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Den nächsten Aufstieg mit Zeilsheim hat er schon im Visier: Sascha Amstätter

Verbandsliga

SV Zeilsheim: Erfolgreiches Jahr für Sascha Amstätter und seine Mannen

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Hinter den Kickern von der Lenzenbergstraße liegt ein ereignisreiches, vor allem aber erfolgreiches Jahr. Der Durchmarsch in die Fußball-Hessenliga scheint nach gegenwärtigem Stand der Dinge alles andere als unrealistisch.

Die Anhänger des SV Darmstadt 98 und des SV Wehen Wiesbaden verbringen in diesem Jahr ein in sportlicher Hinsicht ungemütliches Weihnachtsfest. Beide Teams stehen in ihren Ligen auf einem Abstiegsplatz. Die Südhessen sind zudem auf der Suche nach einem neuen Trainer, der in der Rückrunde das scheinbar Unmögliche möglich machen soll: den Abstieg in die Zweite Bundesliga verhindern. Neulich wurde in den sozialen Netzwerken ein Name in die Runde geworfen, der auf dem Darmstädter Wunschzettel kaum gelistet sein dürfte: Sascha Amstätter, mit der Elite-Jugend-Lizenz des DFB ausgestattet, hat eine sportliche Vergangenheit bei den Lilien, schaffte vor fünf Jahren mit den Südhessen den Aufstieg in die 3. Liga. Noch tiefere Fußspuren hat der 39-Jährige in Wehen hinterlassen, trug er doch in mehr als 200 Spielen das Trikot der Taunussteiner. Am Halberg war er über mehrere Jahre Führungsspieler und Kapitän.

Mit beiden Vereinen beschäftigt sich Sascha Amstätter auch heute noch intensiv. „Ich verfolge die tägliche Berichterstattung und drücke natürlich ganz fest die Daumen, dass es für beide mit dem Klassenverbleib klappt“, sagt der gebürtige Frankfurter. Mit seinem Club, dem SV Zeilsheim, verfolgt er dagegen ganz andere Ziele.

Vor knapp zehn Monaten stand Amstätter in Zeilsheim das erste Mal an der Seitenlinie. Im Spitzenspiel der Gruppenliga Wiesbaden ging es darum, den ärgsten Verfolger DJK Flörsheim auf Distanz zu halten. „Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass vor der Partie eine große Anspannung herrschte. Hätten wir das Spiel verloren, wäre es im Rennen um die Meisterschaft wieder ganz eng geworden.“ Diese Befürchtung blieb im Nachhinein unbegründet. Zeilsheim gewann mit 3:0, distanzierte den von nun an schwächelnden Verfolger in den darauffolgenden Wochen entscheidend und stieg am Saisonende unangefochten auf. „Man darf allerdings nicht vergessen, dass ich in eine Komfortzone gerutscht bin. Es ist nicht selbstverständlich, eine Mannschaft als Tabellenerster zu übernehmen“, möchte Amstätter die Arbeit von Vorgänger Benjamin Sachs nicht ungewürdigt wissen. Nach fünfjähriger Abstinenz hatte der Verein also wieder den Sprung in die zweithöchste hessische Spielklasse geschafft und machte aus seinen Ambitionen in Form von namhaften Neuzugängen keinen Hehl. Pascal Hertlein (1. FC Eschborn) und Michael Seidelmann (SV Wiesbaden) kamen direkt aus der Hessenliga, auch Leonardo Bianco (FC Eddersheim) hatte dort schon seine Visitenkarte abgegeben. „Uns war bewusst, dass wir mit dieser Mannschaft an einem guten Tag jeden Gegner schlagen können. Das alleine hätte allerdings nicht ausgereicht, um oben mitzuspielen“, analysiert Amstätter. Das Zauberwort, mit dem die Tabellenspitze anvisiert werden sollte: Konstanz.

Der Auftakt gelang im August mit einem 4:1-Heimsieg gegen die TSG Wörsdorf, auch danach konnte Zeilsheim an der Lenzenbergstraße regelmäßig Siege feiern, auswärts stets mindestens einen Zähler ergattern. Einen ersten Dämpfer gab es im September bei der 1:3-Heimpleite gegen den FC Eddersheim, der ersten Niederlage unter Amstätters Regie. Die Mannschaft ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken, zeigte schon eine Woche später beim 3:3-Remis in Oberliederbach – einem der spektakulärsten Spiele der ersten Halbserie – die richtige Reaktion. Dort ereilte das Team allerdings eine personelle Hiobsbotschaft. Antonio Bianco zog sich einen Kreuzbandriss zu. „Mit ihm planen wir erst wieder in der nächsten Saison. Wenn es gut läuft, kann er am Ende der laufenden Spielzeit erste Schritte mit der Mannschaft machen“, sagt Amstätter.

Auch wegen dieses Ausfalls plant der Verein Verstärkungen. Namen kann der Trainer aktuell noch nicht nennen, zwischen den Jahren dürfte es aber erste Signale geben, welche Neuzugänge sich den „Grünen“ anschließen werden. Das erklärte Ziel ist deutlich formuliert: „Wir wollen den zweiten Tabellenplatz halten und uns weiter von den Mannschaften hinter uns absetzen“, sagt Amstätter.

Klar, nach der Niederlage gegen Eddersheim gab es beim 1:5 in Langenaubach nur noch einen weiteren Ausreißer nach unten und beim Remis gegen Ligaprimus SC Waldgirmes registrierten alle Beteiligten, dass die Unterschiede zwischen diesen beiden Teams nicht allzu groß sind. Aber Amstätter weiß auch: „Man sieht, dass Waldgirmes es in vielen engen Spielen geschafft hat, den Platz als Sieger zu verlassen. Diese Abgeklärtheit fehlt uns noch.“

Das Hallenturnier in Sulzbach (07. Januar) und der Offensiv-Cup in der Krifteler Kreissporthalle (14. Januar) bilden den Auftakt ins neue Jahr (Amstätter: „Wir haben den Spielern freigestellt, dort aufzulaufen. Die meisten haben aber richtig Lust auf die Halle.“), bevor danach attraktive Gegner auf den SV Zeilsheim warten. In der Vorbereitung trifft die Mannschaft nicht nur auf die Hessenliga-Hochkaräter Hessen Dreieich, Rot-Weiß Frankfurt und den TSV Lehnerz, sondern auch auf Regionalligist Teutonia Watzenborn-Steinberg. Die Partie, „die vom Gegner angefragt wurde“ (Amstätter) wird auf neutralem Geläuf im mittelhessischen Lich steigen.

Optimale Voraussetzungen, um dem Verein im Sommer den Aufstieg in die Hessenliga zu schenken? „Das wird man sehen. Ziel war es, zum 100-jährigen Jubiläum, 2019, dort an die Tür zu klopfen. Wenn wir es zwei Jahre vorher schaffen sollten, wäre das für alle Beteiligten eine überragende Sache“, kann Amstätter die Bedeutung des Durchmarschs genau einschätzen. Die Richtung, die der Verein eingeschlagen hat, soll sich auf jeden Fall nicht ändern – denn die geht ganz klar nach oben.

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