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Mit Schmackes: Simon Geisler (re.) vom Hessenligisten VfB Ginsheim. Die höheren Spielklassen hat er noch längst nicht abgeschrieben.

Fußball

So will Ginsheims Simon Geisler Fußballprofi werden

Keine Frage: Der Mainzer Bundesliga-Trainer habe ihn am meisten gefördert. Noch heute schreibt er dem 22-jährigen Walldorfer.

Nationaltorhüter Manuel Neuer (Bayern München), Kevin Volland (Bayer Leverkusen), Nationalspieler Shinji Kagawa (Borussia Dortmund): Mit diesen drei prominenten Berufsfußballern hat Simon Geisler von Hessenligist VfB Ginsheim eines gemeinsam – die Spielerberater-Agentur, die ihn betreut. An das Unternehmen des Ex-Bundesligaprofis Thomas Kroth (1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, Borussia Dortmund) kam Geisler, als er beim SV Sandhausen unter Vertrag war.

Der Walldorfer spielte bis Sommer 2017 eineinhalb Jahre lang bei den Nordbadenern, wurde Stammspieler im Oberligateam und trainierte bei den Zweitliga-Profis mit. „Mir wurde gesagt, gebe ich weiter Gas, könnte ich einen Profivertrag bekommen“, so Geisler. Warum er doch nicht in den Lizenzspielerkader aufrücken konnte, versteht er bis heute nicht.

Aber Geislers Traum von der Profikarriere lebt, obwohl er erst mal in der Hessenliga beim VfB Ginsheim gelandet ist. Dort erhält er seit seiner Verpflichtung Ende August 2017 die Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln und für höherklassige Klubs zu empfehlen. Zwischenzeitlich hatte er, desillusioniert von der ins Stocken geratenen Laufbahn, eine Auszeit vom Fußball genommen. „Es gab sogar Gedanken, ob ich nicht besser aufhören soll“, sagt Geisler.

Dass es so weit kam, begründet er mit einer im Nachhinein unklugen Vereinswahl: Von Mainz 05 aus der A-Junioren-Bundesliga gekommen, entschied er sich für den SV Wehen Wiesbaden als erste Senioren-Station. Dort hätte er in der „Zweiten“ für die Drittliga-Profis aufgebaut werden sollen. Aber daraus wurde nichts, zumal sich Geisler mit den WW-Verantwortlichen überwarf. Verletzungspech kam dazu.

Die Fußballlust kam zurück, als er im Sommer bei der A-Liga-Mannschaft von RW Walldorf mittrainierte. Dort mit seinen Kumpels zu spielen, die er von klein auf kennt, „war ganz witzig“, erzählt Geisler. Aber bald wurde ihm klar, dass ihm das Kicken in der Neuntklassigkeit nicht reicht. Über Eduardo Landu Mateus, den er aus gemeinsamer WW-Zeit kennt, kam Geislers Kontakt zum VfB Ginsheim zustande. Kaum hatte er es dort geschafft, erlitt er Ende April im Training einen Außenbandriss im Sprunggelenk.

Sein Fußball-ABC erlernte Geisler bei den Bambini der SKG Walldorf. Als F-Jugendlicher wechselte er zu RW Walldorf. Dorthin kehrte er nach einem E-Jugend-Jahr bei Eintracht Frankfurt zurück, denn seine schulischen Leistungen ließen nach. Während des zweiten C-Jugend-Jahrs ging er zu Darmstadt 98. Dass er dort einen Leistungssprung machte, führt Geisler auf die Förderung seiner Trainer Daniel Nister (B1-Junioren) und Benjamin Löbert (B2) zurück. Er wurde U17-Hessenauswahlspieler.

Während seiner anschließenden B- und A-Junioren-Zeit bei Mainz 05 spielte Geisler in der Bundesliga. In der U23 mit dem späteren Bundesligacoach Martin Schmidt (VfL Wolfsburg) durfte er mittrainieren. In der B-Jugend trat er zunächst unter Stefan Sartori (zuletzt Co-Trainer des VfL Wolfsburg) gegen den Ball, im zweiten B-Jugend-Jahr dann unter dem Geinsheimer Meikel Schönweitz, dem heutigen U18-Nationaltrainer. Beide brachten ihn voran.

Aber als den Trainer, der ihn am meisten gefördert habe, sieht er Sandro Schwarz. Der Mainzer Bundesliga-Coach war sein A-Jugend-Trainer: „Mit ihm habe ich mich auch am besten verstanden. Er schreibt mir sogar heute noch.“ Auf das Wiedersehen am 7. Juli, wenn die Nullfünfer zum Freundschaftsspiel nach Ginsheim kommen, freut sich Geisler jetzt schon.

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