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Kann Alexandra Müller auch nach Ende der laufenden Oberliga-Saison so ausgelassen jubeln, dann dürften sich die Drittliga-Aufstiegsträume der Co-Trainerin von TSG Oberursels Handballerinnen erfüllt haben.

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Das wünschen sich Sportler aus dem Hochtaunuskreis für 2019

Reporter Wolfgang Kullmann hat Meinungen und Stimmungen von Sportlern aus dem Hochtaunuskreis zusammengetragen.

Das neue Jahr – was wird es bringen? Für die einen kann es beim Blick zurück auf 2018 nur besser werden und wieder langsam aufwärts gehen – auf andere wiederum wartet so manche Klippe, die es zu umschiffen gilt. TZ-Reporter Wolfgang Kullmann hörte sich einmal bei heimischen Sportlern, Trainern und Funktionären um – und sah sich darin bestätigt: Gesundheit und Glück gelten auch für 2019 als die höchsten Güter.

Dr. Klaus Beckerling kennt wie kaum ein Zweiter speziell die Bad Homburger Sportszene als Vorsitzender des Sportrings der Kurstadt. Sein Rat ist bei allen Vereinen gefragt. Seine Hoffnungen und Wünsche für das neue Jahr gelten für verschiedene Vereine und Sportarten. So hofft er zum Beispiel, dass die Handballerinnen aus dem Stadtteil Ober-Eschbach – die Pirates – sich fangen und den sportlichen sowie personellen Abwärtstrend stoppen können.

Der 72-Jährige war zwischen den Jahren im Einsatz beim Fußball-Jugendturnier der SpVgg 05/99 Bomber. Mit diesem Verein ist er seit Jahrzehnten verbunden. „Ich wünsche der ersten Mannschaft der Nullfünfer, dass sie in der Kreisoberliga vorne dabei bleiben, Aufstiegshoffnungen wären vielleicht übertrieben“, sagt er. Und auch beim Fußball-Hallenturnier der DJK am ersten Januar-Wochenende wird Beckerling zugegen sein.

Tore bejubeln, wie hier mit Cem Bektas (li.) – das will Eugen Schiffmann (TSV Vatanspor Bad Homburg, re.) auch 2019 wieder.

Privat wünscht er sich und seinen Angehörigen vor allem Gesundheit. Dafür tut der leidenschaftliche Radfahrer einiges selbst. Schon am morgigen Neujahrstag ist er wieder dabei, wenn um 12 Uhr vor dem Kurhaus die traditionelle Neujahrstour des ADFC Bad Homburg/Friedrichsdorf beginnt.

Auch Ibrahim Cigdem war und ist als Trainer des Fußball-Verbandsligisten TSV Vatanspor Bad Homburg schon gleich nach Weihnachten wieder bei Hallenturnieren im Einsatz. Er und sein Verein haben ein aufregendes Jahr 2018 hinter sich. Bei seiner ersten Trainerstation musste „Ibo“, wie er allenthalben genannt wird, ein völlig neu zusammengestelltes Team aus jungen Spielern verbandsligareif machen. Das ist ihm gelungen, auch wenn es Rückschläge gab. Kein Wunder, dass er sich für 2019 wünscht: „Wir wollen unbedingt den Klassenerhalt schaffen.“

Es gibt nun sogar im neuen Jahr die Option, dass er selbst aufläuft und die Tormisere zu beseitigen versucht. Dazu Cigdem: „Ich habe mittlerweile den Spielerpass für den TSV und könnte mitspielen. Ich behalte mir das allerdings nur für den Worst Case vor, also wenn es sonst gar nicht läuft.“

Privat steht auch bei ihm Gesundheit für alle aus seiner Familie, seinem Bekanntenkreis und Verein an erster Stelle. Und er hätte auch nichts dagegen, wenn mal ein anderer Verein als Bayern München Deutscher Meister würde.

Nicht viel anders gestaltet sich das Ziel der Basketballer vom MTV Kronberg und ihres Trainers Miljenko Crnjac: der Klassenerhalt. Die Mannschaft stieg 2018 in die 1. Regionalliga Südwest auf. Wie Crnjac sagt, steht man besser da als gedacht. Die Konkurrenz hat allerdings finanziell ganz andere Möglichkeiten. Crnjacs Team, wie er sagt, „die einzige Amateurmannschaft in der Liga“, besteht aus jungen Spielern, Schülern und Studenten, meist aus der näheren Umgebung. Der Wunsch und die Hoffnung für 2019, drinzubleiben, ist realistisch. So wird es höchstwahrscheinlich nur einen Absteiger geben. Der derzeit vorletzte Tabellenplatz würde also reichen.

Natürlich wünscht sich auch Crnjac Gesundheit für sich und seine Angehörigen. Im Fokus haben aber der Verein und er jetzt schon einen sportlichen Höhepunkt im neuen Jahr. Der MTV Kronberg ist nämlich stolz darauf, die Deutschen Ü45-Basketball-Meisterschaften ausrichten zu dürfen. Die besten 16 deutschen Mannschaften dieser Altersgruppe werden dann am 4./5. Mai in Kronberg antreten.

Für Fußball-Schiedsrichterin Xenia Sänger war der Einsatz beim Kreispokalfinale 2018 (1. FFV Oberursel – SG Bad Homburg/Köppern 2:1) im Mai der Höhepunkt ihrer bisherigen sportlichen Laufbahn. Assistiert wurde sie damals von Fiona Sacher und Michael Tremblau. Sie läuft für den TuS Eschbach auf und pfeift bis zur Herren-Kreisliga A. Sie ist auch Beisitzerin in der Schiedsrichter-Vereinigung.

 Ein Herzenswunsch der jungen Spielleiterin für 2019 ist mehr Nachwuchs in ihrem Bereich. „Zu viele springen nach einem Lehrgang wieder ab“, meint sie – und will mithelfen, dass die Zahl der Schiedsrichter wieder steigt. Auch die Akzeptanz für ihren Job und den ihrer weiblichen und männlichen Kollegen gerade in unteren Spielklasssen könnte besser sein, bemängelt sie.

Xenia Sänger scheint ihre Tätigkeit für den Fußballsport sehr zu lieben, denn auch wenn man sie nach privaten Wünschen fragt, kommt sie wieder auf ihre Schiri-Tätigkeit zurück: „Ich bin bei der Deutschen Bahn beschäftigt, habe viel Schichtdienst und kann berufliche sowie sportliche Einsätze manchmal nur schwer unter einen Hut bringen. Es wäre schön, wenn das im neuen Jahr besser klappen würde.“ Ansonsten hofft sie auf ein Wiedererstarken des derzeitigen Drittligisten Hansa Rostock. Dorthin hat sie familiäre Beziehungen.

Überwintern auf dem ersten Tabellenplatz in der Oberliga – das hat schon was. Aber darauf ausruhen will sich Alexandra Müller, die Co-Trainerin der Damen-Handballmannschaft der TSG Oberursel, ganz und gar nicht. Sie sagt: „Wir sind voll im Soll, werden uns aber nicht in den vergangenen Erfolgen sonnen.“ Schon in den ersten Januartagen beginnt die erste Laufeinheit. Kleinigkeiten will die Trainerin verbessern, um hier und da noch Optimierungen zu erzielen. Großartige Wünsche privater Natur, die hegt sie für das kommende Jahr nicht. Was ihre Mannschaft und den Verein allerdings angeht, wünscht sie eine noch stärkere Unterstützung durch Sponsoren, die mit dem sportlichen Erfolg und eventuellen Aufstieg in die Dritte Liga dann auch Schritt halten. „Wir würden in diesem Fall die Stadt Oberursel überregional noch bekannter machen“, hofft Alexandra Müller auf noch stärkere Hilfe von außen. Vom Hauptverein werde man gut unterstützt. Schon in der Saison 2015/16 spielten die TSG Damen drittklassig. 2019 will man das erneut tun.

An den Ambitionen der Sportfreunde Friedrichsdorf wird sich durch den Jahreswechsel nicht viel ändern. Meisterschaft und Aufstieg in die Gruppenliga heißt das Ziel. Eugen Schiffmann spielt dabei eine Schlüsselrolle als Regisseur im offensiven Mittelfeld. Der ehemalige U18-Nationalspieler ist sicher einer der besten Fußballer im Hochtaunuskreis.

Er selbst spricht von überdurchschnittlichem Potenzial“ der Friedrichsdorfer Kreisoberliga-Mannschaft. „Wenn wir das abrufen und weiterhin Spaß am Fußball haben, dann werden wir unser Ziel auch erreichen“, sagt der in Königstein wohnende Schiffmann.

2019 wird für ihn auch privat ein entscheidendes Jahr. Es fehlt nur noch die Abschlussarbeit seines Studiums. Ein Praktikum, wenn möglich fußballbezogen, soll folgen, und dann steht dem beruflichen Einstieg nichts mehr im Wege. „Ideal wäre es, wenn ich mein Hobby, also Fußball, mit meinem Beruf verbinden könnte“, ist sein Wunsch ans neue Jahr. Gesund will er bleiben, natürlich gilt das auch für seine Familie. Da hatte er schon 2017 einiges mitgemacht, als er nach einem Wadenbeinbruch bei einem Einsatz für den TSV Vatanspor Bad Homburg monatelang ausgefallen war. Und Borussia Dortmund soll Deutscher Meister werden. Diesem Verein fühlt er sich nach wie vor zugehörig, hat er dort doch in der U19 gespielt – und war nahe dran an einem Profivertrag.

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