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Feierstimmung bei (von links) Michael Götz, Jan Schmidt, Mechaniker Lukas Schmidt, Reto Wiederkehr (Schweiz) und dem vierten Fahrer, Laurenz Rieke.

Zehn Minuten fehlen zur Titelverteidigung

Die erste Saisonhälfte verlief top für Michael Götz, Motorradrennfahrer aus Niederhadamar, die zweite dann eher so lala. Und am Ende fehlten zehn Minuten zur Titelverteidigung.

Zwischenbilanz für Michael Götz. Die zweite Saisonhälfte ließ für den Niederhadamarer sowohl in der Deutschen Langstrecken-Meisterschaft (DLC) als auch in der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) weniger zufriedenstellend. Hatte er in den ersten fünf DLC-Rennen entweder auf Rang eins oder zumindest auf dem Podium gestanden und die Titelverteidigung vor Augen gehabt, so stand dem Team im sechsten von sieben Läufen das Pech zur Seite.

Zunächst fiel der dritte Fahrer kurzfristig aus – Ersatz? Fehlanzeige. Jan Schmidt und Michael Götz waren gezwungen, das Sechs-Stunden-Rennen zu zweit zu fahren. Die körperlichen und technischen Belastungen waren bei 35 Grad Celsius extraordinär. Bei beiden war nach dem zweiten Turn „die Luft raus“, Kräfte und Konzentration schwanden. Auch die Reifen bauten bei 50 Grad Celsius Asphalttemperatur schnell ab. In einer langgezogenen Kurve verlor Götz den Gripp am Vorderrad und stürzte bei rund 120 Kilometern pro Stunde. Das zweite Motorrad darf erst dann weiterfahren, wenn das beschädigte samt Zeitensender zurückgebracht wurde. Das Team verlor wertvolle Zeit und fiel im Klassement immer weiter zurück. Während Schmidt weiterfuhr, wurde kräftig am Motorrad von Götz repariert. Doch dann schlug das Pech erneut zu: Um aufzuholen, fuhr Schmidt am Limit, kollidierte beim Überholen mit einem langsameren Fahrer, beide kamen zu Sturz. Das Warten ging von vorne los, das Team verlor wertvolle Plätze und fuhr als Vorletzter durchs Ziel. „Durch die miserable Punktausbeute gaben wir nun zum ersten Mal in dieser Saison die Führung in der Meisterschaft an unsere stärksten Konkurrenten ab und lagen nun 14 Punkte hinter ihnen“, so Michael Götz. Im letzten ausstehenden Rennen mussten Götz/Schmidt gewinnen und der Gegner durfte im besten Fall Fünfter werden.

In Oschersleben sah es bei angenehmen 20 Grad Celsius besser aus. Aber die direkte Konkurrenz stürzte in der Aufwärmrunde. Nun kochten die Emotionen natürlich bei beiden Teams und im gesamten Fahrerlager hoch; die Chancen, den Titel doch noch zu holen, waren für die „Cup Brothers“ wieder schlagartig gestiegen. Es kam jedoch ganz anders . . . Das gestürzte Team wartete nämlich entgegen dem Reglement nicht, bis sein geborgenes Motorrad zurück in der Box war, sondern rannte zur Rennleitung, die regelwidrig einen neuen Sender aushändigte. Das Team verlor nur zwei Minuten und nahm das Rennen viel schneller auf als erlaubt: 60-Sekunden-Zeitstrafe. Jedoch fiel diese Strafe viel zu gering aus. „Eigentlich hätten dem Team mindestens acht Runden gestrichen werden müssen“, erklärte Michael Götz. Das war nämlich die Zeit, die verstrich, bis das havarierte Motorrad zurück in der Box war und das Team wieder hätte losfahren können. Diese Fehlentscheidung sollte den „Yamaha-Cup-Brothers“ noch das Genick brechen.

Ungeachtet dessen fuhren Götz & Co. ein perfektes Rennen. „Zehn Minuten vor Schluss lagen wir auf Rang eins, und unsere Konkurrenten waren Fünfter. Somit wären wir Meister gewesen“, so der Niederhadamarer. „Aber als die Viertplatzierten noch einen Boxenstopp einlegen mussten, rutschten unsere Konkurrenten auf den 3. Platz nach vorne, und unsere Titelträume waren dahin.“ Nach insgesamt 44 Stunden Fahrzeit entschieden zehn Minuten über die Titelvergabe.

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