markus Dangmann, der die Strecke als „sehr matschig“ empfand, sah Klink kein Problem: „Es geht ja fast durchgängig über Forstwege.“

Seiner unfassbaren Lebensleistung von über 150 000 Laufkilometern wird Klink bald etwa 150 hinzufügen. „Ende Februar fahre ich für vier Wochen nach Neuseeland. Da bestreite ich dann an den Wochenenden drei Marathons und einen Halbmarathon“, verriet er in Groß-Gerau augenzwinkernd.

Gerhard Wenz zog mit seinen rund 40 Helfern ein positives Fazit: bei 374 Startern 35 mehr als letztes Jahr, „ordentliche Bedingungen, und das Rote Kreuz ohne Einsatz – und diesmal waren neben zahlreichen bekannten Gesichtern auch auffällig viele Neue am Start“. abi

4. Frühjahrslauf des TV Groß-Gerau (10 km): 1. Demeke Wosene/LG Rüsselsheim 31:17 min. (1. M20), 2. Ruben Zillig/LG VfL/SSG Bensheim 31:49 (2. M20), 3. Beriuhn Tsagaw/Oromorunners 33:24 (3. M20), 16. Thomas Kröll/LG Rüsselsheim 37:12 (1. M50), 27. Mersa Hussaine/TV Groß-Gerau 38:35 (9. M20), 31. Wolfram Gerlach/TV Trebur 38:59 (8. M35), 42. Abdurrahman Krüger/TV Groß-Gerau 41:24 14. M20).

Frauen: 1. Alexandra Rechel/ASC Darmstadt 39:19 (1. W45/Platz 33 gesamt), 2. Sandra Korzeczek/LC Olympia Wiesbaden 41:44 (1. W40/Platz 49 gs.), 3. Simone Blumör/ohne Vereinsangabe 41:58 (1. W35/Platz 52 gs.), 7. Annette Neiß/TuS Rüsselsheim 44:03 (3. W 45/Platz 79 gs.). 1. W70: Veronika Kroboth/LG BEC 64:00 (Platz 342 gs.). Alle Resultate unter .

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