Derzeit Torschützenkönig der Kreisoberliga mit 21 Treffern: Henos Tesfai vom Tabellenführer VfR 07 Limburg.
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Derzeit Torschützenkönig der Kreisoberliga mit 21 Treffern: Henos Tesfai vom Tabellenführer VfR 07 Limburg.

Serie: Winterpause im NNP-Land

Wer kann den VfR 07 Limburg noch vom Thron stoßen?

Winterpause im NNP-Fußball-Land. Das ist die Gelegenheit, Halbzeit-Bilanz in den Spielklassen von den Oberligen Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar bis zu den Kreisligen C Limburg-Weilburg zu ziehen. Heute blicken wir hinter die Kulissen der Kreisoberliga Limburg-Weilburg, die sowohl oben als auch unten enorme Spannung verspricht.

Fakt ist: Nur der Meister wird in die Gruppenliga Wiesbaden aufsteigen. Fakt scheint auch: Da wohl mindestens zwei Teams aus der Gruppenliga absteigen werden, wird es fünf Vereine erwischen, die den bitteren Gang Richtung A-Liga antreten müssen. Für die Meisterschaft hatte es vor Rundenbeginn drei große Favoriten gegeben: VfR 07 Limburg, TuS Frickhofen, TSG Oberbrechen. Beim Blick auf das Tableau nach 20 Spielen zeigt sich: Alle drei Clubs spielen um den Titel, allerdings hatte die TSG Oberbrechen – auch bedingt durch den Kreuzbandriss von Spielertrainer Alexander Schraut – zuletzt etwas abreißen lassen müssen und hat nur noch theoretische Chancen.
Die Saison war für den VfR 07 Limburg nicht einmal so losgegangen, wie es sich die Verantwortlichen am Stephanshügel vorgestellt hatten. In den ersten drei Spielen setzte es direkt zwei Pleiten (1:2 beim SV Mengerskirchen, 1:3 bei der SG Kirberg/Ohren). Dann aber begann der gewaltige VfR-Offensiv-Motor zu laufen. 14 Siege nacheinander ließen keinen Zweifel an den Ambitionen der „Rothosen“ aufkommen. Erstmals auf den Thron ging es nach dem beeindruckenden 5:2-Auswärtssieg in Oberbrechen am 26. September. Spannung keimte im Kreisoberhaus nur noch einmal auf, weil die Mannschaft von Thomas Janke und Markus Neugebauer aus den letzten drei Spielen des Jahres nur vier Zähler sammelte.
Was aber extrem auffällt: Mit mehr als vier Toren im Schnitt pro Spiel kann es sich der Tabellenführer eben auch leisten, in der Defensive nicht immer sattelfest zu stehen. Zum Vergleich: Die TSG Oberbrechen hat den zweitbesten Wert mit 68 Treffern – 23 weniger als der VfR.
Standesgemäß zu den Titelfavoriten zählt wieder der TuS Frickhofen, der in den letzten Jahren immer das Pech hatte, dass mindestens eine Mannschaft einen Tick konstanter war. Auch in diesem Jahr könnte sich die „Täglich grüßt das Murmeltier“-These wiederholen. Doch die Elf von Trainer Metin Kilic wird alles daran setzen, endlich die Meisterschaft zu realisieren. Aktuell rangiert der TuS mit drei Zählern Rückstand auf Rang zwei. Neben vielen ganz starken Spielen sind es aber immer wieder Ausrutscher, wie etwa am 2. Spieltag bei Abstiegskandidat SG Winkels/Probbach/Dillhausen (1:2), die ein paar Rätsel aufgeben. Ansonsten präsentierte sich Frickhofen recht stabil, denn die weiteren Punktverluste gab es gegen Widersacher aus dem oberen Tabellenbereich.
Überraschungsteams: Offheim und Kirberg
Zu den positiven Überraschungen der laufenden Saison zählen sicher die SG Kirberg/Ohren und der SC Offheim. Vor allem die Hünfeldener präsentierten sich äußerst diszipliniert und haben auf eigenem Platz mit Ausnahme des 1. Spieltags gegen Oberbrechen (0:5) alle Spitzenmannschaften besiegt. Sollte das auch in der Rückrunde auf fremdem Terrain gelingen, könnte die Truppe von Daniel Dylong ein ernsthafter Kandidat sein.
Der SC Offheim überzeugte nicht nur beim 5:4-Sieg am letzten Spieltag gegen den VfR 07 Limburg. Mit 43 Punkten und einem starken 4. Platz könnten die Offheimer, sofern die Konkurrenz häufiger patzen sollte, sogar noch in den Titelkampf eingreifen. Nach zuletzt vier „Dreiern“ am Stück kam die Winterpause zwar zu einem ungelegenen Zeitpunkt, doch zu Beginn der Restrunde könnte ein guter Start erneut tragend sein. Inwieweit die TSG Oberbrechen (5.) und der SV Mengerskirchen (6.) noch ganz oben angreifen können, bleibt abzuwarten. Die Oberbrecher mussten durch die schwere Verletzung ihres Spielertrainers Alexander Schraut doch einiges an Qualität einbüßen. Nach phänomenalem Saisonstart fehlten den Gelb-Schwarzen vor allem gegen Ende die Körner. Hinzu kam auch viel Pech. Für ganz oben wird es allem Anschein nach also nicht reichen. Bedenkt der neutrale Beobachter allerdings den Werdegang der letzten Jahre, wäre eine Platzierung im oberen Tabellendrittel sicherlich in Oberbrechen eine feine Sache.
Für den SV Mengerskirchen, der immer in der Lage ist, jedem Gegner Probleme zu bereiten, fehlte es ab und an an der nötigen Konstanz. Beleg hierfür sind unter anderem Niederlagen bei der SG Oberlahn (1:4) oder beim TuS Waldernbach (5:1). Dennoch dürfte die Elf von Spielertrainer Tobias Schätzle ihre ordentliche Hinserie in 2022 fortsetzen können. Mehr oder weniger sorgenfrei dürften Teams wie der SV Elz (7.), der FCA Niederbrechen (8.), der TuS Dietkirchen 2 (9.), der FC Waldbrunn 2 (10.) und die SG Niedershausen/Obershausen (11.) ins neue Jahr blicken. Zwar war vor allem dem TuS Dietkirchen 2 und der SG Niedershausen/Obershausen 2, die sogar lange auf den Abstiegsrängen zu finden war, eine bedeutend bessere Rolle zugetraut worden, doch auch dort lief bei Weitem nicht alles rund. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der SV Elz deutlich verbessert präsentiert, während mit dem FCA Niederbrechen und dem FC Waldbrunn 2 auf ihren Tabellenplätzen zu rechnen war.
Dennoch sollte sich keines der Teams ab Rang zehn zu sicher fühlen, denn schon eine Serie von drei Niederlagen könnte bedeuten, wieder im Abstiegskampf gelandet zu sein. Spätestens ab Platz zwölf beginnt der jährliche Kampf ums „Überleben“.
Chancenlos wird die SG Merenberg sein, die mit minus drei Punkten Letzter ist. Die Elf von Trainer Stefan Simon leidet vor allem an ihrem extrem kleinen Kader, der zwar immer alles gibt, im Endeffekt meist aber doch nichts zu bestellen hat. Schwer wird es auch für den Vorletzten, SV Thalheim, der aktuell neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer aufweist. Personell eigentlich gar nicht so schlecht aufgestellt, ist vor allem die Defensive das große Problem des SVT, denn 75 Gegentreffer in 20 Spielen sind schlichtweg zu viel.
Zwischen dem Zwölften (SG Oberlahn) und dem 17. (SG Weinbachtal) liegen nur sieben Zähler. Eine kleine Serie könnten also alle Vereine im unteren Bereich sehr gut gebrauchen. Die größte Enttäuschung der Saison ist zweifelsohne die SG Ahlbach/Oberweyer, die vor der Runde zu den Top-Teams gezählt worden war, nun aber um den Ligaverbleib kämpfen muss. Ansonsten war zu erwarten, dass Teams wie Winkels/Probbach/Dillhausen und Waldernbach das Ziel verfolgen, im Juni über dem „Strich“ zu stehen. Bei der SG Taunus kommt das Überwintern auf einem Abstiegsplatz nach eigentlich gutem Saisonstart doch etwas überraschend. PATRICK JAHN
Kreisoberliga
1. VfR 07 Limburg 20 16 1 3 81:23 49
2. TuS Frickhofen 20 14 4 2 56:21 46
3. SG Kirberg/Ohren 20 14 3 3 46:18 45
4. SC Offheim 20 14 1 5 53:27 43
5. Oberbrechen 20 13 3 4 68:32 42
6. Mengerskirchen 20 13 2 5 60:35 41
7. SV Elz 20 10 6 4 52:32 36
8. Niederbrechen 20 10 2 8 45:39 32
9. Dietkirchen 2 20 10 0 10 59:51 30
10. FC Waldbrunn 2 20 8 2 10 37:48 26
11. Niedersh./Obers. 19 8 1 10 38:49 25
12. SG Oberlahn 20 7 3 10 36:54 24
13. Winkels/Pr./Di. 20 6 3 11 35:65 21
14. Waldernbach 20 6 2 12 43:61 20
15. Ahlbach/Oberwey. 19 6 1 12 39:51 19
16. SG Taunus 20 5 4 11 31:45 19
17. Weinbachtal 20 5 2 13 36:77 17
18. SV Thalheim 20 3 2 15 34:75 11
19. SG Merenberg 20 0 0 20 17:63 -3

Die Torjäger

1. Henos Tesfai (VfR 07 Limburg) 21 Treffer

2. Luis Englisch (SV Elz)

Mario Erbach (SC Offheim)

Marcel Jung (SG Taunus) 16

5. Dennis Melbaum (SV Thalheim)

Bünyamin Yildirim (SG Ahlbach/Oberw.) 15

7. Leon Gering (VfR 07 Limburg)

Bernhard Müller (SV Mengerskirchen)

Leon Seitz (TuS Waldernbach) 14

10. Moh. Al Mohammad (TSG Oberbrechen)

Moritz Königstein (FCA Niederbrechen)

Soltan Qurbani (VfR 07 Limburg) 13

13. Tom Brand (TuS Frickhofen)

Alexander Fröhlich (SV Mengerskirchen)

Julian Graf (TuS Dietkirchen 2) 12

16. Christian Gehdt (TuS Frickhofen)

Wilhelm Scharf (TuS Waldernbach)

David Seibel (SG Kirberg/Ohren) 11

19. André Burger (SG Weinbachtal)

Steve Hönscher (TSG Oberbrechen)

Robin Jeuck (SV Elz)

Mert Korkmaz (TuS Frickhofen) 10

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