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Fußball

Wespen: Ungeliebter Gast in Wernborn

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Was sich am Sonntag in der „Elfengrube“ abspielte, war für die gastgebende Fußballmannschaft außergewöhnlich. Damit ist nicht der Endstand von 4:4 gemeint, sondern die zahlreichen Wespen unter den Besuchern.

Als ob den Menschen die große Hitze nicht schon genug zu schaffen macht, erscheint es den Wespen in diesem Jahrhundertsommer nicht viel anders zu ergehen. Weil der Frühling schon warm und trocken war, gibt es derzeit besonders viele dieser Insekten. Und weil es über einen langen Zeitraum kaum Niederschläge gegeben hat, finden die schwarz-gelben Tierchen nur noch schwer etwas zu fressen. Das bekamen die Spieler und Zuschauer der A-Liga-Partie zwischen der SG Eschbach/Wernborn und der SG Eintracht Feldberg (4:4) kürzlich zu spüren. Auf dem Wernborner Sportplatz „Elfengrube“ klagten mehrere Menschen über Wespenstiche.

„So etwas haben wir auf unserem Sportplatz noch nicht gehabt“, sagt Rainer Wacup, Abteilungsleiter der TG Wernborn, „zum Glück ist es zu keiner größeren gesundheitlichen Beeinträchtigung gekommen.“ Er könne sich immer noch nicht erklären, was zu dem erhöhten Insektenaufkommen geführt hat. Ein Nest konnten die Gastgeber jedenfalls auf und in der Nähe des Sportplatzes nicht ausmachen.

Es könne eigentlich nur daran gelegen haben, vermutet Wacup, dass viele Zuschauer das Spiel aufgesucht hätten – mehr als 100 seien es bestimmt gewesen – und einige Besucher Apfelsaftschorle, Weizenbier oder das leckere Stück Kuchen direkt am Spielfeld zu sich genommen haben. Wie man das bei einem Fußballspiel eben so macht, dummerweise waren die Wespen auch hungrig. Auf einer Seite, auf der sich die meisten Anhänger aufhielten, hätten immer wieder einmal Besucher versucht, eine Wespe zu vertreiben, nach und nach sei dann über Stiche geklagt worden.

Gut, dass Melanie Ochs und Manuela Dombach, die bei der SG für die Bewirtung sorgten an diesem Tag, gleich weiterhelfen konnten. Mit Spray, Gel und Eispacks konnten die Wunden sogleich gekühlt werden. Böse erwischt hatte es mit Murat Kaya auch den Torjäger der SG Eschbach/Wernborn. Er wollte eine halbe Stunde vor Spielbeginn von seiner Apfelschorle trinken und wurde prompt in den Gaumen gestochen. Kaya bereitete sich dann mit einem kleinen Beutel Eis im Mund auf die Partie vor und gab schließlich trotz des unangenehmen Malheurs grünes Licht für seinen Einsatz.

Mit der Penetranz der ungeliebten Insekten hatte die steigerungsfähige Leistung des gastgebenden Titelfavoriten dann aber nichts zu tun. Kaya schoss sogar ein Tor zum zwischenzeitlichen 2:1. Die Eschbacher und Wernborner konnten am Ende aber froh sein, dass Ergin Cakar bei zwei Strafstößen die Nerven behielt und so in der Schlussphase einen 2:4-Rückstand noch egalisieren konnte. „Vielleicht ist unsere Vorbereitung zu gut gelaufen“, sagt Wacup, „die Mannschaft hat kaum etwas von dem abgerufen, was sie eigentlich kann.“ Das soll sich im nächsten Spiel am Samstag (16 Uhr) bei der SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach schnell ändern. Dass man in der Vorbereitung sogar die „Erste“ des Kooperationspartners – die beiden Spielgemeinschaften stellen gemeinsame Jugendteams – mit 4:1 schlug, muss Trainer Klaus Schöneich bestenfalls aus den Köpfen seiner Spieler bekommen.

Ihr nächstes Heimspiel (gegen die SG Oberhöchstadt) wird die A-Liga-Mannschaft aus dem Usinger Ortsteil am 26. August definitiv wieder in der Wernborner „Elfengrube“ absolvieren – Wespen hin, Wespen her. Der Platz in Eschbach ist gesperrt, weil er während der Trockenheit nicht ausreichend gewässert werden konnte.

Derweil haben Wernborns Alte Herren Entwarnung gegeben. Beim Training haben die Oldies nur ganz vereinzelt kleine, schwarz-gelbe Besucher ausgemacht.

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