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Ein schönes Paar: Isabella Wieland und Masaya Omotezako - im ungewöhnlichen Outfit - starten am Freitag ins gemeinsame Glück.

Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar

Masaya Omotezako: Im Westerwald das Glück gefunden

Eigentlich war er nur zum Fußballspielen nach Deutschland gekommen. Inzwischen ist er aus dem Umfeld des Oberligisten Eisbachtaler Sportfreunde nicht mehr wegzudenken. Masaya Omotezako hat aber nicht nur seine sportliche Heimat im Westerwald gefunden, sondern auch das private Glück. Am Freitag gibt Masaya seiner Isabella das Ja-Wort.

VON YANNICK WENIG

Wenn Masaya Omotezako am Freitag seiner Isabella das Eheversprechen abgibt, schreibt er damit ein weiteres Kapitel in einer tollen Geschichte, die in der japanischen Präfektur Kagawana im Großraum Tokio, dem Geburtsort von Masaya, seinen Anfang gefunden hat.

Aufgewachsen in Osaka auf der Insel Honshu - mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes - verfolgte Masaya von klein auf den Traum, Fußballprofi zu werden. Aber nicht nur das: "Ich wollte im Ausland Fußball spielen. Das war mein Traum, schon seitdem ich ein kleines Kind war", erzählt der heute 28-Jährige. Als Masaya mit sechs Jahren erstmals die Fußballschuhe schnürte und für seinen Heimatverein Tenno Gakuen SC auf Torejagd ging, ahnte er noch nicht, dass er gut 20 Jahre später bei den Sportfreunden Eisbachtal landen und dort seine neue sportliche und private Heimat finden würde.

Hochschulabschluss

Während seines Physik-Studiums in Hyogo lief Masaya Omotezako für die Mannschaft der Kwansei Gakuin-Universität auf. "In Japan gibt es mehrere Ligen nur für Uni-Mannschaften. Wir haben in der ersten Liga gespielt", erklärt der ehrgeizige Mittelfeldspieler, der nach seinem Hochschulabschluss in Japan den Weg in die weite Fußballwelt suchte. "Da hat sich Deutschland angeboten. Zum einen ist das Land sehr bekannt für den Fußball, zum anderen ist es im Vergleich zu anderen Ländern einfacher, ein entsprechendes Visum zu bekommen", erinnert sich Masaya an die Überlegungen zu seinem Vorhaben.

Der damals 21-Jährige hatte sich daher dazu entschlossen, in Deutschland die sportliche Herausforderung zu suchen und nach "zwei oder drei Jahren nach Japan zurückzukehren". Doch schon kurz nach seiner Ankunft im März 2013 war sich Masaya sicher, dass er "für immer hier bleiben möchte". Das hatte verschiedene Gründe: Um Geld zu verdienen, kellnerte Masaya zu dieser Zeit "nebenher" in einem japanischen Restaurant in Frankfurt. "Zum Glück", wie er heute sagt, denn dass er über diesen Aushilfsjob seine große Liebe finden würde, hätte er sich damals nicht erträumen lassen. Isabella Wieland lebte zu dieser Zeit in München und war bei einem japanischen Unternehmen angestellt. Dieser Umstand brachte sie bei einem Geschäftstermin nach Frankfurt, wo sich die beiden bei einem japanischen Stammtisch kennenlernten. Auf Anhieb stimmte die Chemie, es hat direkt gefunkt. Inzwischen leben sie zusammen in Nentershausen. Am Freitag, wenn sich Masaya und Isabella das Ja-Wort geben werden, schreiben die beiden diese Geschichte weiter.

Neben dem privaten Glück, lief es auch sportlich von Beginn an perfekt. In Gückingen spielte Masaya noch hauptsächlich auf dem Flügel und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der TuS am Ende der Spielzeit 2012/2013 als Meister in die Bezirksliga Ost aufstieg. Der Japaner übernahm mehr und mehr Verantwortung und arbeitete fleißig daran, besser zu werden. Auch eine Liga höher überzeugte er, so dass er - mit einer Zwischenstation beim TuS Montabaur - im Sommer 2014 bei den Sportfreunden Eisbachtal anheuerte. Masaya und die "Eisbären", das passte von Anfang an. Innerhalb kürzester Zeit war er vollständig integriert und steckte seine Mitspieler mit seinem unbändigen Ehrgeiz und seiner Professionalität an.

"Wenn er verletzt ist, tut er alles, um dem Team schnellstmöglich wieder helfen zu können. Er will einfach immer gewinnen", berichtet Eisbachtals Teammanager Sascha Schneider. Mit dieser Mentalität zählte der Allrounder in der Rheinlandliga direkt zu den festen Größen im Team und stand fast immer in der Startelf. Er überzeugte mit enormer Laufstärke und guter Technik als cleverer Zweikämpfer auf der Sechser-Position.

Ein Teamplayer

Seine größte Qualität aber, da sind sich bei den Sportfreunden alle einig: Masaya ist ein echter Teamplayer. "Das Wohl der Mannschaft steht bei ihm an erster Stelle. Das ist ihm wichtiger als sein eigenes", so Sascha Schneider. "Er ist einfach ein toller Mensch. Er ist hilfsbereit und immer gut gelaunt", freut sich Schneider, dass der Japaner den Weg nach Nentershausen gefunden hat. Bis heute stand Masaya Omotezako für die Sportfreunde Eisbachtal fast 200-mal auf dem Platz und ist aus dem Team von Trainer Marco Reifenscheidt nicht wegzudenken. Der Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar war dabei der bisherige Höhepunkt seiner fußballerischen Laufbahn. Aber auch Masaya weiß, was er an seiner neuen Heimat hat. Für ihn steht auf jeden Fall fest: "Eisbachtal ist mein zu Hause."

Die japanische Frohnatur ist im Westerwald nicht nur sportlich vollends integriert und hat inzwischen eine Ausbildung zum Industriekeramiker für Anlagentechnik begonnen. "Mir macht es total Spaß, nach der Arbeit oder nach dem Training in die Stadionklause zu gehen und mich dort mit den verschiedensten Leuten zu unterhalten", sprudelt es aus ihm heraus.

Am Freitag startet Masaya Omotezako gemeinsam mit seiner Isabella in ein neues Kapitel einer ebenso schönen, wie ungewöhnlichen Geschichte . . .

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