Die Spielertrainer der beiden Spitzenteams im direkten Duell: Sascha Merfels (SG Heringen/Mensfelden, vorn) und Markus Bozan (FSG Dauborn/Neesbach).
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Die Spielertrainer der beiden Spitzenteams im direkten Duell: Sascha Merfels (SG Heringen/Mensfelden, vorn) und Markus Bozan (FSG Dauborn/Neesbach).

NNP-Serie: Winterpause im NNP-Land - Kreisliga A Limburg-Weilburg

Wer jubelt im Juni in Hünfelden: FSG oder SGHM?

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, Halbzeit-Bilanz in den Spielklassen von den Oberligen Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg zu ziehen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Kreisliga A Limburg-Weilburg.

In der Fußball-Kreisliga A Limburg-Weilburg stellt der neutrale Beobachter Kurioses fest: Ab Tabellenplatz fünf beginnt für gleich für zwölf Mannschaften der erbitterte Kampf um den Klassenerhalt. Dass die A-Klasse insgesamt ziemlich ausgeglichen daherkommt, ist nichts Außergewöhnliches. Ein solches Ausmaß aber schon. Zwei Absteiger stehen mehr oder minder fest. Der SV Rot-Weiß Hadamar 3 hatte seine Mannschaft frühzeitig vom Spielbetrieb abgemeldet. Davor hat der SV Elz 2 noch keinen Punkt geholt und wird ebenfalls absteigen. An der Tabellenspitze scheint sich ein Zwei-, maximal ein Dreikampf zu entwickeln. Vieles spricht aber dafür, dass sich im Juni ein Verein aus Hünfelden über Meisterschaft und Aufstieg freuen wird. Die TuS Lindenholzhausen, Tabellenvierter, befindet sich im positiven Niemandsland und geht ohne Sorgen ins Jahr 2022.

Vor der Saison hatte es mit der SG Heringen/Mensfelden und der SG Nord zwei ganz heiße Favoriten für den Aufstieg gegeben. Vor allem die Spielgemeinschaft aus Dorchheim und Hangenmeilingen hatte sich mit den Oberliga-erfahrenen Spielern Marvin Rademacher, Tobias Schuth und Jonas Herdering eine echte Achse zusammengestellt, die den Aufstieg in die Kreisoberliga realisieren sollte. Je länger die Hinrunde aber dauerte, desto mehr zeigte sich, dass bei der SG Nord eben nicht immer ein Rädchen ins nächste greifen wollte. Die beiden Topspiele bei den ärgsten Konkurrenten gingen verloren, vor allem der leblose Auftritt beim 1:4 in Dauborn hatte für Fragezeichen gesorgt. Auch wenn fünf Punkte Rückstand aufgrund der Konstanz der beiden Spitzenteams nicht so einfach aufzuholen sind, verbietet es sich selbstredend, die Flinte ins Korn zu werfen. Was Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass die Spitzenspiele auf eigenem Platz stattfinden werden und sich die SG verstärkt hat (siehe „Personalien“).

Die FSG Dauborn/Neesbach, die sicher nicht jeder auf der Rechnung hatte, ziert die Tabellenspitze. Das war angesichts der Konkurrenz nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Doch die Elf von Spielertrainer Markus Bozan überzeugte in schöner Regelmäßigkeit durch mannschaftliche Geschlossenheit und ist ganz schwer zu besiegen. Auch beim Gipfeltreffen im Derby gegen die SG Heringen/Mensfelden behielt der Primus knapp mit 1:0 die Oberhand. Einziger Fleck auf der ansonsten weißen Weste war die 2:4-Auswärtsniederlage beim FC Steinbach. Ansonsten gab es - teilweise knapp - für die Widersacher nichts zu ernten.

Ähnlich konstant präsentierte sich die SG Heringen/Mensfelden. Die einzige Pleite setzte es bekanntlich in Dauborn, ansonsten wurden ausschließlich „Dreier“ eingefahren, unter anderem eben auch ein 2:0 gegen die SG Nord. Positiv für die Elf von Spielertrainer Sascha Merfels: Das Rückspiel gegen die FSG findet daheim statt - und zwar Mitte Mai. Fest steht: Es wird sicherlich ein Hauen und Stechen um den Titel, und eine Vorhersage ist schier unmöglich. Entscheidend werden die direkten Duelle der Top Drei sein, und natürlich die Einstellung gegen vermeintlich schwächere Gegner.

Für die TuS Lindenholzhausen sieht es nach einigen Jahre der Tristesse wieder deutlich besser aus. Vor allem im spielerischen Bereich hat sich die TuS stabilisiert und scheint immer in der Lage zu sein, Spitzenteams zu ärgern. Lediglich zum Start in die Runde hatte es zwei deutliche Niederlagen bei Teams gegeben, die eher um den Klassenerhalt kämpfen. Dann ging es aber stetig bergauf. Bei der SG Nord gelang sogar ein Remis (2:2), und auch bei der SG Heringen/Mensfelden gab es nur eine knappe Niederlage (0:1). Dahinter beginnt kurioserweise schon die gefährdete Zone.

Voraussichtlich fünf Absteiger

Der Abstand zwischen der FSG Wirbelau/Schupbach/Heckholzhausen (5.) und dem ersten Abstiegsplatz (FC Dorndorf 2 (13.) - vermutlich wird es fünf Absteiger geben - beträgt gerade acht Punkte. Vereine, die im Normalfall nicht ins Wanken geraten werden, sind die FSG Wirbelau/Schupbach/Heckholzhausen (5.), die SG Villmar/Arfurt/Aumenau (9.), der RSV Weyer 2 (8.). Bei diesen hatte es im Laufe der Hinrunde immer mal ein Tief gegeben, doch die Qualität sollte ausreichen, um sich aus dem Gröbsten zu befreien. Recht gute Karten, dem Schlamassel zu entrinnen, sollten auch die SG Selters 2 (6.) und die SG Weilmünster/Laubuseschbach (12.) haben. Die Laubusbachtaler waren vor der Saison zum erweiterten Favoritenkreis gezählt worden. Bei der Gruppenliga-Reserve aus Nieder- und Oberselters hat sich die Lage in dieser Saison stabilisiert. Dennoch sollte sich niemand zu sicher sein, denn schon die kleinste Negativ-Serie kann die Situation schnell verändern. Wie gesagt, dürfte Rang 13 schon den Abstieg bedeuten. So richtig schwer haben wird es wohl die FSG Gräveneck/Seelbach (15.), die bereits sieben Zähler Rückstand aufholen muss. Zusammen mit dem SV Elz 2 und dem abgemeldeten SV RW Hadamar 3 könnten also drei der fünf Abstiegsplätze bereits belegt sein.

Erstaunlich war die Entwicklung des SV Erbach. Nach desaströsem Saisonstart und einem Trainerwechsel hat sich der SVE enorm stabilisiert. Beleg hierfür: Aus den letzten zwölf Spielen setzte es nur zwei Niederlagen. Der Weg, auf dem sich die Blau-Weißen befinden, scheint also der richtige zu sein. Hart, keineswegs aber unlösbar, scheint die Lage beim FC Dorndorf 2 (13.) und dem TuS Drommershausen (14.) zu sein. Beide dürften eigentlich über die Qualität verfügen, die Klasse halten zu können. Vor allem die Dorndorfer sind in puncto Abstiegskampf erprobt - das dürften sie den Drommershäusern also voraus haben.

Klar ist aber auch, dass es mindestens noch zwei, wenn nicht sogar drei, Teams erwischen wird. Es könnte bis zum letzten Spieltag extrem spannend bleiben - oben wie unten. PATRICK JAHN

Kreisliga A Limburg-Weilburg

1. Dauborn/Neesb. 18 17 0 1 65:14 51

2. Heringen/Mensf. 18 17 0 1 60:14 51

3. SG Nord 18 15 1 2 66:20 46

4. Lindenholzhaus. 18 10 4 4 51:21 34

5. Wirb./Schup./Heck. 18 8 3 7 37:33 27

6. SG Selters 2 17 8 3 6 31:32 27

7. FC Steinbach 17 8 2 7 51:39 26

8. RSV Weyer 2 18 7 5 6 36:37 26

9. Villm./Arfurt/Aum. 18 8 2 8 43:48 26

10. VfL Eschhofen 18 8 1 9 32:35 25

11. SV Erbach 18 7 3 8 34:38 24

12. Weilmü./Laubus. 18 6 2 10 31:33 20

13. Drommershausen 18 6 1 11 39:61 19

14. FC Dorndorf 2 18 6 1 11 36:48 19

15. Gräveneck/Seel. 18 3 4 11 28:51 13

16. SV Elz 2 18 1 0 17 22:80 3

17. SV RW Hada. 3 z.g. 18 1 0 17 0:0 0

Die Torjäger

1. Daniel Helfenstein (FSG Dauborn/Neesbach) 23

2. Till Kremer (SG Heringen/Mensfelden) 22

3. Andrei Aurelian Moise (SG Nord) 17

4. Jonas Herdering (SG Nord) Cihan Yilmaz (FC Steinbach) 16

6. Philipp Laux (SG Villmar/Arfurt/Aumenau) 15

7. Patrick Pfeiffer (FSG Wirb./Schupb./Heckh.) 14

8. Deyan Manchev (FC Steinbach) 13

9. Ognjen Zoric (FSG Wirb./Schupb./Heckh.) 10

10. Markus Bozan (FSG Dauborn/Neesbach) Marco Esposito (SG Heringen/Mensfelden) Patric Lang (TuS Lindenholzhausen) Leon Machoczek (TuS Lindenholzhausen) Patrick Zanner (SG Villmar/Arfurt/Aumenau) 9

15. Elias Fachinger (TuS Lindenholzhausen) Alexander Stahl (VfL Eschhofen) Theo Stahl (FC Steinbach) Jannick Wuttich (SV Erbach) 8

19. Florian Gärtner (SG Heringen/Mensfelden) Robin Jung (TuS Lindenholzhausen) Tobias Schuth (SG Nord) Jonas Strom (FSG Dauborn/Neesbach) Marcel Wagemann (RSV Weyer 2) Robert Winkler (TuS Drommershausen) 7

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