Auf dem Zahnfleisch, aber mit Biss

  • vonWolfgang Bardong
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Durch ihre großen Personalsorgen schienen die HTG-Volleyballerinnen noch vor dem ersten Ballwechsel im Netz gefangen. Darin zappelte dann aber doch der Gegner.

Die gute Nachricht vorneweg: Trotz mehrerer Ausfälle traten die Volleyballdamen der HTG Bad Homburg am Samstagabend doch gegen den Tabellennachbarn VfL Marburg an.

Und die zweite, noch bessere Kunde: Obwohl HTG-Trainer Roger Tschenett mit Nathalie Barfeld, Christin Guschel, Jennifer Hesse und Carolin Köppe gleich vier Stammkräfte nicht zur Verfügung hatte und sich dazu mit Zsuzsanna Bender, Martha Dabrowska (beide standen grippegeschwächt und noch mit „Temperatur“ am Netz) sowie „Tine“ Bernius (mit Rückenschmerzen) ein Trio angeschlagen durchbeißen musste, gelang gegen den VfL Marburg ein 3:2 (25:21, 12:25, 25:22, 22:25, 15:12)-Sieg.

„Wenn auch einige bei uns auf dem Zahnfleisch gingen: Kämpferisch hat sich das komplette Team ganz, ganz toll präsentiert“, lobte Trainer Tschenett, „immerhin mussten wir nicht nur gegen einen VfL Marburg, sondern auch noch gegen eine sehr schwache Schiedsrichter-Leistung ankämpfen, bei der sehr einseitig gegen uns gepfiffen wurde.“ Bei vermutlich nur zwei Absteigern sollte der Klassenerhalt in der Oberliga für die HTG-Damen seit Samstag geritzt sein.

Im ersten Durchgang war es fast schon so wie erwartet gekommen. Die Bad Homburgerinnen hatten mit ihren Gästen, die mit mehreren Spielerinnen jenseits der 1,80 Meter und mehr angereist waren, so ihre Probleme, wie HTG-Coach Tschenett bestätigen konnte: „Der VfL war sehr aufschlagsstark.“ Und schien dann auch beim Stande von 16:20 dem Satzsieg zuzustreben. Bis sich auf Homburger Seite Kristin Bernius den Ball zum Aufschlag schnappte und mit einer tollen Serie aus einem 16:20 ein 23:20 machte. Wenig später war der Satz mit einem 25:21 unter Dach und Fach.

Was er vom zweiten Durchgang hielt, umschrieb HTG-Trainer Tschenett vielsagend mit „eine einzige große Katastrophe“. Während der VfL nahezu fehlerfrei spielte, leisteten sich die Gastgeberinnen viele einfache Patzer und Folgefehler. Im Nu war der Satz mit 12:25 an den VfL gegangen – derweil auf Bad Homburger Seite Anja Beyrich sich längst in die Zuschauerrolle verabschiedet hatte: Ende des ersten Satzes hatte sie ein Zwicken in der Wade verspürt und konnte fortan nicht mehr weiterspielen.

Der dritte Satz drohte rasant auf eine Homburger Niederlage zuzulaufen. „Wir starteten ganz schlecht, mit einem 0:10“, rekapitulierte Roger Tschenett. Seine Notformation bewies aber Stehvermögen und kämpfte sich dank einer Aufschlagserie von Martha Dambrowska bis auf 8:10 heran. Die physisch ansonsten sehr stark wirkenden Marburgerinnen offenbarten nun mehr und mehr Annahmeschwächen – und knickten tatsächlich noch zum 25:22 für die HTG ein.

Der vierte Durchgang sah zwei völlig gleichwertige Teams dies- und jenseits des Netzes agieren, ehe sich die HTG eine 21:20-Führung noch entreißen ließ und mit dem 22:25 den 2:2-Satzausgleich kassierte – Tiebreak. In diesen starteten die Gastgeberinnen mit einem 4:2. Besagte Schiedsrichter-Entscheidungen brachten die HTG dann aus dem Takt. Die Folge: ein 7:8-Rückstand zum Seitenwechsel. Aber dank einer astreinen kämpferischen Leistung und stabiler Annahme wurde daraus noch ein 15:12. Der 3:2-Sieg war gesichert. HTG: Auz, Bender, Beyrich, Dabrowska, Moosbrugger, Limmer, Doll, Bernius.

TABELLE

Oberliga, Damen

1. VC Wiesbaden III – Eintr. Frankfurt II 3:0

TSV Hanau – Gießener SV 3:0

HTG Bad Homburg – VfL Marburg 3:2

FTG Frankfurt – DSW Darmstadt 3:2

TG Bad Soden II – TG Wehlheiden 1:3

1. TG Wehlheiden 13 38:9 37

2. VC Wiesbaden III 13 36:13 32

3. TG Bad Soden II 13 30:26 21

4. TSV Hanau 13 29:25 21

5. HTG Bad Homburg 13 26:27 20

6. VfL Marburg 13 25:28 18

7. Gießener SV 13 20:33 13

8. Eintracht Frankfurt II 13 21:33 12

9. FTG Frankfurt 13 19:34 11

10.. DSW Darmstadt 13 18:34 10

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