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Von: Volker Hofbur

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Sie versuchten mit ihren Krifteler Teamkollegen in einem denkwürdigen Spiel gegen Freiburg alles: Marius Büchi, Florian Ruhm und Sebastian Ruhm (von links) FOTO: mARCEL LORENZ
Sie versuchten mit ihren Krifteler Teamkollegen in einem denkwürdigen Spiel gegen Freiburg alles: Marius Büchi, Florian Ruhm und Sebastian Ruhm (von links) © Marcel Lorenz

Nach großem Spiel verliert Kriftel knapp gegen Freiburg

Kriftel -Direkt nach dem Spiel war Tim Schön frustriert. Der Trainer des Volleyball-Zweitligisten TuS Kriftel hatte die unglückliche 2:3 (23:25, 25:23, 25:23, 38:40, 11:15)-Niederlage gegen den Tabellendritten FT Freiburg miterleben und feststellen müssen, dass der Akku seiner Kamera, die das Spiel aufgenommen hatte, leer war, was noch nie vorgekommen war. Zweieinhalb Stunden hatte das Spiel seiner Mannschaft gedauert. Nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hatte, fiel sein Urteil versöhnlicher aus: "Ich bin begeistert von dem Spiel. Das war eine Schlacht von beiden Mannschaften. Wir hatten sie am Rande einer Niederlage. Es war ein Spiel mit spektakulären und langen Ballwechseln, in dem es leider einen Gewinner geben musste, der Freiburg war. Da muss man lange in den Annalen suchen, um so ein Spiel zu finden." Fest steht: Daran werden sich alle Beteiligten noch lange erinnern.

Von Beginn an schenkten sich beide Mannschaften nichts. Früh gab es spektakuläre Ballwechsel. "Unser Start war ärgerlich, weil wir uns für unsere guten Aktionen nicht belohnt haben", erklärte Schön, "dann haben wir es geschafft, mehr Druck in den Aufschlag zu bekommen, wobei wir insgesamt mehr für unsere Punktgewinne investieren mussten als Freiburg". Die Krifteler hielten aber mit einer guten Annahme und einem guten Block dagegen, wobei Freiburg in beiden Bereichen ebenfalls stark war. Bis zum 23:23 war die Partie völlig offen, als ein Ball der Gäste auf der Netzkante in das Krifteler Feld unerreichbar heruntertropfte und anschließend die Gäste mit einem Block zum Satzgewinn erfolgreich waren. "Dennoch hatte ich das Gefühl, dass wir im Rennen sind", sagte Schön.

Der zweite Satz begann mit einer Fehlentscheidung der Schiedsrichter, die einen Ball ausgaben, der glatt auf der Linie war. "Wir haben ziemlich stark gespielt und auf den Positionen verteilter die Punkte gesammelt", berichtete Schön, "wir hatten es leichter, gegen sie zu punkten. Unser Satzgewinn war verdient, denn wir hatten wenig Eigenfehler und haben hervorragend abgewehrt". Mit dem vierten Satzball sicherte Kriftel beim 25:23 den Satzausgleich.

Im dritten Durchgang nahm Schön einen Wechsel auf der Libero-Position vor. "Die Freiburger kennen Felix Blume und meiden die Aufschläge auf ihn. Er kam aber dann zunehmend mit dem schnellen Spiel der Freiburger nicht mehr zurecht. Daher habe ich dann Florian Ruhm gebracht, der zwei hervorragende Aktionen hatte. Zudem haben sie bei ihren Aufschlägen auf ihn drei Fehler gemacht", freute sich Schön, der ohnehin mit seinen taktischen Wechseln bei Fabian Däke und Cedric Braetsch zufrieden sein konnte. Die Freiburger machten in dieser Phase kaum Fehler. "Wir haben aber nie aufgesteckt und durch Aufschlagserien von Jannik Weber und Marius Büchi noch die Wende geschafft. Und Sebastian Ruhm hat beim Satzball einfach den Ball hereingedrückt", freute sich Schön nach dem 25:23 über die 2:1-Satzführung.

Acht Matchbälle -

und acht Satzbälle

Dann begann der Krimi in der Weingartenhalle. Nach einer 5:2-Führung der Krifteler hatten die Gäste Vorteile. "Da haben wir leichte Bälle verschlagen. Die Ruhe bei uns war weg, wir haben ihre Annahme nicht mehr bewegen können", sah Schön die 15:11-Führung von Freiburg. Wieder bäumte sich seine Mannschaft mit zwei guten Aufschlagserien auf, schaffte den Ausgleich und hatte ein klares Ass zum 22:20 geschlagen, dass die Schiedsrichter im Aus gesehen hatten. Und dann wurde es richtig eng. "Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Vielleicht hat uns etwas das Spielglück gefehlt. Wir hatten bei unseren Matchbällen drei Mal gut abgewehrt, aber unser Zuspiel war nicht gut. Zudem hatten wir drei Aufschlagfehler bei Matchbällen", suchte Schön nach Erklärungen in einem ganz engen Satz. Die Krifteler wehrten insgesamt sieben Satzbälle ab, ließen acht Matchbälle ungenutzt - und mussten in einer Nervenschlacht mit 38:40 den Satzausgleich hinnehmen.

"Auf jeden Fall war es ganz großer Sport"

Auch der Tiebreak war unglücklich für die Gastgeber losgegangen. Jannik Weber hatte einen Ball zur vermeintlichen Führung ins Feld platziert, der zur Verwunderung aller Beteiligten "Aus" gegeben wurde. "Drei Fehlentscheidungen in kurzer Zeit gegen uns waren zermürbend. Freiburg hat aber auch das Quäntchen mehr gewollt und hatte nach dem Satzausgleich auch den psychologischen Vorteil genutzt", resümierte Schön, "es war ein Spiel auf Augenhöhe, in denen die Mannschaften ihre Stärken komplett ausgespielt haben. Auf jeden Fall war es ganz großer Sport von beiden Mannschaften".

Kriftel: Felix Blume, Florian Bonadt, Tobias Thiel, Nils Kreitling, Marius Büchi, Sebastian Ruhm, Jannik Weber, Florian Ruhm, Fabian Däke, Cedric Braetsch, Victor Breburda, Philip Büchi, Marvin Knab, Florentin Richter. vho

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