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Hoch her geht es in dieser Szene im Trierer Strafraum: Tim Garnier (von links) und Eintracht-Kapitän Simon Maurer zeigen gegen die Eisbachtaler Marvin Kleinmann und Andreas Hundhammer vollen Einsatz.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

"Wer uns abschreibt, erlebt ein blaues Wunder"

Die Eisbachtaler Sportfreunde überwintern als Tabellenletzter der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – das ist die bittere Erkenntnis nach dem letzten Heimspiel 2019 für die Westerwälder. Zu Hause unterlagen die „Eisbären“ Ex-Zweitligist Eintracht Trier zu hoch mit 1:4 (1:2).

Die Eisbachtaler hatten in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar gegen Eintracht Trier den besseren Start erwischt und gingen präsenter in die Begegnung. Mit Erfolg: Altin Vrella bestrafte die Trierer Anfangspomadigkeit nach einer Meuer-Ecke prompt per Kopf zum 1:0 (6.). Schon zuvor hatten die „Eisbären“ beste Gelegenheiten zur Führung gehabt, doch Tautz scheiterte zunächst an Eintracht-Keeper Denis Wieszolek (3.), ehe wenig später Robin Stahlhofen in der Schussbahn von SFE-Kapitän Andreas Hundhammer ein sicheres Tor vereitelte (4.). Nach dem frühen Führungstor erwachte der Tabellendritte aus der Tiefschlafphase. Das Team aus der ältesten Stadt Deutschlands schaffte es trotz deutlich mehr Ballbesitz allerdings nicht, zwingende Tormöglichkeiten zu kreieren. Lukas Reitz hätte vielmehr für seine Farben sogar noch erhöhen können, denn seine Flanke segelte um Zentimeter am langen Torpfosten vorbei (27.). Wie es besser geht, bewies die Trierer Eintracht, die binnen 120 Sekunden die Partie auf den Kopf stellte: Zunächst zirkelte Ömer Kahyaoglu fast von der Torauslinie den Ball in den langen Eisbachtaler Torwinkel (37.), ehe Kevin Heinz mit einem Sonntagsschuss aus rund 16 Metern das Runde an seinem verdutzten Namensvetter Johann im Tor der Sportfreunde vorbei in den Winkel setzte (39.). 

Bitter für Eisbachtal: Vor dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer hatte Schiedsrichter Sascha Fischer in der Entstehung ein klares Foulspiel an Robin Stahlhofen nicht gesehen. Vor der Pause hätten die Westerwälder noch den Ausgleich erzielen können, doch Julius Duchscherers Schuss ging knapp unten rechts am Gehäuse vorbei (41.). Duchscherer stand dann auch unmittelbar nach der Pause im Fokus, als er kurz vor der Strafraumlinie gerade abziehen wollte und dabei von Triers Jason Thayaparan augenscheinlich am Fuß getroffen wurde (54.). Der Pfiff von Fischer blieb aus. Die Eintracht hatte auch in Abschnitt zwei die größeren Spielanteile, doch wirklich zwingende Torchancen waren hüben wie drüben Mangelware.

Nach 60 Minuten waren die „Eisbären“ allerdings im Glück: Ömer Kahyaoglu scheiterte freistehend an Johann Heinz. Auf der Gegenseite bot sich auch Eintracht-Zerberus Denis Wieszolek die Gelegenheit, sich auszuzeichnen: Bei einem Konterabschluss von Lukas Reitz bekam der Trierer Schlussmann die Fäuste schnell genug nach oben (64.). Die Eisbachtaler mühten sich zwar und hatten durch David Quandels Drehschuss die Chance auf einen weiteren Treffer (75.), doch Effektivität war vor allen Dingen die Stärke der Eintracht: Mit zwei blitzsauberen Treffern von Edis Sinanovic (69.) und Jan Brandscheid (90.) nach Kontern, nahmen die Moselstädter die drei Punkte unter dem Jubel der rund 150 mitgereisten und bestens von einem großen Polizeiaufgebot bewachten Eintracht-Fans mit nach Hause. 

„Die reifere Mannschaft hat gewonnen. Mir gefällt aber die Einstellung, die wir in den letzten Spielen wieder an den Tag gelegt haben. Wir müssen uns nur mehr belohnen“, sagte Marco Reifenscheidt, der sich kampflustig gab: „Wer uns jetzt schon abschreibt, der wird sein blaues Wunder erleben.“

Eisbachtal: Heinz, Julian Hannappel, Vrella, Kleinmann (74. Jost), Hundhammer, Jonas Hannappel, Tautz, Duchscherer, Stahlhofen (67. Quandel), Reitz, Meuer – Trier: Wieszolek, Kling, Maurer, Brodersen Salvador, Heinz, Sinanovic, Kahyaoglu, Amberg (66. Fischer), Thayaparan, Salem (76. Brandscheid), Garnier (88. Baldé) – SR: Fischer (Hauptstuhl) – Zuschauer: 300 – Tore: 1:0 Altin Vrella (6.), 1:1 Ömer Kahyaoglu (37.), 1:2 Kevin Heinz (39.), 1:3 Edis Sinanovic (69.), 1:4 Jan Brandscheid (90.).

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