Mountainbike-WM

Wurzel verhindert Start

Der 16 Jahre alte Marxheimer verletzte sich vor dem Höhepunkt seiner jungen Laufbahn. Nun spricht der ehrgeizige Sportler über die Enttäuschung und neue Ziele.

Sein Aufstieg verlief rasant, noch 2015 hat Florian Werres von einem Start bei einem World Cup im Downhill des Mountainbiker geträumt – nun war der 16-Jährige als jüngster deutscher Starter bei der Weltmeisterschaft in Val di Sole im italienischen Trentin dabei. Es sollte der Höhepunkt seiner jungen Laufbahn als Downhill-Fahrer sein – doch dann war die WM für den Schüler schon vor den Wettkämpfen beendet. Am ersten Trainingstag blieb er mit seinem Vorderrad an einer Wurzel hängen, landete hart auf seiner rechten Schulter und zog sich eine Schultereckgelenksprengung zu.

„Ich habe sofort gemerkt, dass etwas Schlimmeres passiert ist und konnte die Schulter nicht bewegen“, sagt Florian Werres, dessen erste Gedanken seiner guten Platzierung im IXS German-Downhill-Cup galten: „Ich musste daran denken, dass die Saison für mich gelaufen ist und ich meinen zweiten Platz nicht verteidigen kann.“

Den Sieg auf der wohl schwersten Strecke der Welt im Trentin sicherte sich der favorisierte Kanadier Finnley Iles. Auch der war im Training gestürzt und trug bis zum Finallauf eine Halskrause. Der Gefahr ist sich Florian Werres bewusst, doch von einem besonderen Risiko möchte er nicht sprechen: „Das war meine erste ernsthafte Verletzung. Irgendwann musste es mal so kommen. Aber es ist blöd, dass es ausgerechnet bei der WM passiert ist.“

Zuvor war der Schüler von Erfolg zu Erfolg geeilt. In seiner ersten Saison für das IK Pivot Cycles Team Germany sicherte er sich im German-Cup beim Lauf in Brandertal den Sieg in der Juniorenklasse der Lizenzfahrer. Beim European-Downhill-Cup in Willingen stürzte er als Zweitbester der Qualifikation und belegte Rang 16. Seine guten Leistungen riefen den Koordinator des Downhill-Nationalteams auf den Plan. Fabian Waldemeier nominierte Werres für den Weltcup in Leogang, bei dem der 16-Jährige den 57. Platz belegte und wertvolle Erfahrungen sammelte. Waldemeier richtete Werres unmittelbar nach dem folgenschweren Sturz wieder auf. „Er hat mir Mut gemacht und mir weitere Nominierungen in Aussicht gestellt.“

Die Motivation für den Marxheimer, der von seinem Vater Frank Werres unterstützt wird, ist für die nächste Saison groß. Um eine Operation kommt er herum, dennoch dauert die Rehabilitation rund drei Monate. Anschließend will er sich bis zur großen Saisoneröffnung im Mai in Winterberg mit täglichem Training fit machen. Für sein letztes Jahr in der U 19 hat er sich einiges vorgenommen: „Die deutschen Strecken sind nicht so anspruchsvoll, deshalb will ich verstärkt bei den europäischen Weltcuprennen und in der Europa-Serie starten.“ Dann steht als Höhepunkt ein Ereignis an, das er nur halb genießen konnte – die WM. „Die ist 2017 in Australien“, sagt Werres, „da möchte ich unbedingt dabei sein“.

(tow)

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